Niko Kovac: Der logische Nachfolger

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Es war ein Kampf gegen Windmühlen. Ein Kampf, den Ricardo Moniz eigentlich nie gewinnen konnte.

Vielleicht passte er auch nicht in die Welt von Red Bull.

Jemand, der Arbeit und Akribie vor Glitz und Glamour stellt; jemand, der 24 Stunden für den Fußball, das eigentliche Kerngeschäft, lebt, konnte möglicherweise gar nicht funktionieren.

Interner Gegenwind

Intern gab es schon lange heftigen Widerstand gegen den Niederländer.

Spieler wie Mitarbeiter sollen sich immer wieder abwertend über den 47-Jährigen geäußert haben.

Rückendeckung hatte Moniz kaum. Zu „Big Boss“ Dietrich Mateschitz gab es so gut wie keinen Kontakt, nicht einmal Glückwünsche zum Double bekam der Erfolgscoach.

Stattdessen wurde er torpediert, wo immer es auch ging.

Neuer Vereinsarzt als Stolperstein

Vor allem mit der medizinischen Abteilung stand Moniz auf Kriegsfuß.

Er hielt die Methoden im Diagnostik- und Trainingszentrum in Thalgau teilweise für veraltet und war auch mit den Heilungsverläufen der Langzeitverletzten nicht zufrieden.

Als sich dann auch noch der neue Vereinsarzt Markus Klein, der den langjährigen und angesehenen Helmut Klampfer ablöste, in die Trainingsplanung von Moniz einmischen wollte, zog der Fußballlehrer die Konsequenzen und schmiss das Handtuch.

Ein Schritt, der für viele ohnehin nur eine Frage der Zeit war.

Ansprechstation Nummer eins

Schon seit 2006 ist der 40-Jährige ein „Bulle“, hat seitdem von Spieler über Juniors-Coach bis hin zum Co-Trainer alle Stationen durchgemacht.

In letzterer Funktion hatte er auch großen Anteil am Double, war für viele Spieler die erste Ansprechstation, wie Stefan Maierhofer bestätigt.

„Weil Kovac so viel mit mir spricht und mir als Mensch und als Trainer enorm viel geben kann. Er hat als Spieler mehr erlebt und erreicht als Moniz – sorry, aber das ist einfach so.“

Kovac als logischer Nachfolger

Nun steht Salzburg also sieben Jahre nach dem Einstieg von Red Bull erneut vor einem Neubeginn.

Wer das Amt von Moniz übernimmt, ist noch unklar.

Alles andere als Niko Kovac als neuer Cheftrainer wäre allerdings eine Überraschung.

Der gebürtige Kroate ist der logische Nachfolger, kennt den Verein bestens und genießt bei den wichtigen Mitarbeitern ein hohes Ansehen.

Der Deutsche war schon im Winter ein Thema, allerdings wurde sein Besuch damals in der Mozartstadt missinterpretiert. Rangnick ist nur regelmäßig in der Gegend, weil er seinen Zahnarzt im angrenzenden Bayern hat. Zu haben wäre der 53-Jährige aber noch. Angebote von Hertha BSC Berlin und West Bromwich lehnte er zuletzt ab, ein langfristiges Engagement bei Red Bull könnte ihn jedoch reizen. Rangnick hat schon bei Hoffenheim bewiesen, dass er einen kontinuierlichen Aufbau bewerkstelligen kann.

Der Wiener wäre die konzerninterne Lösung, allerdings ist ein fliegender Wechsel von Leipzig nach Salzburg wie LAOLA1 erfuhr nahezu ausgeschlossen. Pacult hat schon im Frühjahr bekräftigt, bei Rasenballsport zu bleiben, unabhängig davon wie die Saison endet. Und trotz des verpassten Aufstiegs genießt der Ex-Rapid-Coach bei Mateschitz ein hohes Ansehen, Angst vor einer Entlassung muss er also (vorerst) nicht haben. Für ein Engagement bei Salzburg würde sprechen, dass er die Liga bestens kennt und auch internationale Erfahrung vorweisen kann.

  • Walter Kogler

Bei Wacker Innsbruck muss sich der gebürtige Kärntner immer wieder nach der Decke strecken, aus minimalen Mitteln das Maximum herausholen. In Salzburg sind die Möglichkeiten dagegen riesig. Kogler soll auch gute Kontakte zu Mateschitz haben und ist immer wieder ein gern gesehener Gast beim „Sport und Talk“ im Hangar 7. Zudem wäre der 44-Jährige bestens mit der heimischen Liga vertraut, könnte also den eingeschlagenen Weg fortsetzen.

  • Walter Schachner

Die „Salzburger Nachrichten“ bringen auch Walter Schachner ins Spiel. Offenbar steht der 55-Jährige schon länger auf der Red-Bull-Wunschliste, nach dem Zwangsabstieg des LASK wäre er nun kostenlos zu haben. Allerdings dürfte der Steirer maximal Außenseiter-Chancen haben. Alles spricht für Niko Kovac als neuen Bullen-Dompteur.

Kurt Vierthaler

Die Lizenz zum Trainieren

Kovac selbst will das gar nicht bestreiten, hat aber für sein spezielles Standing eine Erklärung: „Ich habe erst vor drei Jahren aufgehört und fühle mich nach wie vor als Fußballer. Ich kann mich gut in die Spieler hineinversetzen, kenne die Gemütslagen bestens. Das Verhältnis zu den Jungs ist sehr ausgeprägt, da ich mit vielen zusammen oder gegen sie gespielt habe.“

Seit kurzem ist Kovac zudem im Besitz der UEFA-Pro-Lizenz, könnte also problemlos eine Etage hinauf rücken.

Neben dem RBS-Urgestein machen aber auch andere Namen die Runde. Andere Alternativen wie Franco Foda oder Peter Stöger sind hingegen vom Markt.

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