Die K-Frage: Für wen hat sich Kampl entschieden?

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Kevin Kampl sieht erholt aus.

Der Salzburg-Star stieg am Montag nach über einen Monat Pause wieder ins Training ein. Unter anderem weilte der 23-Jährige auf Ibiza und die Sonne hat ihre Spuren sichtlich hinterlassen.In der Pause gab es viel nachzudenken, viel aufzuarbeiten.

Schließlich wurden die ersten Karriere-Titel eingefahren. Mit Salzburg holte Kampl die Meisterschaft und den Cup, das Double rundete auch seine persönlich so großartige Saison ab.

„Ich habe mich entschieden“

Und weil die Spielzeit so erfolgreich war, weckten seine Leistungen auch Begehrlichkeiten. Er wurde in Europa zu einem gefragten Mann.

Trotz Vertrags bis 2018 überlegte Kampl einen Wechsel. Weil er konnte. Eine Ausstiegsklausel mit kolportierten 18 Millionen Euro Ablöse machte dies möglich.

Es wurden einige Gespräche geführt.

„Ich habe viel mit meinem Berater gesprochen und auch mit dem Verein. Es waren gute Gespräche. Den Rest wird man sehen“, erklärt der Offensivspieler am Dienstag bei LAOLA1.

Genau sehen wird man es in den nächsten Tagen, denn die Würfel sind gefallen.

„Ich habe mich entschieden und das wird Ende dieser oder Anfang nächster Woche bekanntgegeben“, hält Kampl im Trainingszentrum Taxham fest, ehe sich der Blondschopf zum Training verabschiedet.

Welcher Klub würde die Ablöse bezahlen?

Wird es seine letzte Trainingswoche hier nach nicht ganz zwei Jahren sein? Kampl gibt sich bedeckt, wohin die Reise des Publikums-Lieblings gehen wird.

Seine Entscheidung fiel nicht erst jetzt. Sollte Kampl tatsächlich wechseln, braucht es natürlich auch einen Klub, der diese hohe Ablösesumme bezahlt.

Darauf angesprochen lacht Michael Ruhnau, seines Zeichens Berater von Kevin Kampl, im LAOLA1-Gespräch. Auf ein Ja wartet man vergeblich wie auf ein Nein.

Es soll nicht spekuliert werden, es soll keine Wasserstandsmeldungen geben.

Versprecher oder nicht?

„Wir machen das so, wie Kevin gesagt hat, und es wird Ende dieser bis Mitte nächster Woche bekanntgegeben. Dann sind wir alle zufrieden“, versucht der Deutsche, nichts "Falsches" zu sagen oder sich gar zu versprechen.

Und tut es aber doch. „Wenn dann alles unterschrieben ist...“, fällt im Kontext. Eine altbekannte Floskel. Im minutenlangen Ausweichen könnte dies tatsächlich nur ein Versprecher sein.

Vor allem im Berater-Jargon verständlich, wenn es andauernd ums Unterschreiben von Verträgen geht und Entscheidungen in jegliche Richtung – verlängern oder wechseln – mit einer Unterschrift zu tun haben.

„Sie können den Versprecher interpretieren, wie Sie möchten“, lacht der Berater entspannt.

Klar ist, Kampl braucht für einen Verbleib in Salzburg nichts unterschreiben, aber einen Klub, der seine Ablöse zahlt, wenn er wechselt.

Sollte wirklich ein Klub gefunden worden sein, der diese bezahlt, wäre das für die „Bullen“ die mit Abstand höchste einzunehmende Summe in der RB-Geschichte.

Hütter: „Es hat sich nichts geändert“

Immer wieder wurde der zehnfache slowenische Internationale mit Bayer Leverkusen in Verbindung gebracht, seinem Ex-Klub, wo er im Nachwuchs spielte und einen Profi-Einsatz in der Europa League verbuchte.

Leverkusen nimmt für die neue Saison Geld in die Hand, möglicherweise auch so viel für einen Spieler wie Kampl.

Denn dort beginnt am Montag die Vorbereitung mit Roger Schmidt („Mein bester Trainer bislang“). Das lässt Raum für Spekulationen, auch wenn Kampl diese nicht nährte.

In Salzburg wird indes mit einem Verbleib gerechnet.

Egal, wen man dieser Tage im Umfeld fragt, jeder glaubt an einen Verbleib des Schlüsselspielers. Am Dienstag präsentierten die „Bullen“ auf ihrer Facebook-Seite ihr neues Trikot. Kampl hielt als Testimonial her. Doch diese Bilder gibt es mit allen, die schon vergangene Saison bei Salzburg waren. Mit den Neuen noch nicht.

Auch der neue Trainer glaubt an einen Verbleib seines Mittelfeldspielers.

„Meines Wissens hat sich nichts geändert“, schildert Adi Hütter. „Kevin ist am Montag dazugestoßen und das mit viel Elan und Freude“, freut sich der 44-Jährige.

Leipzig nicht das Thema

Wer Salzburg sagt, muss auch Leipzig sagen. Das gilt nicht nur im Zusammenhang von Marcel Sabitzer, der als Leipziger Leihspieler am Mittwoch erstmals in der Mozartstadt im neuen Gewand trainieren wird.

Für alle Spieler ist dies natürlich hinsichtlich eines Wechsels nach Deutschland eine Option. Für Kampl aktuell nicht.

„Man kann nicht ausgehen, dass sie sofort den Aufstieg schaffen. Ich lebe in der Gegenwart und schaue was jetzt ist und nicht nächstes Jahr, deswegen habe ich mich damit nicht so beschäftigt.“

Es wird viel spekuliert. In den nächsten Tagen lässt Kampl die Öffentlichkeit wissen, wie er sich entschieden hat.

Und ob es dafür eine Unterschrift braucht oder nicht...

 

Bernhard Kastler

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