„Es gab mit Sturm Graz Gespräche“

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Wird im Fußball-Wörterbuch nach der Definition eines Außenspielers gesucht, ein Name könnte dort stehen: Manuel Kerhe.

Der 25-jährige St. Veiter ist ein Fixpunkt am rechten Flügel des Wolfsberger AC und mit 93 Flanken ein Garant für stete Tor-Gefahr. 16 Torschüsse und immerhin ein direkter Treffer resultieren aus seiner Vorarbeit.

Dass ihm Liga-weit trotzdem nur Platz drei bleibt, ist der Umfunktionierung geschuldet, die aus dem Mittelfeldspieler in den letzten Partien einen Verteidiger gemacht hat.

„Jetzt sind es halt ein paar Meter weiter, bis ich zum Flanken komme“, nimmt Kerhe im Gespräch mit LAOLA1 seine aktuelle Rolle in der Viererkette mit Humor.

Suspendierung bringt Not am Mann

Durch die Suspendierung von Christian Thonhofer rückte der Rechtsfuß eine Position weiter nach hinten, wo er seinen Schnitt von 3,7 Hereingaben pro Spiel nicht mehr halten konnte und Platz eins in der Liste der "Flankengötter" an Marco Meilinger bzw. Markus Suttner (je 94) abtreten musste.

„Ich habe kein Problem damit. Meine angestammte Position ist rechts im Mittelfeld, aber ich kann auch rechts hinten spielen, wenn Not am Mann ist. Ich spiele dort, wo der Trainer mich aufstellt und gebe dort mein Bestes“, stellt der Blondschopf den Dienst an der Gemeinschaft namens WAC in den Vordergrund.

„Wir sind in der Pole Position“

„Sein Bestes“ ist mitverantwortlich für den guten Lauf des Aufsteigers, der drei Runden vor Schluss immer noch auf Rang vier liegt und vom Einzug ins internationale Geschäft träumt. Acht Torvorlagen kann in der internen Rangliste lediglich Spielmacher Michael Liendl (12) toppen.

„Wir sind in der glücklichen Situation, noch immer um den Europacup-Platz kämpfen zu dürfen. Das hätte sich vorher keiner gedacht“, fasst der Flügelflitzer die Lage im Lavanttal noch einmal treffend zusammen. „Wir sind da ganz relaxt.“

Dass aus dem Traum Wirklichkeit wird, liegt in der eigenen Hand: „Drei Spiele sind noch ausständig. Zur Zeit sind wir in der Pole Position und die werden wir versuchen, zu verteidigen.“

93 Mal in dieser Saison schon zu sehen: Kerhe beim Flanken

Vertragsverhandlungen am Donnerstag

Bevor es in den finalen Schlussspurt der Bundesliga geht, bei dem mit Admira (h), Wiener Neustadt (a) und Innsbruck (h) noch drei Abstiegskandidaten warten, steht für Kerhe allerdings noch ein anderes Thema am Programm – sein Ende Juni auslaufender Vertrag.

„Wir haben am Donnerstag das finale Gespräch und ich glaube, dass es auf eine Verlängerung hinausläuft“, lässt sich der Kärntner ein wenig in die Karten blicken und versichert, „wenn der Verein mir ein wenig entgegenkommt, wird das schon passen.“

Was wie ein simpler Formal-Akt anmutet, ist für die Wolfsberger in Wirklichkeit die Bindung eines gefragten Mannes, tauchten in den letzten Wochen doch vermehrt Gerüchte über das Interesse anderer Klubs auf.

Interesse von Sturm Graz

„Teils stimmt es, teils sind es Gerüchte. Ich habe Gespräche geführt, da heißt es jetzt abzuwarten“, offenbart der Umworbene und wird konkreter: „Es gab mit Sturm Graz Gespräche, aber das ist, glaube ich, ad acta gelegt.“

Warum, ist leicht erklärt? „Der Trainer, mit dem ich gesprochen habe, ist nicht mehr da.“

Somit stellt der Abgang von Peter Hyballa nicht nur einen Glücksfall für viele Fans der Grazer dar, sondern auch für den Vorstand des Kärntner Bundesliga-Teams, auch wenn Kerhe festhält, dass der WAC ohnehin immer erster Ansprechpartner gewesen sei.

„Ich spiele hier schon vier Jahre, bin zwei Mal aufgestiegen.“

Und bald geht es in den Europacup, ist man beinahe versucht, hinzuzufügen.


Christian Eberle/Alexander Karper

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