Den Salzburger Weg gegangen

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Freilich war es nur ein Test. Dennoch fühlten sich die Beobachter der Salzburger Startelf beim konzern-internen Premieren-Duell mit Leipzig (3:3) bemüßigt, hinsichtlich des RBS-Mittelfelds eher vom Kälber- als vom Bullenstall zu sprechen.

Immerhin blieben David Atanga, Valentino Lazaro, Masssimo Bruno und Konrad Laimer zumindest im Durchschnitt (18,5) über der Volljährigkeitsgrenze.

Auch wenn diese Formation wohl eher nicht so schnell in einem Pflichtspiel zu sehen sein wird, wird der Hang zur Jugend beim Meister auch nach den Abgängen von Kalibern wie Kevin Kampl, Alan oder Sadio Mane weiter großgeschrieben.

Allen voran Laimer, der mit seinen zarten 17 Jahren der Jüngste bei Red Bull Salzburg ist. Er ist das beste Beispiel dafür, dass es ob der von Sportchef Ralf Rangnick und Nachwuchs-Chef Ernst Tanner forcierten Durchgängigkeit sehr gut möglich ist, sich den Weg nach oben zu bahnen. Das war früher nicht immer so.

Mein Lebensgefährte das Ballnetz

Wenn es etwas zu tragen gibt, dann muss er zupacken. „Das gehört nun mal dazu, das passt schon so“, zuckt Laimer im Gespräch mit LAOLA1 lächelnd mit den Schultern.

Doch im Trainingslager in Doha werde es ohnehin nicht viel zum Schleppen geben. In der hochmodernen Aspire Academy werden den Teams alle Wünsche von den Augen abgelesen. „Die Voraussetzungen hier sind super“, versteht Laimer, warum es viele große Klubs in die Hauptstadt des Wüstenemirats Katar zieht.

Obwohl er der Jüngste des im Schnitt 23,2 Jahre alten Kaders (jüngstes Bundesliga-Team) ist, hat er in Sachen Red Bull schon einige Jahre auf dem Buckel. Denn die Profi-Mannschaft ist für den Mittelfeldspieler bloß die nächste Station auf dem vorgezeichneten Salzburger Weg.

Weggabelungen

Seit der U10 kickt er bereits dort, durchlief die Jugendmannschaften samt Akademie. Über Kooperationsverein Liefering landete er schließlich diesen Sommer beim Meister und ist dort bislang sieben Mal (4xBundesliga, 2xEuropa League, 1xCup) zum Einsatz gekommen, was sich sehen lassen kann.

„Dieser Weg hätte für mich bisher nicht besser verlaufen können“, ist er hochzufrieden mit seinen bisherigen Entscheidungen.

Während in den vergangenen Jahren vermehrt Nachwuchsspieler früh ins Ausland gingen, wählte Laimer ganz bewusst die österreichische Variante. „Aufgrund der neuen Red-Bull-Akademie glaube ich nicht, dass es irgendwo recht viel bessere Voraussetzungen gibt. Vor allem, was die Jugendarbeit betrifft“, so Laimer, der sich darüber im Klaren ist, dass am Ende beider Varianten Erfolg und Misserfolg stehen können.

Sein nächstes Ziel liegt auf der Hand: „Sich bei den Profis zu etablieren.“ Dazu ist neben den Tipps, die er sich von Mitspielern und Trainern („An meiner Torgefahr und Robustheit muss ich noch arbeiten.“) holt, natürlich Spielpraxis unbedingt notwendig.

Obwohl bei Red Bull Salzburg das Niveau ein recht hohes ist, sieht er sich diesbezüglich in der Mozartstadt gut aufgehoben. „Man sieht, dass viele Spieler die Chance bekommen haben, nach oben zu kommen.

Daran erkennt man, die Durchlässigkeit für uns Junge ist gegeben. Das hilft Spielern wie mir, wenn man das Vertrauen vom Verein bekommt.“
Zumal es mit Liefering eine Alternative in der zweithöchsten Spielklasse gäbe. „Aber letztlich wird es darauf ankommen, wie ich mich weiterentwickle. Ob ich Stammspieler werde, ob ich verliehen werde…das kann man jetzt alles noch nicht sagen“, will er nicht zu weit vorausdenken.

Laimers noch unbrauchbare Version

Die Gegenwart für Laimer heißt bis 2. Februar noch Trainingslager in Doha. Dort teilt er sich das Zimmer mit Ersatz-Torwart Alex Walke.

Zurück in Salzburg wird er neben dem Fußball auch weiter die Schulbank drücken. „Am BFI mache ich den Lehrabschluss zum Bürokaufmann und Sportadministrator.“ Dies sind aber schon fast die einzigen Gedanken, die bei ihm nichts mit Fußball zu tun haben.

Schließlich ist er mit der Tochter von Mustapha Mesloub, einem Nachwuchs-Coach von Red Bull sowie Betreuer von Massimo Bruno, liiert und zockt mit seinen Kumpels im Internat gerne FIFA auf der Playstation. „Mit verschiedenen Teams, aber am häufigsten mit dem BVB und Liverpool.“ Ihn selbst als spielbarer Charakter gibt es erst im Online-Kader. „Mit dem kann man aber nicht wirklich spielen, weil der noch nicht einmal so richtig laufen kann“, lacht er.

Wohin ihn der Red-Bull-Weg, den er dank des kürzlich geschafften Führerscheins nun auch fahren kann, noch führt, steht in den Sternen. Leipzig halte er da sicherlich für eine relevante Option.

„Aber natürlich ist es für jeden jungen Spieler ein Traum, irgendwann einmal bei einem größeren Klub im Ausland zu spielen. Ganz egal, ob jetzt in Deutschland, England, Italien oder Spanien. Aber das ist noch sehr weit weg.“

Aus Doha berichtet Reinhold Pühringer

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