"Es wird noch etwas passieren"

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Eine in vielerlei Hinsicht aufregende Woche endete für die Wiener Austria positiv.

Die Veilchen fügten der Admira durch ein 1:0 die erste Saison-Niederlage zu, überholten die Südstädter in der Tabelle und gehen auf Platz zwei in die Länderspielpause.

„Es war kein fußballerischer Leckerbissen, aber auch solche Spiele muss man gewinnen. Das hat uns letztes Jahr gefehlt“, meinte Alexander Grünwald gegenüber LAOLA1.

Trainer Thorsten Fink sah es ähnlich, auch wenn die Niederösterreicher in der Nachspielzeit eine Großchance durch Zwierschitz vergaben (93.) und sich maßlos über Schiedsrichter Jäger ärgerten, der nach einem Schubser von Shikov an Schicker keinen Elfmeter (94.) gab.

„Die erste Hälfte war die Admira die bessere Mannschaft. Wir kamen selten nach vorne und haben viel zu viel in die Breite gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr investiert und mit dem berechtigten Elfmeter das Siegestor geschossen.“

„Bei der Situation kurz vor Schluss muss man keinen Strafstoß geben, aber man kann sich nicht beschweren, wenn einer gepfiffen wird. Ich denke dennoch, dass wir den Sieg nicht gestohlen haben, sondern aufgrund der zweiten Halbzeit nicht unverdient gewonnen haben. Wir haben einfach zur richtigen Zeit das Tor gemacht. Robert (Almer, Anm.) ist nicht umsonst Teamtormann, er hat uns den Sieg festgehalten“, analysierte der Deutsche.

Gorgon bleibt, außer…

Neben dem sportlichen Erfolg konnten die Violetten auch abseits des Rasens jubeln. Denn die zuletzt heiß umworbenen Alexander Gorgon (1. FC Kaiserslautern) und Alexander Grünwald (Türkei) bleiben erhalten.

„Ich fühle mich hier pudelwohl, meine Familie lebt in Wien. Dass ich irgendwann einmal den Schritt ins Ausland machen will, ist auch kein Geheimnis. Aber es schaut danach aus, dass es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist. Der Wechsel ist vom Tisch“, erklärte Gorgon im Gespräch mit LAOLA1.

Obwohl das Transferfenster noch bis 31. August, 24:00 Uhr geöffnet ist, dürfte hier tatsächlich nichts mehr passieren.

„Es müsste sich noch etwas Spektakuläres tun, von dem ich jetzt noch nichts weiß. Ich werde mich jedenfalls weiterhin für die Austria zerreißen, weil ich es liebe, hier zu spielen. Es macht irrsinnigen Spaß mit dieser Mannschaft und diesem Trainerteam zu arbeiten“, so der 26-Jährige.

Grund für den geplatzten Wechsel dürfte das zu niedrige Offert des deutschen Zweitligisten gewesen sein. Die kolportierten 800.000 Euro waren den FAK-Verantwortlichen zu wenig.

Ein bisschen Wehmut

Ein bisschen Wehmut darüber ist beim siebenfachen Saison-Torschützen, der seit seinem fünften Lebensjahr für die Austria aufläuft, jedoch schon zu erkennen.

Immerhin weilte er am vergangenen Montag bereits am Betzenberg, führte Gespräche und zeigte sich vom kompletten Ambiente inklusive dem 1:0-Sieg der „Roten Teufel“ gegen Paderborn beeindruckt.

„Man hofft ein bisschen auf eine Veränderung. Ich wollte einmal einen Tapetenwechsel machen, weil ich schon sehr, sehr lange bei der Austria bin und eine neue Motivation und Herausforderung gesucht habe. Aber es ist nicht so, dass ich schwer enttäuscht bin, oder jemand böse ist bzw. ich beleidigt bin.“

Wohlfahrt freut Gorgon- und Grünwald-Verbleib

Grünwald hat eine vergleichbare Einstellung: „Ich habe ja schon oft gesagt, dass es mir bei der Austria taugt. Wenn ich weggehe, muss alles passen. Die Tendenz ist, dass ich bleibe“, so der Mittelfeldakteur, der zugibt, sich auf das Ende der Transferzeit zu freuen: „Bei mir geht es seit dem ersten Tag der Vorbereitung hin und her. Es gab immer Gerüchte. Ich konnte mich aber dennoch ganz gut auf das Fußballspielen fokussieren. Es ist ein positiver Stress.“

Apropos Stress. In Anbetracht des Deadline-Tags dürfte es für Sportdirektor Franz Wohlfahrt ein intensiver Montag werden.

