Die Suche nach dem Spielwitz

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"Werden bald wieder offensiver spielen"

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Das 300. Wiener Derby gehört der Vergangenheit an und wird wohl nur aufgrund der Jubiläums-Auflage in Erinnerung bleiben.

Beide Mannschaften boten Schonkost (LAOLA1-Nachbericht) und trennten sich vor 29.400 Zuschauern im Happel-Stadion mit 0:0. Es war bereits das 77. torlose Unentschieden im Duell der beiden Erzrivalen – übrigens das häufigste Ergebnis der Geschichte.

Speziell die Wiener Austria enttäuschte in der Offensive auf allen Linien. Kaum gelungene Aktionen, so gut wie kein Kombinations-Spiel. Die Violetten rührten Beton an, waren mehr aufs Zerstören aus.

Nur vier Austria-Torschüsse

Die im Herbst noch so spielfreudige und torgefährliche Mannschaft gab in den 90 Minuten gerade einmal vier Torschüsse ab.

Repräsentativ für die praktisch nicht vorhandene violette Offensiv-Abteilung war Roman Kienast. Der 27-Jährige hatte bei seinem 62 minütigen Auftritt lediglich 19 Ballkontakte – Torschuss und Vorlage Fehlanzeige.

„Tomas (Jun, Anm. d. R.) und ich haben alles versucht, aber es war vorne wirklich sehr schwierig. Rapid war sehr aggressiv. Sie haben uns keine Luft zum Kombinieren gelassen. Sobald ein Spieler von uns in Ballbesitz war, wurde er von drei Gegenspielern umzingelt. Sie wollten unser Kombinations-Spiel unterbinden – das ist ihnen gut gelungen“, erklärte der Austria-Stürmer gegenüber LAOLA1.

Pfiffe und Spruchband

Der Blondschopf erlebte einen traurigen Tag. Bereits beim Durchsagen der Aufstellungen hallten nach Erklingen seines Namens gellende Pfiffe durchs Prater-Oval.

Diese ertönten bei jedem seiner sporadischen Ballkontakte erneut. Und damit nicht genug, enthüllten auch die FAK-Fans in Hälfte eins ein Spruchband mit der Aufschrift: „R.K. Parasit statt Barazite – What the fuck“

Seine Rapid-Vergangenheit bleibt den violetten Anhängern weiterhin ein Dorn im Auge. Kienast ließ sich nach dem Match jedoch nichts anmerken. „Ich bin Profi genug, um diese Aktion wegzustecken. Es war ein Match wie jedes andere.“

Vastic bittet um Geduld

Die atmosphärischen Störungen waren auch ein Mitgrund, warum er in Hälfte zwei ausgewechselt wurde. Aber nicht nur deswegen, wie Vastic betonte: „Ich wollte mit Tadic einen schnellen Spieler bringen. Außerdem ist Roman erst zwei Wochen bei uns, er braucht noch Zeit, um sich einzugewöhnen.“

Dem violetten Chefcoach ist bewusst, dass auf das Trainergespann noch viel Arbeit wartet, um die Austria spielerisch dort hin zu bringen, wo sie bereits im Früh-Herbst war.

„Wir haben mit Junuzovic und Barazite zwei absolute Kreativspieler abgegeben. Solche Leute kann man nicht so schnell ersetzen. Unsere Neuen sind teilweise erst seit kurzer Zeit da, sie brauchen noch. Zudem kommen derzeit einige Spieler zum Zug, die davor kaum Spielpraxis hatten. Wir haben viel Potenzial in der Mannschaft, aber es wird noch dauern, das umzusetzen“, meinte der 42-Jährige.

„Werden bald offensiver auftreten“

Die aktuelle Spielausrichtung sei angesichts der Defensiv-Probleme im Herbst einfach notwendig – und trägt auch schon erste Früchte.  

Inklusive den Vorbereitungsspielen sind die Veilchen seit sechs Partien ungeschlagen und kassierten keinen Gegentreffer.

 „Wenn wir besser eingespielt sind, werden wir wieder offensiver auftreten“, verspricht Vastic abschließend.

Martin Wechtl/Alexander Karper/Harald Prantl

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