Knaller: "Christoph ist ein Einfädler"

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Schick, Thürauer, Toth und Sulimani statt Schweinsteiger, Ribery, Sneijder und Eto’o.

Christoph Knasmüllner ist zurück in Österreich.

Nach jahrelangen Gastspielen im Ausland bei Bayern München, Inter Mailand und zuletzt beim FC Ingolstadt heuerte der mittlerweile 22-Jährige Anfang Juni für zwei Jahre bei der Admira an.

„Es ist für mich eine zweite Chance. Ich bin sehr froh hier zu sein“, erzählt der Wiener im Gespräch mit LAOLA1.

Bereits mit 16 Jahren, als er 2008 von der Wiener Austria den Sprung zu den Bayern schaffte, galt er als Riesentalent.

Ihm traute man eine ähnliche Karriere wie David Alaba zu.

Fehler gemacht

Doch er machte Fehler, hatte es zu eilig, den Durchbruch zu schaffen.

Obwohl er Stammspieler bei den Bayern-Amateuren war, verließ er den deutschen Rekordmeister in der Winterpause der Saison 2010/11 und schloss sich Inter Mailand an.

Dort kam der Offensivspieler in der Primavera-Mannschaft in einem halben Jahr jedoch nur zu acht Einsätzen.

„Dieser Wechsel war im Nachhinein ein Fehler. Ich würde ihn gerne rückgängig machen. Ich habe mir das anders vorgestellt, habe nicht viel nachgedacht, als ich Inter Mailand gehört habe. Ich war vielleicht etwas naiv“, gesteht Knasmüllner.

„Gibt immer Sachen, die man sich vorwerfen kann“

Doch selbst die darauffolgende Rückkehr nach Deutschland  zu Ingolstadt zu Beginn der Saison 2011/12 brachte nicht den erhofften Durchbruch.

Im letzten Jahr pendelte der Österreicher zwischen Ersatzbank und zweiter Mannschaft.  „Es ist schwierig zu sagen, warum ich nicht zum Zug gekommen bin. Jeder Trainer hat eben unterschiedliche Ansichten. Es gibt Spieler, die öfter spielen und welche, die das nicht so oft tun. Ich habe im Training jedenfalls immer Vollgas gegeben.“

Der ehemalige ÖFB-Nachwuchsspieler gibt aber auch Fehler zu: „Es gibt immer Sachen, die man sich vorwerfen kann: Mehr reinhauen, positiver Denken, immer Vollgas geben.“

Jetzt habe sich seine Einstellung geändert. „Früher war ich etwas nachlässig, aber das gehört der Vergangenheit an. Ich weiß, was ich kann.“

„Er hat mir das Vertrauen gegeben“

Ein radikaler Neustart soll jetzt eben in der Heimat bei der Admira erfolgen. Und Knasmüllner hat ein gutes Gefühl bei den Südstädtern.

„Ich habe mich mit Trainer Walter Knaller getroffen. Er hat mir das Vertrauen gegeben. Es war ein gutes Gespräch und deswegen bin ich jetzt hier.“

Der Admira-Coach sieht es als seine Mission, den Rohdiamanten namens Knasmüllner zu schleifen und den Spieler wieder auf Kurs zu bringen:  „Das ist ein Fußballer, der den großen Durchbruch nicht geschafft hat, aber sehr viel Talent besitzt. Was macht man? Man gibt ihn zu einem Verein, wo er die Plattform bekommt. Wir sind in Österreich dafür eine sehr gute Adresse.“

„Christoph ist ein Einfädler“

Die 56-jährige Admira-Legende hat bereits genaue Vorstellungen, wie sie seinen Neuzugang einsetzen wird: „Christoph ist ein Einfädler, jemand, der sehr schnell Lösungen findet. Das kann für den Gegner schmerzhaft sein. Die 10er-Position wäre dafür ideal. Wir gehen aber davon aus, dass er auch über die Flügel etwas bewirken kann. Dauerhaft ist er aber sicher kein Flügelspieler. Ich erwarte mir jedenfalls, dass er sich steigert und seinen Weg geht. Dann kann er der Mannschaft viel helfen.“

Primär möchte der Mittelfeld-Stratege nach den vielen Jahren der Enttäuschungen nur eines: Fußball spielen.

„Spielpraxis ist das Wichtigste. Ich will zeigen was ich kann und auch Verantwortung übernehmen.“

Läuft diesmal alles nach Plan, könnte auch wieder das Ausland ein Thema sein. „Es kann schon sein, dass die Admira eine Zwischenstation ist. Immerhin haben sich einige hier für höhere Aufgaben empfohlen. Ich möchte mich auch beweisen, dann wird man weitersehen.“

 

Martin Wechtl

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