"Als ich gekommen bin, war die Tribüne ein Rohbau"

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Die Begriffe Urgestein und SV Grödig kommen selten in einem Satz vor.

Bei Lukas Schubert kann man getrost eine Ausnahme machen. Seit dem Frühjahr 2008 hält der 24-Jährige seine Knochen für die Salzburger hin.

Fünfeinhalb ereignisreiche Jahre bis zum Erreichen des großen Ziels. „Von der Regionalliga West in die Bundesliga! Die höchste Spielklasse war immer mein Traum, jetzt ist er in Erfüllung gegangen“, jubelt Schubert im Gespräch mit LAOLA1.

Das Bundesliga-Debüt beim 0:0 gegen die SV Ried am vergangenen Wochenende sei ein „Mördererlebnis“ gewesen: „Ich habe den ganzen Tag genossen. Wir hatten in der Kabine ein Plakat: Enjoy the day! Das war auch mein Motto. Ich habe das ganze Spiel nur genossen.“

„Jeder hat mit einem anderen Gewand trainiert“

Als Schubert im Jänner 2008 aus dem Nachwuchs von Red Bull Salzburg kommend beim damaligen Regionalligisten anheuerte, konnte er naturgemäß nicht vom Grödiger Fußball-Märchen ausgehen.

Beim Einstand gegen Ried saß sie wie der Rest der Familie selbstverständlich auf der Tribüne der Untersberg-Arena, um dem Sohnemann die Daumen zu drücken.

„Das ist erst der Anfang“

Nachdem sich Schubert im zweiten Grödiger Anlauf in der ersten Liga etablieren konnte, soll es nun auch im Oberhaus klappen.

Ansonsten kein Phrasendrescher hält er sich bezüglich konkreter persönlicher Ziele jedoch zurück und möchte „von Spiel zu Spiel“ schauen: „Das ist so eine abgedroschene Floskel, aber es steckt so viel Wahrheit drinnen. Es bringt nichts, weiter in die Zukunft zu schauen. Ich möchte mich auf jeden Fall in der Liga beweisen.“

Eines ist jedoch klar. Mit der Erfüllung des großen Bundesliga-Traums soll die Fußball-Reise des Lukas Schubert noch nicht zu Ende sein. Aus dem „Mördererlebnis“ darf ruhig Alltag werden.

„Das ist noch nicht das Ende, das ist erst der Anfang“, hofft er selbst. Wie man Urgestein in Grödig wohl in ein paar Jahren definiert?

Peter Altmann

„Als ich gekommen bin, hat es noch überhaupt nichts gegeben. Die Haupttribüne war damals gerade ein Rohbau. Jeder hat mit einem anderen Gewand trainiert. Gigantisch, dass ich mein Ziel Bundesliga mit Grödig erreiche“, erklärt der Rechtsverteidiger.

An sein allererstes Pflichtspiel für Grödig kann sich Schubert noch gut erinnern – eine 4:5-Niederlage in Bregenz im März 2008. „Danach sind wir aber relativ gut durchmarschiert“, blickt er auf seinen ersten Aufstieg mit dem SVG zurück.

Seine Premieren-Saison in der Ersten Liga lief alles andere als nach Wunsch – Grödig stieg postwendend wieder ab: „Und für mich persönlich ist es auch nicht gut gelaufen, da ich nicht viel gespielt habe, mit Verletzungen zu kämpfen hatte.“

„Meine Mama war nicht immer glücklich“

Lediglich 13 Einsätze standen am Saisonende zu Buche. „Ich war dann am Scheideweg, habe die Matura nicht geschafft, bin unerwartet Vater geworden“, erinnert sich Schubert.

Der Salzburger Vorstadtverein schaffte jedoch gleich im ersten Versuch die Rückkehr ins Profigeschäft und auch die Abwehrkraft hielt an ihren sportlichen Zielen fest. Eine berufliche Neuausrichtung kam trotz der anfänglichen Rückschläge nicht in Frage:

„Ich bin der Meinung, man soll lieber ein bis zwei Sachen im Leben machen und die dafür gescheit, bevor man fünf, sechs Sachen macht und die mit Halbgas. Daher war ich immer fokussiert und habe daran geglaubt. Meine Mama war nicht immer glücklich, dass ich alles in den Fußball investiert und so fest daran geglaubt habe, aber mittlerweile freut sie sich auch irrsinnig.“

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