Ildiz' Flucht nach vorne

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Nach Verletzungspech zurück zu alter Stärke

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Bis Mitte Oktober war es für Muhammed Ildiz ein Jahr zum Vergessen.

Im März zog sich der mittlerweile 20-Jährige einen Abriss der Adduktor-longus-Sehne zu, eine mehrmonatige Zwangspause war unumgänglich.

Auch nach seiner Rückkehr war der Nachwuchsspieler, der seit Sommer 2010 von Rapid an Wacker Innsbruck verliehen ist, nicht vom Glück verfolgt.

Eine Leisten-Operation kostete dem türkisch-stämmigen Mittelfeldspieler weitere zwei Monate, die er nur zu gerne in seinen Durchbruch investiert hätte.

In der Winterpause zu alter Stärke

Seit sechs Spieltagen ist die Leidenszeit vorbei und vergessen, auch wenn Ildiz bei allen sechs Einsätzen als Einwechselspieler herhalten musste.

„Es ist schon sehr schwer, sich nach acht Monaten Pause wieder an das hohe Tempo zu gewöhnen. Ich muss jetzt schrittweise nach vorne schauen. Hoffentlich geht es wieder bergauf“, ist Ildiz im Gespräch mit LAOLA1 froh, wieder dem Ball nachjagen zu können.

In 155 Spielminuten brachte es der quirlige Techniker bereits auf ein Saisontor. Doch das soll noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein.

„Ich muss schauen, dass ich die Winterpause gescheit durchziehen kann. Training ist alles. Ich muss mich langsam wieder steigern, damit ich auch wieder für 90 Minuten ein Thema bin.“

Komisches Gastspiel im ehemaligen „Wohnzimmer“

In der 18. Runde kam er bereits zum zweiten Mal während seines Tirol-Abenteuers in seinem ehemaligen „Wohnzimmer“, dem Hanappi-Stadion, zum Einsatz.

Bei den Hütteldorfern durchlief er diverse Jugendabteilungen und arbeitete sich bei den Amateuren hoch. Dementsprechend war für Ildiz das Gastspiel in Wien kein Match wie jedes andere.

„Es war schon ein bisschen komisch, aber trotz allem kriege ich meine Brötchen von Wacker Innsbruck bezahlt. Ich gebe das Beste für Wacker, auch wenn ich von der Jugend an bei Rapid gespielt habe und diesem Verein noch immer gehöre.“

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen ist eine Rückkehr (noch) kein Thema. Ildiz träumt aber davon, irgendwann das grün-weiße Trikot überzustreifen.

„Ildiz ist ein Spieler mit Perspektive“

Und Rapid-Coach Peter Schöttel verliert den Leihspieler nicht aus den Augen, schließt aber eine überhastete Rückkehr in den Westen Wiens aus.

„Er ist sicherlich interessant, hat aber in letzter Zeit aufgrund seiner Verletzungen wenig gespielt. Er muss erst einmal Stammspieler in Innsbruck werden, aber er ist sicher ein Spieler mit Perspektive.“

Derzeit fühlt sich Ildiz im „Heiligen Land“ noch pudelwohl, vor allem nach dem Sieg über Sturm Graz und dem gewonnenen Punkt bei seinem Ex-Klub.

Dass es bei den Innsbruckern auf einmal wieder bergauf geht, kommt laut Meinung des Kreativspielers nicht von ungefähr.

„Wir haben alle unsere Fehler durchgesprochen“

„Wir haben alle unsere Fehler intern durchgesprochen. Wir haben diskutiert und sind im Endeffekt zu einer Lösung gekommen. So werden wir sicher von Spiel zu Spiel stärker.“

Als Knackpunkte nennt der Youngster die 0:5-Pleite in der siebenten Runde gegen Ried und die 0:3-Niederlage zwei Runden später daheim gegen Rapid.

„Spätestens da war klar, dass wir uns jetzt zusammenreißen müssen. Wir wussten, dass wir endlich wieder punkten müssen. So haben wir langsam begonnen, wieder in Tritt zu kommen.“

Zwischen der zehnten und der 18. Runde holten die Tiroler 13 Punkte, darunter ein Sieg gegen Sturm und Unentschieden gegen Austria, Rapid und Salzburg.

Der Glaube an große Taten

Beim 0:0 gegen die Grün-Weißen ließ Wacker erneut kaum etwas anbrennen, Rapid scheiterte immer wieder an der solide stehenden Hintermannschaft.

„Wir haben bis jetzt mit jeder Mannschaft mithalten können, warum also nicht auch hier? Obwohl Rapid sehr heimstark ist, haben wir trotzdem gehofft, dass wir hier etwas mitnehmen können.“

Der Glaube an große Taten ist im „Heiligen Land“ zurück, auch Trainer Walter Kogler schwärmt nach den unlängst gezeigten Leistungen von seiner Mannschaft.

Wenn Ildiz verletzungsfrei bleibt, könnte er beim Tabellensiebenten für noch mehr Unberechenbarkeit sorgen. Zu wünschen wäre es ihm.


Alexander Karper

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