"Nur ausbilden und verkaufen, geht nicht"

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Bleibt alles anders?

Wer beim SV Mattersburg große Veränderungen sucht, ist wieder einmal fehl am Platz.

Die Burgenländer setzen wie schon in den Jahren zuvor auf Kontinuität. Das fängt bei Trainer Franz Lederer, der bereits seit 2005 das Amt des Chefcoachs ausübt, an und hört beim Kader auf.

„Das ist unser Leitbild. Bei uns werden nicht jede Saison neue Bilder an die Wand geworfen. Die Gesichter bleiben bei uns die gleichen. Sie werden nur erwachsener und reifer“, erklärt Lederer im Gespräch mit LAOLA1.

Nach oben orientiert

Der 48-Jähirge ist mit der Entwicklung seiner Elf zufrieden. „Wir haben seit 2008 einen permanenten Umbruch. Die Mannschaft wurde verjüngt, heimische Kicker erhielten ihre Chance.“

Nachdem man die letzten Saisonen immer im unteren Drittel der Tabelle angesiedelt war, sollen bald wieder rosigere Zeiten unter den Pappeln anbrechen.

„Wir haben uns im vergangenen Jahr speziell in der Defensive und im Spielaufbau verbessert. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen und über kurz oder lang wieder an den Europacup-Plätzen schnuppern.“

Seidl als Paradebeispiel

Dass beim SVM durchaus gut gearbeitet wird, zeigt das Beispiel Manuel Seidl. Der 23-Jährige machte stets einen Schritt nach vorne und avancierte in der abgelaufenen Saison zum Denker und Lenker im Team der Mattersburger.

„Es ist alles ganz schnell gegangen. Als ich 2007 zu den Amateuren gekommen bin, hätte ich nie gedacht, dass mir so schnell der Aufstieg zu den Profis gelingt. Das war ein Traum“, erinnert sich der Niederösterreicher zurück.

Bereits im Juli 2008 gab Seidl sein Debüt in der Kampfmannschaft und hat mittlerweile schon 126 Bundesliga-Spiele am Buckel.

Keine Wechselabsichten

Seine konstant starken Leistungen sind auch anderen Vereinen nicht entgangen. Zuletzt wurde sein Name immer wieder mit Sturm Graz in Verbindung gebracht.

„Ich habe davon gelesen. Das hat mich gefreut. Es zeigt, dass durch gute Leistungen andere Vereine auf dich aufmerksam werden. Ich hoffe, es geht so weiter.“

Wechselabsichten hegt der Mittelfeld-Stratege allerdings keine - vorerst. „Ich habe noch ein Jahr Vertrag plus Option. Ich fühle mich hier sehr wohl. Das Umfeld ist super. Ich sehe derzeit absolut  keinen Grund für einen Wechsel“, meint Seidl, mit dem Zusatz: „Das Ausland ist natürlich ein großes Ziel. Ich hoffe, dass dieser Traum irgendwann in Erfüllung gehen wird.“

„Nur ausbilden und verkaufen, geht nicht“

Lederer freuen die Aussagen seines Schützlings: „Manuel ist trotz seiner zahlreichen Einsätze immer noch ein junger Bursch. Er ist vernünftig, weiß, dass es Sinn macht, hier ein gestandener Profi zu werden. Dann kann man ins Ausland gehen. Aber nicht als Ergänzungsspieler, sondern als Stammspieler a la Junuzovic, der bei Werder Bremen sofort gespielt hat. Das macht für alle Beteiligten am meisten Sinn.“

Denn der längstdienende Trainer der Bundesliga würde Mattersburg nicht als reinen Ausbildungsverein bezeichnen. „Nur ausbilden und verkaufen, geht nicht. Wir wollen kein Durchhaus-Verein sein. Spieler zwei, drei Jahre auszubilden und dann für ein Kleingeld abzugeben, ist nicht unsere Sache. Denn dann würden wir wieder bei Null anfangen.“

Nicht um jeden Preis

Andererseits gibt der gelernte Postler zu, dass es schön wäre, wenn der Klub wieder einmal Geld mit einem Spieler machen würde. Schließlich wurde seit dem Abgang von Christian Fuchs im Sommer 2008 kein Akteur mehr gewinnbringend verkauft.

Lederer hat jedoch auch bei diesem Thema eine ganz genaue Vorstellung. „Zum Schleuderpreis wird keiner gehen, nur damit er dann im tollen Ausland sein Geld verdient. Natürlich wollen wir auch Profit schlagen, aber dafür muss der richtige Klub kommen."

Klingt so, als würde in Mattersburg weiter alles anders bleiben…

Martin Wechtl

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