Die Rückkehr der Nummer eins

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"Man muss schauen, wie es weitergeht“

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Der Kreis schließt sich.

Am 26. November 2011 bestritt Eddie Gustafsson sein bisher letztes Bundesliga-Match für RB Salzburg – beim 2:4 gegen Rapid im Hanappi-Stadion.

Danach musste der sympathische Tormann Platz machen. Ricardo Moniz, der damalige Bullen-Dompteur, setzte fortan auf Alexander Walke.

An dieser Situation änderte sich auch unter Roger Schmidt nichts – bis Samstag. Für viele überraschend feierte Gustafsson sein Comeback im Kasten der Mozartstädter. Und das an jenem Ort, wo er zum letzten Mal Bundesliga-Luft schnuppern durfte – in Wien-Hütteldorf.

„Ich habe am Spieltag erfahren, dass ich spielen werde“, verrät der mittlerweile 36-Jährige bei LAOLA1.

Von Einsatz überrascht

Der Einsatz kam auch für ihn persönlich etwas unerwartet. „So etwas ist immer überraschend. Aber ich war immer zuversichtlich, dass ich, wenn ich hart arbeite, irgendwann wieder das Vertrauen geschenkt bekomme.“

Ob dieses Vertrauen längerfristiger Natur ist, kann der gebürtige Amerikaner nicht beantworten: „Man muss schauen, wie es weitergeht. Es wird ein harter Kampf. Ich werde im Training weiter Gas geben. Alex ist ein sehr guter Torhüter. Wir sind gute Freunde, pushen uns.“

Trainer Roger Schmidt deutet jedenfalls an, dass sein Auftritt gegen die Hütteldorfer keine Eintagsfliege war.

„Eddie hat viel für die Mannschaft getan“

„Eddie Gustafsson hat sehr viel für die Mannschaft getan, auch in seiner persönlich schwierigen Situation. Er hat zuletzt einen guten Eindruck gemacht, auch im Cupspiel. Die Spiele, die jetzt kommen, hat er sich einfach verdient, auch aktiv daran teilzuhaben, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen. Alex Walke hat 30 Spiele gemacht, wenn Eddie Gustafsson jetzt noch sechs macht, dann können wir alle damit ganz gut leben“, so der Deutsche.

Zumal den 46-Jährigen die zuletzt gezeigten Leistungen seines Landsmann nicht unbedingt überzeugt haben.

„Wir haben zwei sehr gute Torhüter, die sich auf Augenhöhe befinden. Alex hat sich am Anfang der Saison durchgesetzt, hat das auch bestätigt und stand zurecht im Tor. Er hat aber in den letzten Wochen nicht mehr so konstant fehlerlos gehalten“, begründet Schmidt seinen Entschluss, der „mit dem Trainerteam besprochen, aber von mir entschieden wurde.“

Mit Leistung zufrieden

Gustafssons Performance erinnerte an seine besten Tage. Der zehnfache Internationale strahlte Ruhe aus, zeigte keine Unsicherheit und hielt, was zu halten war.

Daher war der ehemalige Schweden-Legionär mit seiner Leistung auch grundsätzlich zufrieden. „Es hat sehr viel Spaß gemacht und war ein tolles Gefühl. Am Anfang war ich etwas nervös, weil es mir vorgekommen ist, als hätte ich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gespielt – obwohl ich ja im Cup regelmäßig zum Zug komme. Das ist aber nicht mit einem Meisterschafts-Spiel, noch dazu hier bei Rapid, zu vergleichen.“

Der Auswärtssieg beim Angstgegner in dieser Saison sei der nächste Schritt in die richtige Richtung gewesen. „Wir haben gezeigt, was für eine starke Mannschaft wir sind. Ein Spiel in Hütteldorf zu drehen und mit 3:1 zu gewinnen ist nicht einfach. Es war eine harte Partie, aber wir haben unser Ding durchgezogen.“

„Wir hatten nie Panik“

Auch nach dem 0:1-Rückstand sei man fokussiert geblieben. „Das Tor kam aus dem Nichts. Es war nicht gut verteidigt. Wir hatten aber nie Panik, denn wir wissen, dass wir gut sind. Wenn es gut läuft, dann läuft es auch.“

Durch den vierten Erfolg in Serie wurde der Druck auf Spitzenreiter Austria erneut erhöht. Die Veilchen spüren bereits den Atem der Bullen im Nacken.

Ob die fulminante Aufholjagd am Schluss gar mit einem Happy End belohnt wird, ließ Salzburgs Publikumsliebling offen. „Die Austria hat es noch immer selber in der Hand. Aber sie weiß, was zu tun ist: Sie benötigt dafür Siege.“

Sein persönliches Happy End hat seit Samstag jedenfalls begonnen…

 

Martin Wechtl / Bernhard Kastler

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