"Stellen wir die Fehler nicht ab, haben wir es schwer!"

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Walter Kogler ist ein äußerst besonnener Mensch. Ruhig, ausgeglichen, sachlich, analytisch.

Zum Vulkan wird er höchstens am Spielfeldrand, Emotionen zeigt er lediglich in der Coaching Zone.

Außerhalb davon wird man den Kärntner nie Himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt erleben.

Kogler ist einfach schon zu lange im Geschäft, als dass er sich von Momentaufnahmen blenden ließe.

Chance gegen Neustadt verabsäumt

Darum sieht er auch den Fehlstart des FC Wacker relativ gelassen.

„Wir hätten uns eigentlich erwartet, dass wir uns in diesem Jahr leichter tun. Aber momentan stecken wir unten drin.“

Gerade die 2:3-Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Wiener Neustadt hat die Tiroler wieder zurückgeworfen.

„Wir hatten die Möglichkeit, uns Richtung Mittelfeld zu verabschieden. Das haben wir leider verabsäumt“, meint der 44-Jährige nüchtern.

„Wir sind zu fehleranfällig“

Die Gründe, warum er mit seiner Truppe aus fünf Spielen nur drei Punkte geholt hat, hat Kogler schnell gefunden.

„In erster Linie sind wir zu fehleranfällig, gerade in der Verteidigung. In der Bundesliga wird das eben beinhart bestraft. Wenn wir diese Fehler nicht abstellen können, werden wir es schwer haben.“

Dass es Wacker so oder so schwer haben wird, haben viele Experten schon vor dem Saisonstart prophezeit.

Abgänge wurden nicht kompensiert

Der Umbruch wäre zu radikal, die Mannschaft zu unerfahren, der Aderlass an Routiniers (Bea, Burgic, Harding) zu groß.

„Aufgrund der Konstellation war es notwendig, diese Spieler abzugeben“, spricht Kogler das klamme Budget an, „wir hatten gehofft und auch geglaubt, dass wir das intern auffangen können. Bis jetzt ist das aber leider noch nicht gelungen.“

Und weil Wacker den Anschluss an die obere Hälfte nicht komplett verlieren will, könnte sich bis zum Ende der Transferphase (31. August) noch etwas tun.

Ein bis zwei Spieler sollen noch kommen

Gesucht wird mindestens ein Spieler – im Idealfall sogar zwei -, die der Defensive die nötige Stabilität verleihen.

„Wir müssen uns zusammensetzen und schauen, ob eine Möglichkeit besteht, noch nachzurüsten. Bei uns ist das ja nicht so einfach. Wenn es aber noch eine Möglichkeit gibt, dann wird sicher noch etwas passieren“, so Kogler.

Gerade im Hinblick auf die nächsten Wochen wären Verstärkungen dringend notwendig, immerhin heißen die nächsten drei Gegner Austria, Salzburg und Sturm.

Muss Kogler um seinen Job bangen?

Im „Worst case“ steht Wacker vielleicht auch nach diesen drei Begegnungen bei nur drei Punkten da – und Kogler bald ohne Job?

„Ach, was. Meine Person steht da ganz an letzter Stelle. Es geht in erster Linie darum, eine vernünftige Saison zu spielen. Und ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir uns mit dem aktuellen Kader gegen die anderen Mannschaften, die hinten drin stehen, durchsetzen werden. Außerdem bin ich jetzt das fünfte Jahr bei Wacker und brauche niemanden etwas beweisen.“

Doch das Umfeld in Innsbruck gilt als ungeduldig und lechzt nach Erfolgen.

"… dann sind das Träume"

Gerade im Jubiläumsjahr – Wacker wird 2013 100 Jahre alt – träumen viele von den alten Zeiten, ergo auch von den alten Erfolgen.

„Die Erwartungen müssen jedoch immer mit den zur Verfügung stehenden Mitteln übereinstimmen“, stellt Kogler klar.

„Wenn das nicht übereinstimmt, dann sind das Träume. Man darf natürlich träumen, aber man muss sich bewusst sein, dass es eben Träume sind.“

Walter Kogler lebt ohnehin lieber in der Realität. Und in der ist vorerst einmal Abstiegskampf angesagt.

Kurt Vierthaler

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