Der 50-Jährige ist aber zunächst einmal happy, dass „Alex und Alex“ weiterhin im violetten Trikot auflaufen werden: „Wir haben ja ein sportliches Ziel, eine Vision und wollen oben mitspielen. Da ist es gut, wenn unser Kader stark ist. Deswegen verliere ich ungern wichtige Spieler. Ich freue mich, dass sie bleiben, außer es passiert noch etwas Großes, was ich allerdings nicht annehme.“

Tajouri vor Altach-Rückkehr

Dennoch wird sich am Verteilerkreis das Transferkarussell noch drehen, wie Wohlfahrt LAOLA1 verrät: „Es wird noch etwas passieren, speziell bei Ismael Tajouri. Da haben wir eine Lösung vor, damit er auch zum Spielen kommt. Das ist nämlich bei uns derzeit schwierig. Wir wollen ja länger mit ihm zusammenarbeiten und da wäre es für seine Entwicklung gut, wenn er das macht.“

Eine Leihe ist erneut angedacht. Die Rückkehr zum SCR Altach ziemlich sicher.

Doch damit nicht genug. Die Austria versucht zudem Spieler, die bisher nur auf der Tribüne Platz nehmen mussten, ebenfalls noch zu verleihen. Das wünscht sich Trainer Fink:

„Da gibt es ein paar Leute. Die Namen werde ich jetzt aber nicht ansprechen. Ich will für jeden meiner Spieler das Beste. Wenn eine gewisse Konkurrenz-Situation da ist und zu viele um eine Position kämpfen, ist es besser, woanders Spielpraxis zu sammeln, anstatt ein Jahr auf der Bank zu sitzen. Wir haben teilweise eine große Konkurrenz und da macht eine Leihe Sinn, denn dann kommt der Betroffene zu seiner Spielpraxis und wir müssen ihn nicht gleich verkaufen.“

Zusatz: “Wenn sich kein Klub findet, müssen sie weiter hart arbeiten, denn es kann schnell gehen. Aktuell gibt es bei uns bis auf Ronivaldo keine Verletzten. Das ist toll und soll so bleiben. Aber wenn plötzlich einmal zwei Leute auf einer Position ausfallen, ist man wieder gefragt.“

Keine Neuverpflichtung mehr

Bei den namentlich nicht genannten Personen dürfte es sich um Marco Stark, Mario Leitgeb und Marko Kvasina handeln. Denn sie suchte man in den vergangenen sieben Runden am Spielerblankett vergebens.

Eines schließt Wohlfahrt hingegen aus: „In der Kürze wird niemand mehr kommen.“

Selbst wenn wider Erwarten doch noch Millionen für Gorgon und Grünwald geboten werden und ein Last-Minute-Transfer zustande kommt.

„Wir waren auf einen möglichen Abgang der beiden vorbereitet, haben etwa Roi Kehat geholt und mit David de Paula, der vielseitig einsetzbar ist, verlängert“, so Wohlfahrt abschließend.

Wirklich Gewissheit, wie der Kader der Austria aussehen wird, gibt es dann am Montag um 24 Uhr.

 

Martin Wechtl

Admira Austria
Ballbesitz 40% 60%
Zweikämpfe 43,3% 56,6%
Eckbälle 3 6
Torschüsse 10 13
Torschüsse außerhalb Strafraum 5 4
Torschüsse innerhalb Strafraum 5 9
Kopfballchancen 3 3
Abseits 2 2
Fouls 15 12
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