"Salzburgs einziges Problem"

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"Liga ist das einzig große Problem von Salzburg"

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Noch fühlt sich Florian Klein im ÖFB-Camp in Seefeld als Salzburg-Spieler.

So richtig startet das Abenteuer VfB Stuttgart erst mit dem Vorbereitungsstart, auch wenn in der Schwaben-Metropole bereits eine neue Bleibe gefunden ist und die Planung für die Übersiedlung auf Hochtouren läuft.

Vor einigen Wochen hat der Oberösterreicher im LAOLA1-Interview erklärt, warum er seinen Noch-Arbeitgeber auf dem Level eines deutschen Bundesligisten sieht.

Mit ihrer Spielweise wussten die Salzburger in der Double-Saison zu beeindrucken, das Ausscheiden in der Europa League war ein denkbar unglückliches. Die Rahmenbedingungen können sich ebenfalls sehen lassen.

"Ein riesengroßes Problem"

Dennoch ist der nächste Schritt über die Landesgrenzen hinaus fällig. In einem wesentlichen Punkt taugt der Vergleich von RBS und deutscher Bundesliga nämlich gar nicht, auch wenn die Mozartstädter nicht wirklich etwas dafür können.

Klein: „Ich denke, das einzig große Problem von Red Bull Salzburg ist, dass sie innerhalb dieser Liga spielen. Viel besser, als wir es im letzten Jahr gemacht haben, kann man nicht spielen. Auch wenn du Champions League oder Europa League schaust, gibt es keine Mannschaft, die im Pressing solch eine Intensität hatte. Aber ich denke, dass es nicht gerade förderlich ist, wenn du bei Spielen in Grödig oder Wiener Neustadt ins Stadion kommst, du hast fast keine Tribünen und es sind nur 1000 oder 2000 Leute dort. Darum sehe ich das als einziges Problem von Salzburg, das aber ein riesengroßes Problem ist.“

Die Infrastruktur- oder „Dorfverein“-Debatte bezüglich der Bundesliga ist keine neue. „Dies ist auch überhaupt nicht abwertend gegenüber diesen Vereinen gemeint“, will der Rechtsverteidiger die sportliche Qualifikation besagter Klubs auch gar nicht in Frage stellen.

Aber auch sportlich sind die „Bullen“ der Konkurrenz, die in den vergangenen Jahren trotz finanzieller Salzburger Überlegenheit den einen oder anderen Meistertitel verbuchen konnte, derzeit enteilt.

Mehr Gegenwehr erforderlich?

Mehr Gegenwehr in der Liga könnte auch den internationalen Ambitionen Salzburgs hilfreich sein. Ob man etwa für kritische Situationen wie gegen Basel besser gewappnet gewesen wäre, wenn man im Verlauf der Saison öfter derart gefordert worden wäre?

„Ich habe oft gehört, dass Basel ein Mittel gegen uns gefunden hat, aber in Wahrheit muss es nach einer halben Stunde 4:0 stehen“, betont Klein, gesteht jedoch ein:

„Schaden würde es sicher nicht, wenn du jede Woche Mannschaften hättest, wo es auf der Kippe steht, ob du gewinnst oder nicht. Das ist noch einmal etwas ganz anderes.“

Dieses Szenario gab es vor allem in den Phasen der Überform, als die Meisterschaft noch nicht entschieden war und Salzburg die Liga nach Belieben dominierte, kaum.

„In der Meisterschaft war es so, dass wir wussten, dass wir 80 bis 85 Prozent der Spiele gewinnen. Das ist so, und ich schätze, es wird auch im nächsten Jahr so sein“, sieht Klein wenig Chancen für eine ausgeglichenere Saison 2014/15.

Schwache VfB-Saison als Vorteil?

Mit Ausgeglichenheit an der Spitze kann derzeit auch die deutsche Bundesliga nicht dienen. Zu überlegen präsentierte sich Bayern München in den vergangenen beiden Saisonen gegenüber den Verfolgern aus Dortmund, Schalke oder Leverkusen.

Ein breites und sehr wohl ausgeglichenes Liga-Mittelfeld kann jedoch selbst an sich gut aufgestellte Vereine wie Stuttgart in Verlegenheit bringen.

„Es war für Stuttgart natürlich eine schlechte Saison, aber am Schluss war es einfach wichtig, dass sie in der ersten Liga bleiben. Vielleicht war es für mich ja nicht einmal schlecht, dass sie keine so gute Saison gespielt haben“, hofft Klein.

Der 27-Jährige streicht jedoch hervor, dass von der Qualität des VfB sehr wohl mehr möglich gewesen wäre, immer wieder Führungen aus der Hand gegeben wurden: „Das war am Schluss schon auch eine mentale Geschichte. Wenn du unten drinnen bist, ist es halt schwierig.“

„Ich bin jetzt gut gewappnet für eine große Liga“

Eine derartige Zitter-Saison soll es unter Neo-Coach Armin Veh, der Stuttgart 2007 zum Meistertitel führte, nicht noch einmal geben.

Klein brennt jedenfalls bereits darauf mitzuhelfen, wieder höhere Tabellenregionen anzustreben. Das Timing für den Wechsel sieht er ohnehin als goldrichtig:

„Stuttgart ist einfach ein geiler Verein, den ich schon früher bewundert habe. Ich kann mich erinnern, dass ich mit meinem Bruder immer ran-fußball geschaut habe, als das ‚Magische Dreieck‘ für den VfB spielte. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt. Ich habe in Österreich schon fast alles erlebt. Ich weiß, wie es ist, wenn man eine Zeit hat, in der man nicht spielt. Ich weiß, wie es ist, wenn es super läuft. Im Nationalteam habe ich auch schon einige Spiele gemacht. Ich denke, ich bin jetzt gut gewappnet, um in eine große Liga zu gehen.“

Und um dort auf namhafte Gegenspieler wie Franck Ribery zu treffen. „Ob ich mich darauf freue, kann ich erst nach dem Spiel sagen“, grinst der 18-fache A-Team-Spieler, „aber natürlich gibt es nichts Besseres, in dieser Liga sind so viele gute Spieler. Das ist eine große Herausforderung, auf die ich mich richtig freue.“

Peter Altmann

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