"Mehr ist gar nicht möglich“

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Hofmann: "Im Training mache ich nicht mehr so viel"

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Mit der Zeit heilen angeblich alle Wunden.

Die Uhr tickt unaufhaltsam und hinterlässt bei den in die Jahre gekommenen Akteuren ihre Spuren. Unfreiwillig wohlgemerkt.

Wenn einmal 34 Kerzen die Geburtstagstorte zieren, denken die meisten ans Karriereende. Andere wiederum erleben ihren x-ten Frühling.

Auch an Steffen Hofmann nagt der Zahn der Zeit, vergangene Woche feierte er seinen 34. Wiegentag. Doch der „Oldie“ verbeißt sich weiterhin in seine Leidenschaft.

Das Spiel den Umständen angepasst

Und das vorerst noch mit Erfolg. Denn trotz aufflammender Kritik über die letzten Jahre gibt der Rapid-Kapitän momentan – wie sollte es anders sein – die Antwort auf dem Platz.

Bissig, zweikampf- und laufstark präsentierte sich das Aushängeschild der Grün-Weißen in den bisherigen Saison-Auftritten und riss die Mannschaft ein ums andere Mal mit.

„Ich glaube, dass ich ganz gut drauf bin und der Mannschaft derzeit sehr helfen kann“, fühlt sich Hofmann gegenüber LAOLA1 für die kommenden Aufgaben bereit.

Sein Spiel hat er längst den Umständen angepasst. Fehlende Dynamik macht er mit Einsatz wett, statt langen Dribblings verteilt und fordert er die Bälle und lässt seine Präsenz wirken.

Ein „Oldie“, an dem sich die Jungs anhalten können

Diese ist vor allem durch den ständigen Umbruch weiterhin gefordert. Für den Deutschen, der zuletzt längere Zeit verletzungsfrei blieb, alles andere als ein Problem.

„Wir haben eine sehr junge Mannschaft, in der sich die Jungs in gewissen Phasen an mir festhalten. Wenn ich dann einigermaßen fit und gut drauf bin, kann ich ihnen schon helfen“, weiß Hofmann, dass sein Können bei weitem noch für die Bundesliga reicht.

Nach „schwierigen Wochen“ war die Erleichterung groß, als gegen Grödig der erste Erfolg nach sechs sieglosen Pflichtspielen glückte.

Mittendrin der Stratege, der sein letztes Hemd gab, um das Team wieder zurück auf die Siegerstraße zu führen und der mit seinem ersten Tor aus dem Spiel heraus seit November 2013 und seinem zweiten Saisontreffer eine Blockade löste.

Länderspielpause war willkommene Abwechslung

Trainer Zoran Barisic weiß, dass das „ganz wichtig für ihn und uns war. Steffen gibt alles für die Mannschaft, zerreißt sich, tut uns gut und geht über Schmerzen drüber“.

Das ist auch weiterhin der Anspruch des Captains, wobei Letzteres im fortgeschrittenen Alter keine unwesentliche Rolle spielt.

Während seine Kollegen aufgrund des Erfolgserlebnisses der Länderspielpause etwas missmutig entgegenblickten, nahm Hofmann diese mit Handkuss.

„Ich muss zugeben, ich persönlich finde die Länderspielpause ganz angenehm“, lacht der Routinier. Durch die Absage in Wiener Neustadt blieb noch mehr Zeit, um sich für den Nachtrag am Mittwoch (ab 18:30 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) zu erholen.

Überwindung bis zum nächsten Anpfiff

Denn auch wenn der Wille und der Geist stark sind, sind es die immer länger benötigten Regenerationspausen, die Hofmann zu schaffen machten.

Vor allem die englischen Wochen aufgrund der Doppelbelastung mit der Europa-League-Quali hinterließen ihre Spuren, sind für dieses Jahr allerdings kein Thema mehr.

So sei es für Hofmann direkt nach dem Spiel oft nicht vorstellbar gewesen, schon drei Tage später wieder auf dem Platz zu stehen.

Es ging sich aber bisher immer aus, um rechtzeitig zum Anpfiff der nächsten Partie wieder bei hundert Prozent zu sein. Dafür werden im Vorfeld des sportlichen Kräftemessens Abstriche gemacht.

„Ich will immer spielen“

„Es ist so, dass ich im Training nicht mehr so viel mache, weil es gar nicht möglich ist“, lässt Hofmann aufhorchen. „Sondern ich schaue nur, dass ich bereit bin, wenn der Anpfiff da ist.“

Österreichs Fußballer der Jahre 2004 und 2009 will allerdings nicht vorrangig das Alter dafür verantwortlich machen. Viel mehr wirken sich die vielen Schläge, die der Antreiber im Mittelfeld abbekommt, auf die kurzen Verschnaufpausen aus.

„Ich habe einiges abbekommen, war ziemlich kaputt“, blickt die Rapid-Ikone auf die vergangenen Wochen zurück. Zu pausieren, kam ihm aber nie in den Sinn.

„Nein, ich will immer spielen“, gibt der 350-fache Bundesliga-Spieler unmissverständlich zu verstehen. Abstriche und Veränderung machen es möglich.

Somit wird Hofmann, dessen Vertrag bekanntlich noch bis 2016 läuft, die Schuld auch in Zukunft nicht dem Alter in die Schuhe schieben. Auch wenn er definitiv bestätigen kann, dass die Zeit nicht alle Wunden heilt.


Alexander Karper

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