An (Eingewöhnungs-) Tagen wie diesen...

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Neuer Trainer, neuer Star.

Beim SC Wiener Neustadt blieb in den vergangenen Tagen und Wochen kein Stein auf dem anderen.

Das Schlagwort lautete: Veränderung. Diese hatten die Niederösterreicher auch bitter nötig. Denn aufgrund der Tabellensituation ist von Weihnachtsruhe keine Spur.

Nach dem Hoffnungsschimmer gegen den WAC (2:0) folgte beim 0:3 gegen Rapid die erneute Ernüchterung. Doch Helgi Kolvidsson soll der richtige Mann sein.

Reiz und Herausforderung statt Zauberkunst

„Der Reiz meiner neuen Aufgabe ist es, da hinten rauszukommen“, bringt es der 43-jährige Isländer ohne Umschweife auf den Punkt.

Dabei handelt es sich mit Sicherheit um eine Herausforderung, vor allem bei der ersten Trainer-Station in der Bundesliga.

Die Unterschiede zum bisherigen Engagement bei Erste-Liga-Klub Austria Lustenau sind unverkennbar. Das bekam der neue Mann auf der Trainerbank gegen Rapid zu spüren.

„Ich bin auch kein Zauberer“, weiß Kolvidsson, der erst vergangene Woche von Günter Kreissl ins Amt gehoben wurde und noch Eingewöhnungszeit benötigt.

Kolvidsson hält vorerst an Programm fest

Wie der Ex-Profi im Vorfeld der Partie gegenüber LAOLA1 betonte (hier geht’s zum Interview), nimmt er vorerst noch die Rolle des Beobachters ein anstatt energisch einzuwirken.

„Wir haben bisher nicht viel umgestellt und haben das Programm vorerst so gelassen“, gibt der Nachfolger von Heimo Pfeifenberger in Wiener Neustadt zu.

Dafür vermittelte Kolvidsson allen Beteiligten, von der sportlichen Leistung bis zu den Spielern, ein gutes Gefühl.

Auch Stefan Maierhofer, der dem neuen Trainer zumindest medial die Show stahl, findet nach den ersten Tagen der Zusammenarbeit nur lobende Worte.

„Ein guter Trainer, ein offener Typ“

„Die ersten Tage mit dem Trainer waren gut. Er ist ein guter Trainer, ein offener Typ. Seine Ansprachen und seine Art und Weise, wie er vor der Mannschaft auftritt – ich glaube, das ist für den Verein irrsinnig wichtig, dass sie so einen Trainer für die restliche Saison gewinnen konnten“, verrät der 2,02-Meter-Hüne LAOLA1.

„Ich hoffe natürlich, dass wir als Mannschaft in der Liga bleiben, damit der Trainer auch länger beim Verein und in der Bundesliga arbeiten kann.“

Kolvidsson gibt das Lob an den Star-Stürmer des Tabellen-Schlusslichts zurück und schätzt sich glücklich, einen erfahrenen Spieler wie ihn in seinen Reihen zu haben.

„Ich habe einen absolut positiven Eindruck, von seiner Einstellung zum Sport ist er profihaft. Er ist positiv verrückt genug, um andere mitzuziehen.“

Kommunikation als wichtigstes Tool

Da auch Maierhofer nur eine Woche länger als sein neuer Vorgesetzter beim Verein ist, kann er wenig über die Unterschiede zu vorher berichten. Trotzdem gibt er einen Lagebericht über die verteilten Rollen im Training.

„Das Grundprinzip ist gleich. Unser Co-Trainer Christian Ilzer macht sehr viel in Absprache mit ihm. Kolvidsson baut sich immer wieder ein, spricht gewisse Sachen an und führt Einzelgespräche. Es ist gut und wichtig, dass er langsam hineinfindet.“

Die zwei ausstehenden Spiele vor der Winterpause gegen Altach (h) und Ried (a) wird sich Kolvidsson noch eher zurückhalten, spätestens in der Vorbereitung wird seine Handschrift laut Maierhofer jedoch zu erkennen sein.

Fakt ist, dass viel Aufholbedarf herrscht. Laut dem Neo-Coach müsse man in Zukunft mehr tun als die Konkurrenz, um ein versöhnliches Ende zu erzwingen.

„Müssen uns auch trauen, Fußball zu spielen“

Was der mit Jürgen Klopp in Kontakt stehende Isländer bereits feststellen musste, ist, dass Fehler im Fußball-Oberhaus noch viel mehr als in der Ersten Liga bestraft werden.

„Wir müssen ruhiger werden und uns auch trauen, Fußball zu spielen. Wir werden in den letzten beiden Spielen versuchen, das Bestmögliche herauszuholen.“

Woche für Woche auf die Tabellen-Konstellation angesprochen zu werden, sieht Kolvidsson jedoch nicht als zielführend.

„An der Tabelle hat sich in dieser Runde nicht viel verändert. Wir brauchen jetzt keine Rechnereien oder Was-wäre-wenn-Spielchen. Es sind noch genug Spiele zu spielen, wir müssen auf uns schauen.“

Neuer Trainer, neuer Star. Daran, dass der Klassenerhalt oberste Priorität hat, hat sich jedoch nichts geändert.


Alexander Karper

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