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"SVM steht zu seinen Spielern und Funktionären"

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Es war schon eine kleine Überraschung.

Dass Mattersburg die SV Ried mit 4:1 abfertigt, sich gegen die Admira auswärts mit 1:0 durchsetzt und mit sechs Punkten aus drei Spielen aktuell die beste Frühjahres-Mannschaft ist, konnten wohl die wenigsten vorhersagen.

Die Burgenländer präsentierten sich gegen die Innviertler spielfreudig wie selten zuvor, überzeugten mit gelungenem Kombinations-Fußball und gewohnter Zweikampfstärke.

In der Südstadt bot man speziell in der Defensive eine starke Leistung. Die SVM-Abwehr ließ keine Torchance zu, das Umschalten nach vorne funktionierte perfekt.

Von einem Abstiegskandidaten kann in dieser Form keinesfalls die Rede sein.

„Es ist noch nicht vorbei“

In Sicherheit wiegt man sich trotz eines 10-Punkte-Vorsprungs auf Schlusslicht Kapfenberg nicht - zumal die Ober-Steirer zwei Spiele weniger ausgetragen haben.

„Es ist noch nicht vorbei. Im Fußball kann sich alles ganz schnell ändern. Wenn wir ein paar Partien verlieren und der KSV gleichzeitig gewinnt, sind sie wieder dabei. Es liegt an uns“, bleibt Abwehrchef Adnan Mravac im Gespräch mit LAOLA1 am Boden.

Der 30-Jährige erkennt aber durchaus Fortschritte. Speziell die groben Abwehrprobleme der vergangenen Saison dürften der Vergangenheit angehören. Im Herbst kassierte die Mannschaft von Trainer Franz Lederer mit 26 Toren weniger Gegentreffer als Meister Sturm (28) oder die Austria (30). „Wir sind stabiler geworden, das stimmt. Es müssen aber noch etliche Dinge verbessert werden.“

Offensiv noch zu wenig

Trotz der vier Treffer gegen Ried gibt es nämlich in der Offensive noch viel Luft nach oben. „Wir haben in gewissen Phasen in der Hinrunde sehr guten Fußball gezeigt, neigen mittlerweile dazu, mehr zu spielen. Aber wir haben einfach zu wenig Tore geschossen. Es gab zahlreiche Möglichkeiten, aber wir haben sie oft nicht genützt“, so Mravac.

Persönlich läuft es für den bosnisch-österreichischen Doppelstaatsbürger seit seiner Rückkehr wie am Schnürchen.

Der Verteidiger absolvierte bisher 20 Spiele und agierte so, als wäre er nie fort gewesen. Einen Großteil des aktuellen Kaders kennt er sowieso noch aus seiner ersten SVM-Ära, die von 2002 bis 2009 währte.

Erinnerungen an Westerlo

Die zwei Jahre in Belgien bei KVC Westerlo möchte er jedoch nicht missen. „Es war eine super Zeit – vor allem die letzte Saison. Wir haben uns einen Europacup-Platz erkämpft und sind auch im Cupfinale gestanden. Das haben wir leider verloren. Es hat wirklich Spaß gemacht, eine andere Liga kennenzulernen.“

Als im Sommer 2011 das Angebot der Burgenländer kam, musste Mravac jedoch nicht lange überlegen. „Mattersburg ist meine Heimat. Ich hatte immer eine gute Verbindung zum Verein. Ich fühle mich hier wohl. Ich habe sofort gewusst, dass ich wieder zurückkomme.“

Vergleiche mit SVM

Der fünffache Internationale sieht durchaus Parallelen zwischen den beiden Klubs. „Auch Westerlo war ein sehr kleiner, familiärer Klub. Das gefällt mir.“

Im Burgenland könne man sich in Ruhe auf das Wesentliche konzentrieren. Nebengeräusche sind Fehlanzeige. Als perfektes Beispiel nennt Mravac Trainer Lederer, der seit 2005 die Rolle des Chefcoachs ausübt.

„Man sieht, dass hier einfach langfristig geplant wird. Auch wenn es einmal brennt, steht der Verein zu seinen Spielern und Funktionären. Es gibt kaum Unruhe.“

„Die Jungen entwickeln sich richtig gut“

Diese und auch die jüngsten Leistungen am Rasen stimmen den Routinier zuversichtlich für die Zukunft.

„Die Jungen entwickeln sich richtig gut. Hier ist etwas am Entstehen. Ich bin daher überzeugt, dass wir eine positive Serie hinlegen und uns möglicherweise sogar im Mittelfeld ansiedeln können.“

Und das wäre wohl die nächste Überraschung.

Martin Wechtl

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