Ausrufezeichen des Gonzalo Z.

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Gonzalo Zarate – zwischen Frust und Lust

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Er hätte zum großen Helden der Salzburger avancieren können.

Eingewechselt nach einer knappen Stunde holte Gonzalo Zarate den Elfmeter heraus, mit dem Cristiano in Minute 81 das zwischenzeitliche 3:3 gegen Düdelingen erzielte.

Nur eine Minute nach dem Ausgleich legte der Argentinier selbst nach und schoss den Gastgeber in Führung.

Die letzten zehn Minuten verstrichen jedoch torlos – der Rest ist bekannt.

Die „Bullen“ verabschiedeten sich mit einer Riesen-Blamage aus der Champions League. Ein Tatbestand, der bereits ausreichend aufgearbeitet wurde.

Was bei der „Katastrophe für ganz Fußball-Österreich“ (O-Ton Martin Hinteregger) völlig unterging, war das leise Ausrufezeichen, dass Zarate in seinen 36 Minuten Spielzeit gesetzt hat.

Erstes Tor seit Ewigkeiten

Der Schlusspunkt des Spiels war nämlich der erste Treffer des Argentiniers seit September 2011, einem seiner zwei Tore in den 37 Pflichtspielen der Saison 2011/12. Zu wenig für den Offensiv-Akteur, der beim Jubel seinem Frust freien Lauf ließ.

„Das Ambiente störte mich gewaltig. Die Fans müssen die Mannschaft unterstützen, in schlechten Phasen positiv denken und Aufbau-Arbeit leisten. Deswegen fiel meine Reaktion in dieser Form aus“, erklärt der 27-Jährige seinen finsteren Blick Richtung Tribünen mit entblößtem Oberkörper.

Der Edel-Techniker aus Südamerika will die Blamage nicht herunterspielen, fordert vom Anhang aber Verständnis ein: „Es schmerzt schon. Die Fans, denen der Klub am Herzen liegt, müssen verstehen, dass die Dinge manchmal nicht so gelingen, wie man sich das vorstellt. Das ist Fußball. Mal gewinnst du, mal verlierst du.“

„Tut mir leid für den Trainer“

Eine Entschuldigung habe sich Trainer Roger Schmidt verdient, dem Zarate ob der Niederlage keine Vorwürfe macht: „Ich glaube, deshalb tut es mir besonders leid. Dass wir nicht die Leistung gebracht haben, die er gefordert hat.“

Schließlich sei Salzburg unter neuer Führung auf dem richtigen Weg, das Gespann Schmidt-Rangnick eine „gute Besetzung“.

Am Samstag gegen Mattersburg haben die Spieler die erste Gelegenheit, sich von der Schmach gegen die luxemburgischen Halbprofis reinzuwaschen, wenngleich es dazu wohl weit mehr bedarf.

„Wir müssen den Kopf hoch bekommen. Jetzt heißt es eben, sich auf die Liga zu konzentrieren und alles daran zu setzen, Meister zu werden. Darauf müssen wir fokussiert sein“, gibt die Nummer 11 der „Bullen“ die neue Marschrichtung vor.

Zukunft im Bullenstall?

In wie weit Zarate beim Erreichen dieses Ziels mitwirken darf, liegt noch in der Schwebe. Bei einem von vielen Seiten geforderten Kaderschnitt ist er einer der meistgenannten Streichkandidaten.

„Ich möchte auf jeden Fall bleiben und mithelfen, den Titel zu gewinnen. Ich will um die Wiedergutmachung kämpfen“, schiebt der Angezählte etwaigen Wechsel-Spekulationen sogleich einen Riegel vor.

Dass vom 1,3-Millionen-Mann, der im Sommer 2010 von den Grasshoppers aus Zürich in die Mozartstadt gewechselt war, mehr kommen muss, ist ihm selbst klar.

„Ich hatte meine Sorgen und Probleme und konnte mein wahres Gesicht zuletzt nicht offenbaren“, gibt der im Frühjahr zu den Amateuren strafversetzte Außenspieler zu und ergänzt: „Nun möchte ich zeigen, wer ich wirklich bin.“

Es bleibt abzuwarten, ob man ihn das auch lässt.


Christian Eberle

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