Salzburgs neuer Hoffnungsträger

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"Von mir aus können sie mich ruhig treten!"

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Lange Eingewöhnungszeiten sind Kevin Kampl fremd.

Gut, er ist es mittlerweile auch gewöhnt, in regelmäßigen Abständen Neuanfänge zu starten.

2010 zum Beispiel, als er Stammklub Bayer Leverkusen in Richtung Fürth verließ, um bei Greuther endlich durchzustarten.

Aber weil er sich relativ früh den Fuß brach, war das Engagement beim damaligen Zweitligisten im Winter auch schon wieder beendet.

Über Osnabrück und Aalen nach Salzburg

2011 ging es weiter und eine Liga tiefer zu Osnabrück, wo Kampl mit zwei Toren und fünf Vorlagen auf sich aufmerksam machte.

Genug für den VfR Aalen, um den 21-Jährigen im Sommer 2012 zum Zweitliga-Spieler zu befördern.

Doch lange währte die Freude über das „Super-Schnäppchen“ (nur rund 300.000 Euro Ablöse) nicht.

Nach nur drei Liga-Spielen, in denen Kampl zwei Tore schoss und ebenso viele auflegte, übersiedelte er nach Salzburg.

„Er war schon ein bisschen traurig beziehungsweise sauer, dass ich gewechselt bin. Aber ich musste es machen“, so Kampl.

„Genauso ein Spielertyp hat uns noch gefehlt“

Sollte sich Kampl tatsächlich noch weiter steigern können, wird das Herz von RBS-Coach Roger Schmidt noch höher schlagen, als es zurzeit ohnehin schon schlägt.

Denn die kolportierten drei Millionen Euro Ablöse für den in Deutschland geborenen Slowenen scheinen sich ausgezahlt zu haben, auch wenn eine fundierte Beurteilung nach nur einer Partie kaum möglich ist.

Aber, so Schmidt, es habe wohl jeder gesehen, „was Kevin drauf hat. Er ist ein sehr guter Spieler, der uns mit seiner Art am Platz gut tut. Er versucht, immer Einfluss auf das Spiel zu nehmen, ist immer aktiv. Genauso ein Spielertyp hat uns noch gefehlt.“

Hasenhüttl schwärmt von Kampl

Mit „Er“ meint der slowenische U21-Teamspieler Aalen-Coach Ralph Hasenhüttl.

Der gebürtige Steirer musste seinen Shootingstar nach nicht einmal zwei Monaten wieder weiterziehen lassen, hatte jedoch auch Verständnis, dass Salzburg ihn unbedingt wollte.

„Er ist für höhere Aufgaben geeignet. Für viel höhere. Ich meine, dass er bei Klubs spielen kann, die in der Champions League für Aufsehen sorgen“, schwärmte der 45-Jährige in den „Salzburger Nachrichten“.

Aussicht auf Titel als Anreiz

Die „Bullen“ sorgen heuer zwar weder in der Champions League, noch in der Europa League für Aufsehen, Kampl ist trotzdem überzeugt, den richtigen Schritt gesetzt zu haben.

„Es ist immer etwas anderes, ob du gegen den Abstieg oder um Titel spielst. Jeder Fußballer will um Titel spielen. Hier habe ich die Möglichkeit dazu. Salzburg ist für mich der beste Klub Österreichs. Ich bin 21, hungrig und will mich weiter entwickeln.“

Außerdem wären auch die Personalien Roger Schmidt und Ralf Rangnick mitausschlaggebend gewesen. „Das sind Förderer, die du nicht bei jedem Klub triffst. Es hat einfach alles zusammengepasst.“

Überragendes Debüt

Und weil sich Kampl in Salzburg auf Anhieb richtig wohl fühlte, war auch das überragende Debüt gegen die SV Ried möglich.

Der Blondschopf war überall am Platz zu finden (63 Ballkontakte), an fast jeder gefährlichen Aktion beteiligt (zwei Torschüsse, sieben Torschussvorlagen, ein Assist)  und brachte sogar die Ried-Verantwortlichen zum Schwärmen.

Trainer Heinz Fuchsbichler: „Das ist einer der besten Spieler, die ich bisher hier gesehen habe.“

Kampl dagegen wollte seine Premiere nicht überbewerten, zumal letztlich ja nur ein 1:1 herausschaute.

„Es war schön, dass ich den Schwung aus dem Training ins Spiel mitnehmen konnte, aber es hat nur zu einem Punkt gereicht. Ich habe noch viel Luft nach oben und kann viele Dinge noch besser machen.“

„Ich kann auch einmal dazwischen hauen“

Der Youngster zeigt sich auch unerschrocken und schlagfertig, als er nach einer möglichen „Kampl-Jagd“ künftiger Gegenspieler gefragt wird.

Es werde in Österreich zwar härter gespielt als in Deutschland, „aber von mir aus können sie mich ruhig treten. Ich kann auch einmal dazwischen hauen und gehe gerne in die Zweikämpfe.“

Am Ende hoffe er, doch immer wieder einen Weg zu finden, um durchzukommen.

Angekommen ist er jedenfalls schon in Salzburg und Österreich. Aber lange Eingewöhnungszeiten sind Kevin Kampl ohnehin fremd.

Kurt Vierthaler

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