Die letzten Erkenntnisse vor dem Spiel des Jahres

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Malmö, sie kommen.

Red Bull Salzburg feierte am Samstag mit einem klaren 5:0-Sieg gegen Altach eine gelungene Generalprobe für das Spiel des Jahres.

Am Mittwoch steigt im Swedbank Stadion zu Malmö das Finale um den erstmaligen Einzug in die Champions-League-Gruppenphase.

Das Hinspiel hatten die Österreicher 2:1 gewonnen. Nachdem auch Malmö am Samstag spielte, läuft der Countdown für den Showdown.

Die Bundesliga-Partie lieferte für Salzburg noch einmal Erkenntnisse.

  • DAS ALAN-TOR-COMEBACK

Es ist keine neue Erkenntnis, dass Salzburg vor Selbstvertrauen strotzt, aber mehr konnten die "Bullen" vor ihrem Spiel des Jahres in Schweden gar nicht mehr tanken. Der Meister spazierte zum sechsten Sieg im sechsten Liga-Spiel. "Altach wollte eigentlich nicht mitspielen, so war unser Eindruck. Das haben wir dankend angenommen", sagte Christian Schwegler nach der Partie. Salzburg brauchte gegen eine massive Abwehr allerdings einen berechtigten Elfer, um mit dem ersten Schuss auf das Tor von Goalie Kobras in Führung zu gehen. Danach lief es ohne Probleme. "An der ersten Hälfte gibt es nichts auszusetzen, da sind wir ein hohes Tempo gegangen, dass dann in der zweiten Hälfte rausgenommen wurde", fasste Trainer Adi Hütter zusammen. Salzburg fährt mit dem Punktemaximum als Tabellenführer nach Schweden - und mit einem Statement in Sachen Torverhältnis - 29:1. Liga-Rückkehrer Alan traf erstmals seit dem Bundesliga-Auftakt, gleich zwei Mal. "Es war wichtig für mich, nachdem ich davor Pech und den Mittelhandbruch hatte", so der Brasilianer, der zudem eine gute Chance ausließ und Lazaros 5:0 durch seinen abgeprallten Schuss auflegte.

  • DER ILSANKER-VERSUCH

Altach war vor 8.734 Zuschauern freilich nicht der ideale Test-Gegner für das Malmö-Spiel, in dem die Schweden ein Tor erzielen müssen, dennoch konnte und musste auch wieder etwas getestet werden. Denn nachdem fünf der sechs Innenverteidiger für diese Partie nicht in Frage kamen, spielte Stefan Ilsanker zum ersten Mal seit dem 3:2 bei der Admira im April wieder von Beginn an im Abwehrzentrum. "Sollten Martin (Hinteregger) und Franz (Schiemer) nicht spielen können, wäre Stefan eine Möglichkeit", wollte Hütter seinem defensiven Mittelfeldspieler dort Spielpraxis geben. "Er hat eine Klasse-Leistung gebracht", befand der Coach. Diese Lösung bietet sich auch deswegen an, weil Naby Keita für die Aufgabe im zentralen Mittelfeld bereits bereit scheint. Peter Ankersen, der für den verletzten Andreas Ulmer am Mittwoch auflaufen wird, hatte bei seiner Generalprobe für Malmö einen kleinen Aussetzer, den Goalie Peter Gulacsi bereinigte. Von der Stammelf der vergangenen Saison schonte Hütter nur Christoph Leitgeb, der wie Marcel Sabitzer auf der Bank Platz nahm. Wichigste Erkenntnis: Ab der Abwehr aufwärts hat Hütter mit Keita, Sabitzer und auch Massimo Bruno (drittes Saisontor) wirkliche Alternativen zur Verfügung - nämlich auch Malmö-würdige.

  • DIE STEHENDE NULL

Wenn in Malmö die Null steht, steht Salzburg in der Champions-League-Gruppenphase. In der Liga klappt dies bislang praktisch hervorragend. Seit dem von Ankersen verursachten Elfmeter in der Nachspielzeit der ersten Partie gegen Rapid (6:1) bekam Salzburg in der Liga kein Gegentor mehr. Was zum einen nicht gerade für die Liga spricht, zum anderen aber schon für die Defensivleistungen der Salzburger. "Das ist schön, auch hinsichtlich Malmö", freute sich Hütter. Die Altacher waren allerdings kein wirklicher Maßstab, die wenigen Halbchancen, die sie hatten, bekamen sie, als Salzburg schon zwei Gänge heruntergeschaltet hatte. Gulacsi, der vor seinem Fauxpas am Dienstag drei Mal glänzend hielt, wirkte wieder souverän. Die Vorarlberger hatten allerdings auch den Hang zum zentralen Abschluss.

  • DER ERFOLGREICHE GEGNER

Die "Himmelblauen" hatten am Samstag ebenfalls ihre Generalprobe für ihr Spiel des Jahres und bezwangen den Drittletzten Norrköping letztlich klar 3:0. Die Hausherren spielten ab Minute 28 in Überzahl, nach dem Seitenwechsel erzielten Hinspiel-Torschütze Forsberg (65.), Thelin nach Forsberg-Assist (67.) und Elmander (86.) die Tore. "Wir waren geduldig", sagte Malmö-Trainer Aare Hareide, der ebenfalls den Großteil seiner Stammelf brachte und lediglich auf Simon Kroon im rechten Mittelfeld und Innenverteidiger Erik Johansson gänzlich verzichtete. Sein zentraler Mittelfeldspieler Markus Halsti kam nach der Pause. Dafür standen mit Thelin, Markus Rosenberg und Magnus Eriksson drei echte Stürmer am Platz. "Es sind erst 90 Minuten gespielt und ein 1:0 ist kein unmögliches Ergebnis", sagte Hareide vor dem Rückspiel. Doch in der Ära Rangnick erzielte Salzburg nur zwei Mal in einem Europacup-Spiel kein Tor, zuletzt beim 0:0 in Basel. Dieses Ergebnis würde zum Verwirklichen des großen Traums schon reichen.

 

Bernhard Kastler

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