"Die letzten Wochen waren eine Lehre für uns"

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Ist jetzt alles wieder gut oder ist das neue Vertrauen in den Trainer so kurz wie die Presseaussendung, in der ebenjenes ausgesprochen wurde?

Die Lage beim SK Sturm scheint sich auch nach der Diskussion über die sportliche Führung am Mittwoch alles andere als beruhigt zu haben.

In wenigen Zeilen hält man an Peter Hyballa via Presseaussendung fest. Ohne jede Begründung. Ein für die Öffentlichkeit wenig zufriedenstellendes Ende eines "Krisengipfels".

Goldbrich: "Hardfacts liegen im Plansoll"

Schließlich stand das Ende der sportlichen Führung im Raum.

Dieses blieb jedoch aus.

"Ich glaube, wir sind zu einem Ergebnis gekommen, das jeder vertreten kann, und es liegt an uns selber damit umzugehen", formuliert Generalmanager Gerhard Goldbrich die Ergebnisse im Gespräch mit LAOLA1.

Im Zentrum der Debatte stand am Mittwoch die gesamte sportliche Situation, nicht bloß die eine oder andere Personalie.

"Quintessenz des Gespräches war, dass man am Anfang der Saison gesagt hat, dass man einen internationalen Startplatz erreichen will, dass man das Spielsystem verändert und dass man vermehrt auf junge Spieler setzt", sagt Goldbrich.

Bei all diesen "Hard-Facts" sieht er den Verein im Plansoll, auch wenn der "Umbruch merkbar nicht abgeschlossen, aber im Gange ist."

Störungen gab und gibt es

Vetrauen heißt das Wort, das über den Aussagen des 46-Jährigen steht.

Ebenjenes soll aber durch einige interne Streitigkeiten auf Nebenschauplätzen - ausgehend vom Duo Hyballa-Tumani - schon bei mehreren Angestellten und Vorständen im Verein gebrochen worden sein.

"Es mag schon sein, dass es diese Störungen gab und auch gibt. Auf jeden Fall glaube ich aber, dass die letzten vier Wochen eine Lehre für uns waren", gesteht Goldbrich die angespannte Lage innerhalb des Klubs ein, gelobt nach den Gesprächen mit dem sportlichen Führungsduo am Montag und dem Vorstand am Mittwoch Besserung.

"Wir halten alle zusammen und wenn wir es schaffen, dann nur gemeinsam - mit diesem Commitment sollten wir aus dieser Situation gehen und nicht damit, wer was zu wem wann gesagt hat", so die Worte des Generalmanagers, der auch verspricht, genau darauf achten zu wollen, dass sich alle Beteiligten daran halten.

Finanzielle Aspekte waren kein Thema

Das gilt auch für Ayhan Tumani, der sich nunmehr seit geraumer Zeit im Krankenstand befindet und somit am Mittwoch nicht unmittelbar zur Debatte stand. Den Rückhalt bekam via Aussendung namentlich jedoch nur Peter Hyballa zugesprochen.

Trotz allem sind es versöhnliche Töne, nachdem das Klima in den letzten Tagen immer rauer wurde. Liegt es möglicherweise auch daran, dass sich Sturm eine Entlassung von Hyballa und Tumani gar nicht leisten kann? 500.000 Euro sollen bei einem vorzeitigen Ende der beiden Verträge fällig sein.

Goldbrich dementiert: "Abgesehen davon, dass die Summe so nicht stimmt, war das Finanzielle am Mittwoch kein Thema. Es wäre denkbar schlecht, eine Entscheidung nur im Hinblick auf den finanziellen Aspekt zu treffen."

Mediale Fehltritte gehören zum Alltag

Denkbar schlecht war auch das mediale Begleitkonzert zum "Krisengipfel". Daraus macht auch Goldbrich kein Hehl. Dass die "Kleine Zeitung" schon 15 Minuten nach Beginn von Ergebnissen berichtet und in der wichtigsten Frage, nämlich nach der des Trainers, auch noch bestätigt wird, sorgt für eine schiefe Optik.

Goldbrich weiß von keinem Informanten im Kreis der Teilnehmenden: "Erstens muss man sagen, dass wir in Messendorf gesessen sind und nicht wie berichtet woanders. Außerdem würde ich in Jubelstürme ausbrechen, wenn die Lizenzierungsunterlagen bereits fertig wären", nimmt der medienerfahrene Manager die gedruckten Zeilen mit Humor.

"Ich glaube, dass kein einziger von uns mit Beginn der Sitzung sagen konnte, was am Ende herauskommt", weißt er möglichen Informationsfluss vorab von sich.

"Ich will nicht länger darüber nachdenken, weil das sind wir Wahrheit ohnehin gewöhnt", kommt er aber nicht ganz ohne Spitze auf die fragwürdige Berichterstattung aus.

Summa summarum seien jegliche Personadiskussionen nun vom Tisch. "Wenn wir sagen wir gehen diesen Weg, dann machen wir das auch. Es müssen sich nur alle darauf besinnen", fasst Goldbrich die Situation zusammen.

Ob das gesprochene Wort unter der Woche am Wochenende auch zur sportlichen Trendumkehr führt, muss aber erst einmal bewiesen werden.

 

Andreas Terler

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