"Das ist für mich in einem Umbruchsjahr normal"

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Vor dem finalen Viertel der Saison in der Bundesliga ist Rang drei in der Endabrechnung für Sturm Graz zum realistischen Ziel geworden.

In der 27. Runde überholte man Rapid und schob sich hinter Austria und Salzburg an die dritte Stelle.

Für Gerhard Goldbrich, den Generalmanager der Steirer, Grund genug, durchaus zufrieden Bilanz seiner erst kurzen Amtszeit zu ziehen.

"Die Bilanz von Sturm kann sich da sehen lassen. Wir sind Dritter, unser Ziel war es, Vierter zu werden", erklärte Goldbrich, der sein Amt am 1. Dezember 2012 antrat.

"In turbulente Zeiten hineingekommen"

Zu einer Zeit als das Personalkarussell sehr heftig rotiert war: Erst war Sport-Geschäftsführer Paul Gludovatz aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, dann hatte Wirtschafts-Geschäftsführer Christopher Houben sein Amt zurückgelegt.

Ende März sollte es noch einmal Fahrt aufnehmen: Mit Ayhan Tumani verließ der nächste den Klub, Goldbrich führt nun auch dessen Sportdirektoren-Agenden.

"Ich bin in turbulente Zeiten hineingekommen", meinte Goldbrich vor Sturms Sonntags-Schlager in Salzburg.

"Das ist für mich in einem Umbruchsjahr aber normal, da werden langjährige Prozesse verändert. Da ist nicht alles ruhig, und das gehört auch so."

"Graz in jedem Bereich in diffiziles mediales Pflaster"

Im Jänner 2012 war der neue Präsident Christian Jauk angetreten, um den Traditionsklub auf neue, professionellere Beine zu stellen.

Die Fluktuation im Verein sei freilich nicht "wegzuleugnen. Das schaut nicht gut aus, es gab auch unglückliche Aussagen von dem einen oder anderen. Aber alle gehen davon aus, dass jetzt Ruhe eingekehrt ist. Wir wollen jetzt arbeiten und nicht mehr reden."

Dass die personellen Turbulenzen im Vergleich zum Sportlichen medial stärker ausgebreitet wurden, erklärt sich Goldbrich so: "Graz ist in jedem Bereich ein diffiziles mediales Pflaster. 'Good news' interessieren nicht immer."

Man könne an die Sache wohl auch offensiver herangehen, "aber ich will nicht mit Dingen an die Öffentlichkeit, bevor sie fix sind", meinte er etwa im Hinblick auf die Logo-Verhandlungen mit Puntigamer.

"Großartiger Charakter des gesamten Teams"

Auch diese seien im Übrigen als Erfolg zu werten: "Wir haben die Logo-Frage binnen weniger Monate positiv gelöst - mit mehr finanziellem Sponsoring des Hauptsponsors und einem freien Logo."

Dass man den Unruhen zum Trotz - schließlich wurde auch Trainer Peter Hyballa Anfang März nach sechs Spielen ohne Sieg in Frage gestellt - dennoch bis auf Platz drei vorgestoßen sei, könne man gar nicht hoch genug schätzen.

"Weil es vom großartigen Charakter des gesamten Teams zeugt", betonte Goldbrich, der von 1984 bis 1988 insgesamt 54 Spiele für Sturm absolvierte und zuletzt als Marketingchef für die Holding Graz, den kommunalen Dienstleister der steirischen Landeshauptstadt arbeitete.

"Der Trainer muss mit seinem Kader können"

Hyballas schillernder Charakter sei für ihn jedenfalls kein Problem: "Ich kann mit ihm umgehen", meinte Goldbrich, mahnte aber auch den Coach, der sich selten ein Blatt vor den Mund nimmt: "Der Trainer muss vor allem mit seinem Kader und den anderen Trainern im Verein können."

Das scheint bei Tumani nicht immer der Fall gewesen zu sein, den Abgang des Deutsch-Türken will Goldbrich aber nicht kommentieren.

"Ich werde diese Rolle auch weiterhin ausfüllen, aber ich stärke meine Partner im Klub", meinte er im Hinblick auf Amateure-Coach Markus Schopp, dessen Co-Trainer Günther Neukirchner und Roland Goriupp (Tormann-Coach) sowie Akademieleiter Dietmar Pegam.

"Wir haben so viele gute Leute im Verein, ich muss sie nur ihre Verantwortung wahrnehmen lassen und sie noch stärker einbinden", betonte Goldbrich. Neue Posten wolle er dafür keine schaffen.

Arbeit an Stadioninfrastruktur

Für ihn selbst bedeute die erweiterte Funktion mehr Arbeit, "aber ich war ja vorher auch selbst für das Personal verantwortlich".

Mehr Aufwand bedeuten derzeit freilich nicht nur die Vertragsverhandlungen (11 Kontrakte laufen aus, darunter jene von Jürgen Säumel, Rubin Okotie und Richard Sukuta-Pasu), sondern auch die Stadioninfrastruktur.

Für die Verstärkung des Flutlichts auf Europa-League-Gruppenphasen-Niveau gab die Stadt bereits grünes Licht, nun soll auch die Kapazität der UPC-Arena erhöht werden.

So sollen durch die Überbauung der Gräben 3.000 zusätzliche Plätze gewonnen werden. Die Maßnahme müsse aber noch mit Europas Verband (UEFA) geklärt werden.

Zudem überlegt man, das gesamte Stadion von der Stadt zu pachten, um u.a. mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Sponsoringbereich zu bekommen. Goldbrich: "Das ist aber noch Zukunftsmusik."

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