Jantscher: Neues System, neues Glück

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Ganz tief drin wird sich Jakob Jantscher wohl schon etwas geärgert haben.

Da wechselt er extra von Sturm zu Salzburg, um endlich reelle Titelchancen zu haben, und dann holt ausgerechnet sein Ex-Klub den Teller.

Dem 22-Jährigen blieb mit seinem Neo-Klub dagegen nur die Vizemeisterschaft.

Alles Gras von gestern.

Selbstkritik


Vergessen ist die vergangene Saison, die für Jantscher einer Achterbahnfahrt glich.

So stark wie er anfing, so stark ließ er auch wieder nach. In den ersten vier Wochen erzielte der Flügelflitzer gleich vier Tore, danach kam lange nichts.

„Wenn man neu zu einem Klub kommt, ist es nie einfach. Es waren anfangs ein paar gute Spiele dabei und dann auch wieder schlechte. Ich war nie konstant genug“, zeigt sich der neunfache Teamspieler bei LAOLA1 selbstkritisch.

"Opfer" des Systems

Jantscher konnte so wie viele andere Kreativspieler mit dem starren Stevens-System wenig anfangen und wurde mit der defensiven Ausrichtung nie so wirklich warm.

Es verwundert auch nur wenig, dass Spieler wie Alan, Zarate und eben Jantscher erst jetzt unter Cheftrainer Ricardo Moniz aufblühen.

„Letztes Jahr waren wir fast die gleiche Mannschaft, aber es wurde ein anderes System, eine andere Philosophie gewählt. Moniz ist ein Trainer, der sehr viel Wert auf die Offensive legt, aber dabei nicht auf die Defensive vergisst“, meint Jantscher.

Selbstvertrauen getankt


Schon am Donnerstag gegen Metalurgs Liepajas war deutlich zu erkennen, dass der Spielwitz in der Mozartstadt wieder Saison hat.

Das freut auch Jantscher: „Wir haben in den letzten Wochen wirklich gut gearbeitet und am Donnerstag mit dem klaren Sieg in Lettland viel Selbstvertrauen getankt. Auch weil die Tore sehr schön herausgespielt waren.“

Auch gegen die Austria offensiv

Beim Liga-Auftakt am Sonntag gegen die Wiener Austria soll das so weiter gehen.

„Wir spielen zu Hause und werden auch gegen die Austria offensiv antreten. Das ist einfach unsere Philosophie. Wir werden von Beginn an Druck machen.“

Druck macht sich auch Jantscher selbst, denn noch so eine Saison wie die vergangene will er nicht mehr erleben.

Flucht war nie ein Thema


„Ich will allen beweisen, warum man mich geholt hat.“

Eine Flucht aus Salzburg war für den gebürtigen Grazer deshalb auch nie ein Thema: „Das war für mich und für den Verein nicht vorstellbar.“

Also lebt Jantscher nun nach dem Motto: Neue Philosophie, neues Glück.

Kurt Vierthaler

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