Der unglaubliche Philipp Hosiner

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„Wir haben den besten Stürmer eingekauft“, ist sich Markus Suttner sicher.

Unter anderen Umständen könnte man diese Behauptung als kühn bezeichnen. Doch Austrias Philipp Hosiner lässt dieser Tage nicht den geringsten Zweifel daran, wer aktuell den besten Torriecher der Bundesliga hat.

Ein Triplepack gegen die Admira, ein Triplepack gegen Ried. Zwei Spiele, sechs Tore. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, staunt Kapitän Manuel Ortlechner.

Ried-Goalie Thomas Gebauer sagt: „Wenn er mit seinem momentanen Lauf alleine vor dem Tormann steht, ist es ganz schwierig, zu verteidigen.“

„Es klappt einfach alles“

Die Erklärung des Goalgetters für seine aktuelle Form ist denkbar simpel: „Zurzeit läuft es einfach gut. Wenn man als Stürmer in Form ist, klappt einfach alles.“

Dass sein Torhunger jedoch noch nicht gestillt ist, beweist folgender Nachsatz: „Ich habe im Cup einen Elfmeter verschossen. Den hätte ich gerne reingemacht.“

Dass es ihm derzeit richtig Spaß macht, kauft man dem 23-Jährigen sofort ab. Denn binnen weniger Wochen ist der Burgenländer zu einem der absoluten Fan-Lieblinge am Verteilerkreis mutiert.

Alle 72:12 Minuten ein Tor

„Ho-Ho-Hosiner!“, schallt es regelmäßig durch die Generali-Arena. Kein, Wunder trifft er in der Liga doch durchschnittlich alle 72:12 Minuten für die Veilchen.

Insgesamt hat der Angreifer schon 14 Saisontore, fünf davon noch für die Admira, zu Buche stehen. In der abgelaufenen Saison wäre er damit ex aequo mit Stefan Maierhofer und Jakob Jantscher Torschützenkönig geworden.

Dass Hosiner das Potenzial für so viele Tore hat, war FAK-Coach Peter Stöger stets bewusst: „Er passt gut in unser System. Das haben wir gewusst.“

Was der Austria-Trainer aber nicht vorhersehen konnte, war, dass der August-Neuzugang quasi überhaupt keine Eingewöhnungszeit benötigte.

Stöger: „Das Wichtigste ist, dass er die Umstellung von Admira zur Austria geschafft hat. Viele haben nicht damit gerechnet, dass er mit dem Druck in Wien so zurechtkommt. Er hat aber gezeigt, dass das kein Problem ist. Philipp ist jetzt bei einem Verein, der erfolgreich sein soll. Er hat die Situation wunderbar gemeistert.“

Tatsächlich macht der einfache Teamspieler einfach dort weiter, wo er bei der Admira aufgehört hat. Statistisch ist kaum ein Unterschied festzustellen, wie untenstehende Tabelle beweist. Einzig die Anzahl der Torschüsse, die er pro Partie abgibt, ist markant gestiegen.

Für Marko Stankovic ist klar, warum Hosiner die Umstellung nicht schwergefallen ist: „Er ist ein Spieler, der heutzutage überall gebraucht wird. Er geht in die Tiefe und ist ein richtig guter Kicker.“

Und Ortlechner ist froh, es im Training nicht allzu oft mit dem Torjäger zu tun zu bekommen: „Zum Glück spielt er meistens in meinem Team.“

„Ein dreckiger Spieler“

Stankovic spricht noch eine weitere Qualität des Stürmers an: „Er ist ein dreckiger Spieler, der mit allen streitet. So etwas braucht man.“ In der Tat ist Hosiner auf dem Feld das, was man in der Hauptstadt als „Kretzn“ bezeichnet. Er scheut keine Zweikämpfe und zehrt mit seiner lästigen Art an den Nerven der Verteidiger.

Nerven, die er selbst praktisch nie zeigt. Denn vor dem Tor agiert der Violette eiskalt. Lediglich drei Torschüsse benötigt der 23-Jährige für einen Treffer. Eine Quote, an die die Konkurrenz nicht herankommt.

Diese Effizienz liegt aber auch daran, dass ihm die Bälle derzeit am Silbertablett serviert werden: „Ich bekomme sehr gute Zuspiele, muss die Kugel nur noch reinhauen.“

Also alles in Ordnung in der violetten Welt des Philipp Hosiner.

Naja, fast zumindest. Er gesteht: „Ich habe leider keine Torprämie im Vertrag.“ Verkraftbar.


Harald Prantl/Martin Wechtl

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