Leitner: Schlimmer ging's nimmer

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"So etwas ist mir in meinem Leben noch nie passiert"

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"Eiertor" oder "Steirertor".

Begriffe, die einen Gegentreffer beschreiben, bei dem der Torhüter ganz besonders schlecht aussieht.

Selbst für erfahrene Torhüter ist so ein Fauxpas eine Demütigung. Mit einem Schlag werden oft Glanzparaden vergangener Spiele vergessen gemacht.

Wie hart muss es also erst für einen 18-Jährigen sein? "Es ist so schlecht gelaufen, wie man es sich nicht vorstellen kann", spricht Admiras Andreas Leitner bei LAOLA1 mit gesenktem Haupte über seine Leistung beim 0:3 gegen Ried.

In Mattersburg ohne Chance

Spulen wir zurück. Der Südstädter Stammtorhüter Patrick Tischler sah gegen Mattersburg wegen Torraubs die Rote Karte. Dieser Platzverweis rief Ersatztormann Leitner auf den Plan und verschaffte dem Jungspund seinen erste Bundesliga-Einsatz.

Beim fälligen Elfmeter kassierte er das 0:1. In der zweiten Halbzeit folgten die Gegentreffer Nummer zwei und drei. Tore, bei denen der Schlussmann keine Chance hatte.

Im Gegenteil: Mit guten Paraden verhinderte er eine höhere Niederlage.

Erster Fauxpas in erster Minute

Weil Tischler vom Bundesliga-Strafsenat für ein Spiel gesperrt wurde, folgte gegen Ried die Bewährungsprobe, Leitners Startelfdebüt.

Doch bereits nach 55 Sekunden waren alle guten Vorhaben über den Haufen geworfen. Marco Meilinger versuchte es aus spitzem Winkel, Leitner griff daneben und das Leder landete im Netz. Ein klarer Tormannfehler.

Man sollte meinen, schlimmer geht es nicht. Ging es doch. In Minute 41 wollte der Debütant den Ball an der Torauslinie abfangen, ließ diesen aber aus. Gartler war zur Stelle und traf ohne Probleme ins leere Tor.

Gartler nutzte den Patzer eiskalt aus

Wie geht es weiter?

In der nächsten Runde wartet auf den Keeper wieder die Ersatzbank, womit er aber kein Problem hat. "Stand der Dinge ist, dass ich die Nummer zwei bin."

"Ich habe gespielt, weil der Tischi gesperrt war und erwarte somit, dass er gegen Innsbruck wieder im Kasten steht."

Mit seiner Leistung empfahl sich der Leobener natürlich nicht gerade für höhere Aufgaben. Den Kampf gibt er aber keineswegs auf.

Weiter Konkurrenz im Frühjahr?

"Im Frühjahr wird wieder angegriffen und auf das Ziel hingearbeitet, langfristig die Nummer Eins im Admira-Tor zu werden."

Was genau "langfristig" für ihn bedeutet, beantwortet er mit einem verschmitzten Lächeln: "Ich habe bis 2015 Vertrag, aber das Ziel ist, natürlich schon davor die Einserposition zu erobern, so früh wie möglich."

Das könnte sich aber ab dem Frühjahr weiter erschweren, soll doch WAC-Ersatzkeeper Marco Knaller laut "Kleine" ein Thema in der Südstadt sein.

 

Matthias Nemetz

Leitner sucht keine Ausreden

"Mir sind Fehler unterlaufen, die mir in meinen Leben noch nie passiert sind", blickt der gebürtige Steirer zurück.

Auf die Frage, ob vielleicht auch die schlechten Platzverhältnisse schuld an den Gegentreffern seien, stellt er klar: "Der Platz darf keine Ausrede sein. Die Fehler gehen ganz klar auf meine Kappe, da braucht man nicht diskutieren."

Verarbeitet habe er die Missgeschicke allerdings schon sehr gut. "Man muss diese Fehler, so schwer es auch ist, akzeptieren. Es ist passiert und abgehakt. Der Blick geht schon wieder nach vorne."

Keine Kritik vom Trainer

Wie reagiert ein emotionaler Coach wie Didi Kühbauer auf die Missgeschicke? So mancher würde meinen, Schreianfälle und Schimpftiraden wären die Folge. Keineswegs!

"Von Trainerseite ist gar keine Kritik gekommen", stellt der U19-Nationaltorwart fest. „Ich habe weiterhin die volle Rückendeckung und Unterstützung.“

Nach dem 0:3 konnte man allerdings einige Spieler beobachten, die ihrem Unmut mit Gestiken und Worten freien Lauf ließen. "Sowas ist während dem Spiel irgendwo klar. Man ist selber enttäuscht und die Mannschaft ist enttäuscht. In der Emotion kommt das dann vor", ordnet er dem keine große Bedeutung zu.

"Nach der Partie war das vergessen. Ich habe mit ein paar Mitspielern gesprochen und die Sache ist gegessen."

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