"Gorgon besitzt riesengroßes Potenzial"

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Der 21. Oktober 2012 wird Alexander Gorgon für immer in Erinnerung bleiben.

Das 303. Wiener Derby gegen Rapid hochverdient mit 2:0 gewonnen, dabei beide Tore erzielt.

„Das ist etwas ganz Besonderes“, gesteht der 23-Jährige im Gespräch mit LAOLA1.

Kein Wunder, waren es doch die ersten Treffer des Austrianers gegen den grün-weißen Erzrivalen. Dementsprechend angetan wirkte der Mittelfeldspieler nach Schlusspfiff.

„Das erste Tor war unglaublich, das zweite noch schöner. Ein Derby ist halt extrem emotional. Man schießt ein Tor und das ganze Stadion kocht. Wenn man sogar zwei Tore erzielt – noch dazu zum ersten  Mal –, ist es etwas ganz Spezielles.“

Torjubel mit Buddy Dilaver

Speziell waren auch die gesamten Eindrücke vom Aufeinandertreffen mit dem Konkurrenten aus dem Westen Wiens. „Vor dem Spiel bekommt man das Flair eines Derbys schon mit. Man weiß, dass die ganze Stadt auf dieses Spiel fokussiert ist. Man möchte die Fans, aber auch sich selbst belohnen.“

Und das tat Gorgon.

Als der Ball in der 29. Spielminute erstmals im Netz zappelte, rannte der Rechtsfuß schnurstracks Richtung Ersatzbank und feierte mit Emir Dilaver.

„Emir ist mein bester Freund im Team. Wir machen sehr viel gemeinsam. Diesmal hat er nicht gespielt, deswegen habe ich mit ihm gejubelt, um den Zusammenhalt zu zeigen“, begründet der Österreicher mit polnischen Wurzeln sein Zelibrieren.

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

Die Zugabe in der 52. Minute sei nur noch „ein unbeschreibliches Gefühl“ gewesen. Dabei hätte er nichts dagegen gehabt, in der Zwischenzeit einem anderen Kollegen zu einem Tor zu gratulieren.

Denn Chancen dafür gab es genug.

„Wir haben es speziell in der ersten Hälfte verabsäumt, hochkarätige Möglichkeiten zu nutzen. Dann hätten wir in der zweiten Hälfte noch befreiter aufspielen können. Das zweite Tor war eine gute Absicherung.“

Abgesichert hat die Austria mit dem Derby-Erfolg auch den zweiten Tabellenplatz. Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Rapid.

Doch die Veilchen wollen mehr, als nur die zweite Geige hinter Salzburg zu spielen. „Wir wollen das Maximum aus der Mannschaft herausholen. Wir haben das Zeug dazu, vorne mitzuspielen.“

Persönlich will sich der Absolvent der ehemaligen Frank-Stronach-Akademie „in jedem Spiel weiterentwickeln und so viele Scorerpunkte wie möglich sammeln. Denn die Mannschaft steht immer im Vordergrund.“

Lobende Worte von Stöger

Dass dieses Vorhaben gelingen wird, ist ihm auch zuzutrauen. Zumal Trainer Stöger nur in den höchsten Tönen von seiner Nummer 20 spricht.

„Alex ist jemand, der bei uns durch seine Trainingsarbeit praktisch immer spielt. Das ist in so einer Mannschaft schon eine tolle Auszeichnung. Es ist hier schließlich nicht so einfach, zum Fixkreis dazuzugehören.“

Welche Eigenschaften der 46-jährige Wiener besonders schätzt? „Ihn zeichnet seine Schussqualität aus. Er ist schnell, kann unser Spiel entlasten. Man hat gegen Rapid gesehen, dass er auch ein ausgezeichneter Kopfballspieler ist. Das war heuer bei ihm nicht immer der Fall. Wir sind sehr zufrieden.“

„Er besitzt riesengroßes Potenzial“

Und daher prophezeit der FAK-Coach seinem Schützling eine erfolgreiche Zukunft. „Alex ist ein Spieler, der riesengroßes Potenzial besitzt – aber noch lange nicht alles ausgeschöpft hat.“

Die Leistung gegen Rapid sei jedenfalls mehr als vielversprechend gewesen.

„Wenn ein Spiel - mit so vielen Torchancen - 2:0 ausgeht, du beide Tore erzielst, dabei auch sonst noch eine tolle Leistung bietest, dann kann man zurecht stolz sein.“

Und diesen Tag wohl immer in Erinnerung behalten…

Martin Wechtl/Harald Prantl

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