Kayhan bereut letzte Jahre nicht

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Foda erhofft sich mehr Stabilität durch Kayhan

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Nach vier Jahren und Engagements bei fünf verschiedenen Klubs in der Türkei ist Tanju Kayhan zurück in Österreich. Bei Sturm Graz will der 26-jährige Außenverteidiger wieder auf heimischem Boden auf sich aufmerksam machen.

Als vereinsloser Spieler hielt er sich im Sommer selbst fit, absolvierte ein laktatgesteuertes Konditionstraining bei Ex-Hermann-Maier-Kondi-Coach Heinrich Bergmüller in Wien.

"Möchte mit Sturm einen Europacup-Platz"

"Ich habe schon bei meinem ersten Training in Messendorf gemerkt, dass ich gut in Schuss bin. Aber natürlich ist ein Mannschaftstraining eine andere Belastung, das hat mir in den letzten Monaten gefehlt", weiß Kayhan, dass er noch Aufholbedarf hat. Schritt für Schritt möchte er sich bei den Grazern nach oben kämpfen.

"Ich möchte Fuß fassen, Einsätze bekommen, gut spielen und der Mannschaft auch mit meiner Erfahrung helfen", betonte Kayhan. Das gemeinsame Ziel mit dem Team ist klar: "Ich möchte mit Sturm einen Europacupplatz erreichen."

Im Europacup machte Kayhan vergangene Saison vier Spiele, in der Europa-League-Qualifikation war mit Kardemir Karabükspor aber schon im Play-off Endstation.

Der Klub stieg am Saisonende in die zweite Liga ab. Zuvor hatte er sich nach seinem Transfer von Rapid zu Besiktas Istanbul im Sommer 2011 beim türkischen Topklub nicht wirklich durchsetzen können und war in der Folge mehrmals verliehen worden, an Mersin Idman Yurdu, Eskisehirspor und Elazigspor. Im Sommer 2014 folgte dann der Wechsel zu Karabükspor.

"Ich bereue die vier Jahre nicht"

"Ich bereue die vier Jahre in der Türkei nicht, ich habe viel gelernt. Es war sehr lehrreich, aber auch eine schwierige Zeit", resümierte Kayhan. Auch weil ihm das Verletzungspech treu blieb. Nachdem der Defensivspieler schon 2008 wegen eines Kreuzbandrisses und 2009 wegen muskulärer Probleme länger ausgefallen war, bremste ihn 2012 bei Besiktas eine Schulterverletzung.

"Ich bin froh jetzt wieder in Österreich zu sein, in der Türkei werden Spieler und Trainer häufig gewechselt", sagte Kayhan. Vergleiche zwischen den beiden Ligen will der Ex-Rapidler keine anstellen. "In der Türkei ist das Spiel aber sehr kampfbetont, und es gibt auch viele technisch sehr gute Spieler. Die Klubs haben andere finanzielle Möglichkeiten, es gibt große Stars wie einen Didier Drogba", analysierte der Neo-Grazer.

Kayhan konnte als vertragsloser Spieler auch nach Ende der Transferzeit noch wechseln, sein Kontrakt bei den Grazern läuft vorerst bis Saisonende, wobei die Steirer eine Option auf eine einjährige Verlängerung besitzen. "Sturm hat sogar in der Türkei einen großen Namen, ist eine sehr gute Adresse in Österreich mit imponierenden Fans", ist Kayhan begeistert.

Bereits in Kaiserslautern auf Probe unter Foda

In den vergangenen Jahren versuchten viele Außenverteidiger bei Sturm ihr Glück, richtig überzeugen konnten aber nur wenige. Der auf beiden Außenverteidiger-Positionen einsatzfähige Ex-Rapidler will sich jedenfalls längerfristig etablieren. "Er ist auf mehreren Positionen einsetzbar, kennt die österreichische Liga und ist ein Typ, wie wir ihn nicht haben", setzt Sturm-Trainer Franco Foda große Hoffnungen in Kayhan.

Den Ex-ÖFB-Nachwuchs-Teamspieler hatte der Deutsche schon länger auf dem Radar. Als Kaiserslautern-Trainer hatte er ihn einmal bei einem Probetraining zu Gast. "Er weiß, was ihn erwartet, und er wollte trotzdem kommen. Ich bin überzeugt, dass er unserer Mannschaft mehr Stabilität geben kann", glaubt Foda. Ob Kayhan schon am Sonntag im Auswärtsspiel in Mattersburg auf der Bank sitzen wird, war bis zuletzt offen. Foda wollte eine Entscheidung nach einem gemeinsamen Gespräch am Samstag treffen.

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