Der tiefe Fall der SV Ried

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Der tiefe (Frühjahrs-)Fall von Herbstmeister SV Ried

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Bitterböse schlitterte die SV Ried zum Frühjahrsstart von einer Niederlage in die nächste.

Die bisherige Ausbeute: Vier Spiele, vier Niederlagen, erst ein erzielter Treffer. Die Innviertler haben momentan die Seuche am Fuß.

Und das, obwohl die Gludovatz-Truppe sich noch im Dezember zum Herbstmeister krönte und erstmals öffentlich den Meistertitel in Betracht zog.

Die 0:1-Niederlage im Hanappi-Stadion gegen Rapid war das Tüpfelchen auf dem „i“. In den kommenden Spielen sind Taten gefordert, sonst verschwindet der Verein in den Untiefen der Liga.

Erstmals seit 2003 vier Niederlagen in Folge

„Wir haben uns gut verkauft, aber zu wenig rausgeholt. Das kann man so auf den Punkt bringen. Aber das bringt uns nichts. Wir waren einen Mann mehr und haben nichts daraus gemacht“, analysierte Jan-Marc Riegler nach der vierten Niederlage in Folge.

Einen ähnlichen Negativlauf gab es unter dem Trainergespann Gludovatz/Schweitzer noch nie. Zuletzt blieben die Wikinger 2003 solange sieglos und stellten somit gegen Rapid die Vereinsnegativserie ein.

Woran es liegt, können sich die Beteiligten derzeit nicht erklären. Große Umstellungen gab es nicht, taktisch sollte die Mannschaft zum Rückrundenstart aber höher stehen und früher attackieren.

„Wenn wir es wüssten, würden wir es ändern. Wir müssen einfach unsere Leistung wieder bringen, dann werden wir sehen, wohin der Weg führt“, wirkte Anel Hadzic gegenüber LAOLA1 ratlos.

„Analysieren, was uns noch fehlt“

Dieser Meinung schloss sich Riegler an. „Jetzt gilt es zu analysieren, was uns noch fehlt. Hoffentlich können wir daheim gegen Kapfenberg eine gute Leistung abrufen.“

Trainer Gludovatz führte vor dem Spiel in Wien die „blockweise Denkweise“ ein, da mit Rapid der erste Block mit Salzburg, Mattersburg und Austria abgeschlossen werden sollte.

In den kommenden vier Spielen gegen Kapfenberg, Wacker, Admira und Wiener Neustadt will man mehr Punkte einfahren. Von einem leichteren Los will Verteidiger Riegler aber nichts wissen.

„Ich glaube nicht, dass die Gegner leichter werden. Kapfenberg steht mit dem Rücken zur Wand und muss auch alles geben. Da müssen wir kämpferisch dagegenhalten und hoffen, dass wir den ersten Dreier 2012 einfahren.“

Positive Ansatzpunkte geben Hoffnung

Im Auswärtsspiel gegen die Grün-Weißen sah man vereinzelt Verbesserungen, vor allem kämpferischer Natur.

„Positiv ist, dass wir wieder in den In-Fights dabei waren und Aggressivität auf den Platz gebracht haben. Wir haben erstmals wieder ein Gespür dafür gezeigt“, urteilte Schweitzer.

Hadzic stimmt seinem Co-Trainer, der gegen Rapid den erkrankten Gludovatz ersetzte, zu.

„Das Auftreten war in den ersten drei Spielen von der ganzen Mannschaft nicht okay, gegen Rapid war es positiv. Wir haben gekämpft. Ich hoffe, die Leute haben das auch so gesehen.“

„Eklatante Schwäche“ vor dem Tor

Als zur Zeit größtes Manko wurde jedoch die Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor ausgemacht.

„Die Offensive, vor allem beim Herausspielen von Torchancen, ist derzeit eine eklatante Schwäche von uns“, nahm sich Schweitzer kein Blatt vor den Mund. Tatsächlich schaffte es Ried auch gegen dezimierte Rapidler kaum, Gefahr auszustrahlen.

Dass im Frühjahr erst einmal der Ball im Tor des Gegners zappelte, spricht Bände. „Wir haben nach vorne überhaupt keinen Druck zusammengebracht“, meinten Hadzic und Riegler unisono.

Langsam wird die Luft dünn. Aufgrund der ausstehenden Nachtragsspiele könnte Ried in der Tabelle sogar hinter Admira auf Rang sechs zurückfallen und Wacker könnte bis auf einen Punkt herankommen. Nach dem erfolgreichen Herbst ist somit guter Rat teuer.


Alexander Karper

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