Eine Bewerbung an den Teamchef

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"Vier Tore sind mir noch nie gelungen"

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„Außer Form“, „Fremdkörper“, „Ladehemmung“.

Roland Linz musste sich medial in den vergangenen Wochen einiges anhören. Mit einem „Viererpack“ gegen Kapfenberg meldet sich der Austria-Stürmer nun eindrucksvoll zurück.

Exakt 50 Minuten benötigte der Steirer für seine Bundesliga-Treffer 73, 74, 75 und 76.

Der Beginn der Linz-Festspiele war in der 42. Minute, als der Goalgetter auf 2:0 stellte. In Minute 92 fixierte er nach einem lupenreinen Hattrick in nur 24 Minuten den 5:0-Sieg der Veilchen.

Balsam für die Seele

In Folge gab es Standing Ovations von den Rängen - Balsam auf die zuletzt angekratzte Seele. Dementsprechend glücklich präsentierte sich der „Man of the Match“ nach Spielende.

„Vier Tore in einem Spiel sind mir in der Liga noch nie gelungen. Ich freue mich sehr über die Tore, aber noch mehr über den Sieg, denn der ist für das Selbstvertrauen ganz wichtig“, gesteht der seit wenigen Tagen 30-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 .

Für den 39-fachen Internationalen war es ein denkwürdiger Tag. „Ich kann mich nicht erinnern, dass mir im Profibereich schon einmal vier Treffer in einem Spiel gelungen wären. Ich weiß nur, dass ich für die Admira einmal drei Tore gegen Pasching geschossen habe.“

Traurig über Nicht- Berücksichtigung im ÖFB-Team

Im Moment des Erfolgs erinnerte sich Linz aber auch an die dunklen Momente. Vor allem die Nicht-Berücksichtigung im ÖFB-Kader für die Länderspiele gegen Deutschland, Lettland und der Slowakei ist dem FAK-Kapitän ein Dorn im Auge.

„Als amtierender Torschützenkönig war es schon sehr traurig für mich, dass ich nicht einmal im Kader war.“

Beim EM-Qualifikations-Doppelpack Anfang September in Gelsenkirchen gegen Deutschland und in Wien gegen die Türkei soll sich das ändern.

„Ich versuche meine Leistungen zu bringen. Ich würde sehr gerne dabei sein und gehe auch davon aus, dass ich das nächste Mal wieder beim Team dabei bin. Die Entscheidung liegt aber beim Teamchef.“

Daxbacher erleichtert

Trainer Karl Daxbacher zeigte sich jedenfalls erleichtert, dass sein Stürmer die Torsperre in der Liga endlich durchbrochen hat.

„Grundsätzlich ist es egal, wer die Tore schießt. Aber ich weiß, dass Roland die Tore für sein Selbstvertrauen braucht und deshalb freue ich mich“.

Der Niederösterreicher konnte die Leistung seines Schützlings dennoch gut einordnen und bewertete auch nicht über.

„Rolands Dank muss an die Mannschaft gehen, die ihn so in Front gebracht hat, dass die vier Tore möglich waren.“

Dem violetten Feldherren war auch der Disput vor dem Elfmeter, der zum 3:0 führte, nicht entgangen.

Barazite verägert

Laut Daxbacher waren Barazite oder Liendl als Schützen vorgesehen. Doch Linz schnappte sich nach dem Elferpfiff sofort die Kugel und ließ keine Zweifel aufkommen, dass er den Strafstoß ausführen will.

Auch ein kleines Gerangel mit Teamkollegen Barazite brachte den ehemaligen Portugal-Legionär nicht aus dem Konzept. Der Niederländer gab schlussendlich frustriert auf und überließ seinem Kapitän die Ausführung des Elfers.

„Ich habe mich sehr gut gefühlt. Ich wusste, dass ich den Elfer verwerten werde, für mich war das ganz klar“, kommentiert Linz die Szene trocken.

Ob es für diese Aktion interne Konsequenzen für den Kapitän geben wird, wollte Daxbacher nicht verraten.

Wichtige Woche für FAK

Der Betroffenen machte sich darüber auch keine Gedanken, legte den Fokus lieber auf die kommenden Aufgaben.

Mit dem Europa-League-Playoff-Duell gegen Gaz Metan Medias am Donnerstag und dem Wr. Derby am Sonntag warten zwei echte Kracher.

„Die nächste Woche hat es in sich, die beiden Spiele sind für den Klub sehr wichtig. Wir freuen uns darauf.“

Und nach dem Kantersieg gegen die „Falken“ geht man mit breiter Brust in die Begegnungen. „Wir haben gegen Kapfenberg phasenweise schon sehr gut kombiniert. Natürlich kann es immer noch besser werden, aber ich bin zuversichtlich für die nächsten Spiele.“

Gegen die Rumänen und gegen den grün-weißen Erzrivalen werden seine Qualitäten im gegnerischen Strafraum wieder gefragt sein. Und womöglich sind sie auch bald im ÖFB-Team wieder erwünscht…

Martin Wechtl/Harald Prantl

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