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"Die Situation war nicht einfach"

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Es gibt Phasen im Leben eines Fußballers, die alles andere als angenehm verlaufen.

Florian Mader durchlebt eine solche seit Beginn des Frühjahres.

Der Tiroler in Diensten der  Wiener Austria fand sich in den ersten drei Spielen plötzlich auf der Tribüne wieder.

Erst beim 1:0-Sieg gegen Wacker Innsbruck schnupperte der 29-Jährige wieder Bundesliga-Luft.

„Man muss da sein, wenn sich die Gelegenheit bietet“

„Die Situation war für mich nicht einfach. Ich habe aber nie aufgegeben und hart trainiert. Deswegen freue ich mich, dass es zumindest schon für 45 Minuten gereicht hat“, gesteht Mader im Gespräch mit LAOLA1.

Der defensive Mittelfeldspieler ging mehr als professionell mit den Umständen um und wartete geduldig auf seine Chance.

„Man hat selber nichts davon, wenn man sich hängen lässt, weil man einfach da sein muss, wenn sich die Gelegenheit bietet. So bin ich an die Situation heran gegangen. Das ist mir auch recht gut gelungen.“

Sechs Spieler rittern um zwei Plätze

Dass es bei einem Klub wie der Austria einen großen Konkurrenzkampf geben wird, war ihm bereits vor seinem Wechsel im Sommer bewusst.

In dieser Dichte allerdings nicht. Auf seiner Position im zentralen Mittelfeld kämpfen außer ihm noch Michael Liendl, Alex Grünwald, James Holland, Emir Dilaver und Peter Hlinka Runde für Runde um zwei begehrte Plätze in der Startelf.

Für den ehemaligen Rieder hat dieser Zustand aber auch positive Aspekte. “Der Konkurrenzkampf steigert die Qualität in der Mannschaft. Man muss in jedem Training Vollgas geben, denn sonst wird man am Wochenende nicht spielen. Es gibt kein Ausruhen. Deswegen ist eine gewisse Konkurrenz in der Mannschaft schon sehr wichtig. Wenn man sich dann aber auf der Tribüne wiederfindet, ist es natürlich nicht erfreulich und schon enttäuschend.“

„Aufstellung wird an Gegner angepasst“

Aufbauende Worte seien bei einer Nicht-Berücksichtigung unangebracht: „Wir haben einen großen und auch qualitativ sehr guten Kader. Dass die Spieler, die es dann trifft, enttäuscht sind, ist logisch. Daran würden auch große Erklärungen nichts ändern“, meint Mader.

Grundsätzlich weht, seitdem Ivica Vastic das Kommando übernommen hat, ein anderer Wind in Wien-Favoriten.

Für den 42-Jährigen sind die Trainingsleistungen und die taktischen Überlegungen ausschlaggebend, wer es schlussendlich in die Startformation schafft.

„Die Aufstellung wird auch an den Gegner angepasst. Es wird geschaut, wo die Stärken bzw. die Schwächen  des Gegners liegen. Je nachdem entscheidet der Trainer, welche Spieler am besten in die Mannschaft passen“, berichtet Mader.

Mader begrüßt Rotation

Dass dabei sehr viel rotiert wird und nicht so wie unter Karl Daxbacher quasi immer die gleiche Elf aufläuft, begrüßt der gebürtige Innsbrucker.

„Der Trainer gibt jedem die Chance, sich im Training zu beweisen.  Vielleicht will er durch das Rotieren auch die Motivation bei allen Spielern hoch halten. Damit jeder das Gefühl hat, bei guten Leistungen ins Team zurück zu kommen.“

Die neue, sehr disziplinäre und eher defensiv orientierte Spielweise sei ein logischer Schritt nach den vielen Gegentoren im Herbst gewesen und habe nur zum Teil mit den Abgängen von Nacer Barazite und Zlatko Junuzovic zu tun.

„Trainer ist mit der Defensive zufrieden“

„Der Hebel wäre so oder so an der Defensive angesetzt worden. Das hat man vom ersten Tag an gemerkt. Barazite und Junuzovic haben ja einen großen Teil der Vorbereitung noch mitgemacht. Es ist wichtig, dass man defensiv gut steht, man darf aber auch das Offensiv-Spiel nicht vergessen. Die richtige Balance macht es aus. Dass wir bisher sehr oft zu Null spielen, ist ein Resultat daraus. Der Trainer ist mit der Defensive sehr zufrieden“, berichtet der Cupsieger von 2011.

Auffällig ist, dass Spieler wie Marin Leovac, Florian Klein oder Emir Dilaver schon auf anderen Positionen als im Hebst aufgestellt wurden.

Wird man bald auch Mader in einer neuen Rolle zu sehen bekommen? „Meine Stärken liegen im zentralen Mittelfeld. Dort passe ich am besten hin. Wenn der Trainer aber meint, dass ich auf einer anderen Position helfen kann, wäre das kein Problem. Ich würde überall spielen.“

Denn eines ist klar, jede Sekunde, die Mader zum Einsatz kommt, ist eine gute Phase.

Martin Wechtl

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