"Ich habe damals nicht weggehen müssen"

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Am Samstag könnte es für den SV Mattersburg wieder freudige Gewissheit sein.

Zehn Punkte beträgt der Abstand zwischen den Burgenländern und Schlusslicht Kapfenberg vier Runden vor Schluss. Sollte dieser nach dem 33. Spieltag nicht geringer worden sein, hat die Mannschaft von Trainer Franz Lederer zum neunten Mal en suite den Klassenerhalt geschafft.

„Andere Teams relativ wurscht“

Doch im Gegensatz zum vergangenen Jahr war die Anspannung bei den Mattersburgern in diesem Frühjahr gering, die Grün-Weißen gerieten nie wirklich in den Abstiegsstrudel.

„Ich habe mich damit gar nicht mehr befasst. Wir schauen auf uns und von Spiel zu Spiel. Andere Teams sind uns eigentlich relativ wurscht“, kommt die Ansicht von Stefan Ilsanker im Gespräch mit LAOLA1 nicht überraschend.

Der 22-Jährige befindet sich auf Abschiedstour. Seit zwei Wochen ist seine Rückkehr zu Red Bull Salzburg fixiert. Von dort wechselte der defensive Mittelfeldspieler vor zwei Jahren zum SVM.

„Sie haben meinen Manager angesprochen, dann habe ich ein gutes Gespräch gehabt und mich dafür entschieden, nach Salzburg zurückzukehren“, schildert Ilsanker den Ablauf des Transfers.

Drei Saisonen spielte der Salzburger, der mit zwölf Jahren in die Mozartstadt kann, für die Juniors in der Ersten Liga, doch für einen Auftritt in der Bundesliga reichte es nie.

„Habe damals nicht weggehen müssen“

Dafür durfte Ilsanker beim klaren Aus im Champions-League-Playoff gegen Maccabi Haifa 2009 auflaufen und in der Kampfmannschaft 70 Minuten Luft schnuppern.

Es war die einzige Chance, die der 1,89m große Kicker ganz oben erhielt. Deswegen zog es ihn weg.

„Ich habe damals nicht weggehen müssen, es wurden aber immer wieder neue Leute geholt und ich habe die Chance nicht bekommen. Ich wollte unbedingt zeigen, dass ich es kann. Die Salzburger haben das gesehen, mich zurückgeholt und das freut mich“, nimmt es Ilsanker nicht tragisch.

Zumal der 46-fache Bundesliga-Spieler „im Herzen immer ein ‚Roter Bulle‘ war und ist“.

Auf der anderen Seite haben ihm die zwei Jahre im Burgenland mehr als geholfen. Der Plan ist aufgegangen, mit seinen Leistungen hat sich der Sohn des Salzburger Tormann-Trainers Herbert ins Rampenlicht eines Top-Klubs gespielt.

„Ich habe Mattersburg sehr viel zu verdanken, habe hier zwei Jahre Bundesliga gespielt und es war eine sehr schöne Zeit. Ich möchte hier keine Sekunden missen“, geht der Blondschopf mehr als nur im Guten. Schließlich war es auch seine erste Bundesliga-Station: „Es ist schon etwas anderes, wenn du in Hartberg spielst oder in Hütteldorf.“

Auch gegen Oma will Ilsanker nicht verlieren

Sein zukünftiger Klub spielt am Sonntag im Liga-Gipfel im Westen Wiens, am vergangenen Samstag hatte Ilsanker das Vergnügen ein vorerst letztes Mal gegen Red Bull zu spielen.

Sein Trainer ließ ihn aber nicht von Beginn an auflaufen (Ilsanker: „Seine Entscheidung“), dafür rund eine Spielhälfte lang bei großer Hitze aufwärmen („Keine Bestrafung“).

Der neunfache U21-Teamspieler zeigte sich nach dem 0:1 angefressen, auch wenn das Ergebnis für seinen baldigen Ex-Klub de facto keine und für seinen zukünftigen Verein große Auswirkung hatte.

„Mich ärgert die Niederlage wahnsinnig, wie mich jede Niederlage wahnsinnig ärgert. Auch wenn ich gegen meine Oma ‚Mensch-ärgere-dich-nicht‘ spiele. Sonst wäre man kein richtiger Sportler.“

Kampf um Einsatzzeit wartet

Diese Einstellung wird Ilsanker auch nach seiner Rückkehr brauchen, schließlich mangelt es bei den „Bullen“ an einem nie: Konkurrenzkampf.

„Ich kenne die Klasse von der Mannschaft. Im Endeffekt muss ich mich durchbeißen. Es gibt nicht so viele Spieler auf meiner Position, wieso sollte ich nicht spielen?“

 

Bernhard Kastler

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