Knaller geht von Admira-Lizenz in zweiter Instanz aus

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Die Admira ist in der Lizenzentscheidung der Bundesliga wieder einmal abgeblitzt.

Am Mittwoch wurde dem Tabellenachten der Fußball-Bundesliga vom Senat 5 der Liga die Spielgenehmigung für die kommende Saison in erster Instanz verwehrt.

Neben den Südstädtern erhielten auch der Kapfenberger SV und die Vienna aus der Ersten Liga keine Lizenzen.

Die Vienna wurde wegen Lizenzverstößen in der laufenden Saison darüber hinaus zu einem weiteren Punkteabzug von zehn Zählern verurteilt.

Protestfrist bis 12. Mai

Für die ohnedies vor dem Abstieg stehenden Döblinger ist der Klassenverbleib damit fix ad acta gelegt, sie werden keinen Protest gegen das Urteil einlegen.

Von den um die Lizenz ansuchenden Regionalligisten erhielt der SC Ritzing aus der Ostliga keine Spielgenehmigung.

Den Clubs bleibt nun eine zehntägige Protestfrist bis 12. Mai, danach wird das Protestkomitee, also die zweite Instanz, innerhalb von fünf Tagen eine Entscheidung treffen.

Damit ist der Instanzenweg innerhalb der Bundesliga abgeschlossen. Vereine, die auch danach noch ohne Lizenz dastehen, können Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht einreichen. Dieses wird dann bis spätestens 31. Mai entscheiden.

Admira: Lizenzverweigerung "erwartungsgemäß"

"Es ist erfreulich, dass knapp 90 Prozent aller Clubs, die sich um eine Lizenz beworben haben, diese bereits in erster Instanz erhalten konnten. Nun gilt es für die Clubverantwortlichen auf Basis einer verantwortungsvollen und ordnungsgemäßen Finanzgebarung, die sich stellenden sportlichen Herausforderungen im Rahmen eines planmäßigen Wirtschaftens zu bewältigen", erklärte der Vorsitzende des Lizenzausschusses, Thomas Hofer-Zeni, in einer Liga-Aussendung.

Gar nicht so groß war die Verwunderung bei der Admira. Die Maria Enzersdorfer - ihnen wurde die Lizenz bereits 2009, 2011 und auch im Vorjahr in erster Instanz verweigert - sahen dies "fast schon erwartungsgemäß und traditionell. Scheinbar sind uneingeschränkte Testate und Bestätigungsvermerke zweier unabhängiger Wirtschaftsprüfer auch heuer wieder nichts wert", schrieb der Verein auf Facebook.

Sponsorfragen bei KSV 1919 offen

Walter Knaller wurde hingegen vom Urteil überrascht. "Ich gehe davon aus, dass wir in zweiter Instanz die Lizenz erhalten werden", meinte Admiras Cheftrainer.

Nachdem der sportliche Abstieg zwei Runden vor Saisonende trotz fünf Punkten Abzug eben aufgrund von Lizenzverstößen abgewendet scheint, müssen die Admiraner damit erneut um den Klassenverbleib bangen.

Aus der zweithöchsten Spielklasse erhielt Kapfenberg keine Spielgenehmigung. Präsident Erwin Fuchs begründete dies mit noch fehlenden schriftlichen Zusagen von Stadt und Land.

"Das wurde heuer strenger behandelt, außerdem hat der eine oder andere Sponsor noch Hauptversammlung, wir können also einiges noch nicht schriftlich belegen", führte Fuchs aus.

500.000 bis 600.000 Euro seien deshalb schriftlich noch nicht abgesichert, mündliche Zusagen aber vorhanden. "Ich gehe davon aus, dass wir die Lizenz in zweiter Instanz erhalten", war Fuchs zuversichtlich.

Vienna legt keinen Protest ein

Die Lizenz bereits abgeschrieben hat man hingegen bei der Vienna. Den bereits im Vorjahr mit einem Abzug von drei Punkten bestraften Wienern wurde nicht nur die Spielgenehmigung verweigert, sie fassten auch einen weiteren Punkteabzug für die laufenden Saison aus.

Nach 32 Runden liegt das Schlusslicht nun abgeschlagen 21 Zähler hinter dem Neunten Horn.

"Mein Anwalt muss sich das Ganze noch anschauen, aber wir machen keinen Protest, nehmen zur Kenntnis, dass uns die Bundesliga nicht will. Es ist für uns besser, in der Regionalliga zu spielen als in der Ersten Liga weiter zu wursteln", erklärte Vienna-Präsident Herbert Dvoracek.

Der Senat-5-Vorsitzende Hofer-Zeni sah die Sanktionen "aufgrund der Missachtung erteilter Auflagen sowie Terminverzug und Bestimmungsverstößen" als "erforderlich" an.

Mehrere Infrastruktur-Auflagen

Wacker Innsbruck erhielt die Lizenz in erster Instanz samt einer bestehenden Finanz-Auflage. Quartalsmäßig müssen die Tiroler weiter einen Reorganisationsprüfbericht vorlegen.

Auffällig war darüber hinaus, dass mit Rapid (Flutlicht), Grödig (Medieneinrichtungen) und Wiener Neustadt (Flutlicht) drei Bundesligisten Auflagen im Infrastruktur-Bereich erhielten. Aus der Ersten Liga traf es diesbezüglich auch Aufsteiger Altach (Flutlicht).

"Im Sinne der Infrastrukturoffensive, die nicht zuletzt durch die im Jahr 2013 von den Clubs beschlossenen qualitativen Erweiterungen der Stadionbestimmungen verstärkt fortgesetzt wird, sind in den betreffenden Stadien noch vor Saisonbeginn 2014/15 Optimierungen erforderlich", erklärte Liga-Vorstand Christian Ebenbauer dazu.

Eine zeitgerechte Adaptierung muss bis Ende Juni erfolgen.

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