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Es war das Jahr des Marco Djuricin.

Erstmals in seiner Profi-Karriere nicht von Verletzungsproblemen geplagt, spielte sich der Wiener ins Rampenlicht.

38 Pflichtspiele hat der 22-Jährige 2014 für den SK Sturm absolviert. Dabei sind im 23 Tore gelungen, außerdem stehen elf Assists zu Buche. Starke Werte, die freilich Begehrlichkeiten wecken.

„Das wäre Nonsens“

Seit dem Wochenende ist der Name Djuricin eine der spannendsten Ingredienzen der eben erst zu brodeln beginnenden Gerüchteküche. Der Zusammenhang mit Red Bull verleiht den Spekulationen zusätzliche Würze.

Wie bereits berichtet, haben die Salzburger bzw. Leipziger mit dem Stürmer bereits Kontakt aufgenommen. Gegenüber LAOLA1 versichert Djuricins Manager Alexander Sperr jedoch: „Es liegt von Red Bull nichts vor. Wenn man sich die Stürmerschar in Salzburg anschaut, wäre es auch Nonsens, würde er dorthin gehen, wenn alle bleiben. Wenngleich sich Marco nicht verstecken müsste.“

„Das ist sehr verlockend“

Andere Interessenten soll es aber geben: „Natürlich gibt es die. Es liegt etwas von einem englischen Zweitligisten vor, das kann ich bestätigen. Das ist sehr verlockend, darüber werden wir uns auch Gedanken machen.“

Sturms Generalmanager Gerhard Goldbrich steigt auf Nachfrage von LAOLA1 hingegen auf die Bremse: „Es gibt kein offizielles Angebot. Ich habe ungefähr sieben Spieler im Kader, wo jeden Tag 20 Manager anrufen und fragen, wie die Situation aussieht und ob der oder der zu haben ist. Marco ist einer, der hochinteressant ist, dadurch gibt es viele Anfragen.“

Nachsatz: „Ernstnehmen werde ich es dann, wenn ein Verein ein schriftliches Angebot macht. Wenn das eine Summe ist, über die man nachdenken muss, werden wir uns zusammensetzen.“

„Wir werden die Option ziehen“

Klar ist, dass der Ball beim SK Sturm liegt. Djuricins Vertrag läuft bis Sommer, zudem haben die Steirer eine Option auf ein weiteres Jahr. Sperr dazu: „Es wurde damals bewusst keine Ausstiegsklausel in den Vertrag geschrieben. Wir haben gesagt: Wenn er zu Sturm kommt, soll Sturm auch etwas davon haben. Sturm bestimmt, ob und wann er wechselt. Es liegt in der Hand der Grazer. Wir machen auch keinen Druck.“

Dass die Option auf eine Vertragsverlängerung auch tatsächlich gezogen wird, stellt Goldbrich außer Zweifel: „Ich kann sie am 15. Mai ziehen, ich kann sie heute ziehen, das ist egal. Wie sich jeder vorstellen kann, werden wir sie auf jeden Fall ziehen.“

Doch die Grazer haben mehr vor, als schlicht die Option zu ziehen. Laut Sperr stehe sogar eine vorzeitige Vertragsverlängerung im Raum: „Ja, es liegt ein Angebot der Grazer vor.“

„Wir haben Ersatz“

Unabhängig von den Verhandlungen über einen neuen Vertrag liegt jedoch auf der Hand, dass der SK Sturm ab einer gewissen Ablösesumme schwach werden würde. „Grundsätzlich wollen wir einen internationalen Startplatz und Marco kann dazu sicherlich viel beitragen. Die Frage ist, wo die Grenze ist und was einem mehr bringt. Darüber denke ich dann nach, wenn irgendjemand ein Angebot macht“, erörtert Goldbrich seine Überlegungen.

Laut Sperr müsste aber noch vor dem Jahreswechsel etwas passieren, wenn Djuricin aus der Steiermark losgeeist werden soll: „Bis Ende Dezember sollte eine Entscheidung fallen. Ich kann fix sagen: Entweder es passiert noch im Dezember etwas, oder es passiert nichts.“

Goldbrich will sich dazu nicht groß äußern, sagt nur: „Wann immer wir ihn hergeben sollten, haben wir einen Ersatz. Ich gehe aber davon aus, dass wir gemeinsam ins Training starten und gemeinsam auf Trainingslager fliegen.“

Sturm hat es also in der Hand, sich das Jahr des Marco Djuricin noch 2014 gut vergüten zu lassen.

Harald Prantl/Matthias Nemetz

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