"Viele unpopuläre Maßnahmen"

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Gludovatz: "Sturm darf nie Mittelmaß werden"

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"Biss", "Bewegung" und "unpopuläre Maßnahmen" hat der neue sportliche Geschäftsführer von Sturm Graz Paul Gludovatz bei seiner Antritts-Pressekonferenz am Donnerstag versprochen.

Nach zwei Tagen im Amt erklärte der 65-Jährige, die Steirer gemeinsam mit dem ebenfalls neuen wirtschaftlichen Geschäftsführer Christopher Houben in eine neue Ära führen zu wollen.

"Wir wollen zusammen etwas bewegen, noch mehr, als das bereits passiert ist. Auch wenn das nicht leicht wird. Ich möchte ambitioniert, aber nicht euphorisch in die nächste Saison gehen", sagte Gludovatz.

"Nicht in die Trainerarbeit einmischen"

Erster sportlicher Eckstein soll die Bestellung eines neuen Trainerteams Ende April, Anfang Mai sein. "Ich habe bereits viele Kontakte geknüpft, will aber keine Namen nennen", erklärte Gludovatz zu seiner Suche nach einem Nachfolger von Franco Foda.

Die erste Gesprächsrunde sei noch nicht abgeschlossen. "In der zweiten, dritten Gesprächsrunde will ich dann den Wunschtrainer finden." Schließlich werde er mit dem neuen Team im Vorfeld sportliche Entscheidungen besprechen, "aber ich werde mich nicht in die Trainerarbeit einmischen".

Seine Minimalanforderung formulierte Gludovatz, der das neue Trainerteam "auf zwei, drei Jahre" verpflichten will, recht eindeutig: "Was ich von allen verlange, ist Biss."

"Es wird auch viele unpopuläre Maßnahmen geben"

Zu seinem Stil merkte er ganz allgemein an: "Es wird auch viele unpopuläre Maßnahmen geben." Gleichzeitig bat er "alle um ihre Unterstützung und um offenen, ehrlichen Umgang". Mit Durchschnitt will sich Gludovatz nicht zufriedengeben: "Sturm ist kein Mittelmaß und darf es nie werden."

Auch bezüglich der Planungen auf dem Spielersektor hielt sich der langjährige ÖFB-Nachwuchs-Trainer bedeckt. "Wir haben einen meisterwürdigen Kader und dazu vielversprechende junge Leute wie Marvin Weinberger oder Christoph Kröpfl", betonte Gludovatz.

Bleibt Haas noch ein Jahr?

Die am Donnerstag bekanntgegebenen Vertragsverlängerungen mit Florian Neuhold (18 Jahre) bzw. Stefan Stangl (20, wird von Grödig zurückgeholt) seien "ein erstes Zeichen".

Einer der ersten, mit denen sich Gludovatz unterhalten will, ist Vereinslegende Mario Haas, dessen Vertrag so wie jener von u.a. Cavlina, Burgstaller, Standfest, Popkhadze und Okotie ausläuft.

"Ich werde ausloten, was er möchte", meinte Gludovatz über den 37-Jährigen, der bereits erklärte, noch ein Jahr spielen zu wollen.

Gemäß der neuen Organisationsstruktur wird Gludovatz mit dem wirtschaftlichen Geschäftsführer Christopher Houben die Entscheidungen nach dem Vier-Augen-Prinzip treffen, daneben gibt es aber freilich noch Fälle "von außerordentlicher Bedeutung", die zusätzlich einer Freigabe durch den achtköpfigen Aufsichtsrat bedürfen.

Finanzkräftigen Sponsor an der Angel

Houben betonte, dass es kein abgespecktes Budget geben werde - freilich in Bezug auf die Bundesliga. "Man muss einmal ein normales Bundesligajahr planen. Wir haben außerdem den größten Kader der ganzen Liga und wollen auch da auf Bundesliganiveau zurück."

Houben bestätigte, dass man einen neuen, finanzkräftigen Sponsor an der Angel habe, wollte aber noch keine Namen anführen.

So wie Gludovatz kündigte auch Houben einen neuen Stil an: "Die Wurschtigkeit hat sich durch ganzen Verein gezogen, das wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die neue Sturm-Kultur geht dahin, dass der Verein nicht mehr von einzelnen Personen abhängig sein soll."

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