RBS: Zwei Rückkehrer als Hoffnungsträger

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Vier Niederlagen, zwei Unentschieden, kein Sieg. Torverhältnis 6:12.

Salzburgs Ausbeute aus den letzten sechs Liga-Spielen gleicht eher jener eines Abstiegskandidaten.

Wie sich ein Dreier anfühlt, kennen die "Bullen" nur mehr vom Hörensagen.

Am 18. September gab es den letzten Sieg. 3:0 gegen Wiener Neustadt. Seitdem herrscht Ebbe am Punktekonto.

Jüngster Tiefpunkt: Das 0:3-Debakel bei Kellerkind Mattersburg vor der Länderspielpause.

"Die Öffentlichkeit ist zu opportunistisch"

Kein Wunder, dass Salzburg-Trainer Ricardo Moniz die zweiwöchige Unterbrechung regelrecht herbeisehnte. Auch, um sich selbst wieder etwas aus der Schusslinie zu bringen.

"Die Öffentlichkeit ist zu opportunistisch, die Stimmung schwankt zu schnell. Vor kurzem haben wir in Bilbao noch 2:0 geführt, hätten gewinnen müssen. Diese Leistung wäre doch nicht möglich gewesen, wenn ich die Mannschaft nicht mehr erreichen würde. Es kann doch jetzt nicht plötzlich alles schlecht sein", meint der Niederländer.

Er sei sich natürlich der prekären Lage bewusst, sechs sieglose Spiele habe es schließlich in der RB-Ära noch nie gegeben.

"Du darfst bei einem Spitzenklub wie Red Bull nicht so viele Spiele herschenken. Aber die Außenwelt schätzt uns aufgrund des Budgets und den Möglichkeiten höher ein, als wir sind. Wir sind noch nicht so weit."

Zwei Rückkehrer als Hoffnungsträger

Anlass zur Hoffnung, dass die Negativ-Serie ausgerechnet im Schlager gegen Rapid endet, gibt Moniz die Rückkehr zweier Langzeitverletzte.

Douglas und Mendes da Silva meldeten sich rechtzeitig vor dem Spitzentanz im Hanappi wieder zurück, könnten also ihr Saison-Debüt feiern.

„Ich bin froh, dass sie wieder an Bord sind. Sie sind absolute Schlüsselspieler“, so Moniz.

"Ich bin sehr aufgeregt"

Douglas, der aufgrund eines Kreuzbandrisses überhaupt noch kein Pflichtspiel für Salzburg bestritt, und Mendes, der sieben Monate pausieren musste, brennen jedenfalls schon auf ihr Comeback.

"Ich bin sehr aufgeregt. Ich war noch nie so lange verletzt und ohne Fußball", erklärt Mendes im Gespräch mit LAOLA1.

Der 29-Jährige musste sich gleich mit zwei hartnäckigen Verletzungen herumschlagen. Zuerst setzte ihn eine Schambeinentzündung außer Gefecht, danach kam noch eine Sprunggelenksverletzung hinzu.

"Es war eine schwere Zeit für mich", gesteht der Niederländer. "Ich habe mich in den letzten Monaten nicht als Fußballer gefühlt."

Fehlendes Selbstvertrauen als Ursache

Umso schlimmer war es für den siebenfachen Teamspieler, tatenlos mitansehen zu müssen, wie Salzburg in eine tiefe Krise schlitterte.

"Ich habe mich in letzter Zeit auch oft gefragt, warum es nicht läuft. Uns ist nach dem Admira-Spiel einfach das Selbstvertrauen, dieses Selbstverständnis für unsere Stärke abhandengekommen."

Jene Stärke und jenes Selbstvertrauen sollen nun gleichzeitig mit Douglas und Mendes wieder ins Salzburger Team zurückkehren.

"Ich bin bereit"

"Ich fühle mich gut und bin fast wieder bei 100 Prozent. Ich bin mir sicher, dass ich der Mannschaft helfen kann, gegen Rapid die drei Punkte zu holen. Ich bin bereit. Jetzt liegt es am Trainer", steht Mendes in den Startlöchern.

Und die Chancen stehen gut, dass Moniz den Mittelfeld-Stratege tatsächlich gleich ins kalte Wasser wirft.

Schließlich soll die Bilanz aus dem Gruselkabinett endlich der Vergangenheit angehören.

Kurt Vierthaler

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