Die violette Reifeprüfung

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"Das ist ein Qualitätsmerkmal"

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Die Pflicht hat die Wiener Austria schon längst erbracht.

Wer sieben Spiele - davon sechs in Serie - gewonnen hat und nach acht Runden mit fünf Punkten Vorsprung auf Rapid und Sturm von der Tabellenspitze thront, hat mehr als nur seine Bringschuld erfüllt.

Gegen Meister Red Bull Salzburg (LIVE ab 18:30 Uhr im LAOLA1-Ticker) soll nun die Kür folgen. Bei einem Sieg würde der Punktabstand zwischen den Veilchen und dem großen Meisterschaftsfavoriten auf neun Punkte anwachsen.

„Man sieht wieder lachende Gesichter in Wien-Favoriten“

„Es ist schon jetzt ein schönes Polster“, erklärt Peter Stöger im Gespräch mit LAOLA1. Und dieser Umstand erleichtere die tägliche Arbeit ungemein, wirke sich in sämtlichen Bereichen positiv aus.

„Es gibt einen positiven Spirit. Der Geist im Team und im ganzen Klub stimmt. Alle sind motiviert und positiv in ihrer Arbeit. Man sieht wieder lachende Gesichter in Wien-Favoriten. Das ist die Basis, um erfolgreich zu sein“, so der Wiener.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Saison sei Dank des guten Starts gelegt. „Es wird auch für uns eine Phase kommen, in der es nicht so positiv läuft. Wir haben uns aber einen Bonus in der Öffentlichkeit erarbeitet. Das ist auch für die Burschen wichtig. Man hat im Frühjahr gesehen, als permanent Druck da war, was dadurch passiert.  Das war  Stress. Und diesen haben sie jetzt nicht. Das macht die Arbeit leichter.“

Ein großer Schritt nach vorne

Laut des Ex-Internationalen hat der Verein einen großen Entwicklungs-Schritt nach vorne gemacht. Und das sei vor allem der Verdienst jedes Einzelnen und habe nicht unbedingt mit seiner Installation als Chefcoach zu tun.

„Die meisten Spieler, die da sind, waren auch letzte Saison da. Sie trauen sich heuer einfach mehr zu, können in Spielen, in den es nicht gut läuft, nachlegen. Sie glauben einfach an sich selbst. Ich kann viel predigen, aber wenn sie selber nicht das Gefühl haben, es schaffen zu können, dann nutzt es nichts.“

Bestes Beispiel Mattersburg

Als jüngstes Beispiel dafür nennt der vierfache österreichische Meister das Duell in Mattersburg, im Speziellen die Situation zur Halbzeit, als man 1:2 zurücklag.

„Wenn ich in der Pause in die Kabine reinkomme und die Punkte, die nicht gut waren, gar nicht ansprechen muss, weil sie die Mannschaft selbst feststellt, dann haben meine Spieler in den letzten Wochen viel mitgenommen.“

Diese Entwicklung macht  ihn stolz: „Es ist ein Qualitätsmerkmal, wenn eine Mannschaft die Sachen nicht ideal umsetzt, aber darauf reagieren kann.“

Ortlechner:  „Wissen, dass wir eine gute Truppe sind“

Auch Kapitän Manuel Ortlechner ist der Fortschritt innerhalb des Teams nicht verborgen geblieben. „Wir wissen, dass wir eine gute Truppe sind. Die Devise lautet bei uns: Ruhig bleiben und das auf den Platz knallen, was wir können.“

Dies zeichnet die Austria 2012 aus. Und im Gegensatz zur letzten Saison wurden bisher auch die Duelle gegen die vermeintlich „Kleineren“ gewonnen.

„Vergangenes Jahr haben wir gegen die schwachen Teams oft ausgelassen. Heuer ist es vollkommen anders. Wir können zulegen, bringen die Partie auch über die Bühne, wenn es nicht so gut läuft“, blickt der 32-Jährige positiv in die Zukunft.

Positiv eingestellt

Positiv ist auch Stöger. „In der zweiten Hälfte in Mattersburg habe ich schon eine hohe Prozentanzahl, von dem, was ich mir vorstelle, gesehen.  Man darf nicht vergessen, dass Mattersburg eine gute Mannschaft ist. Das ist kein Team, das jede Woche vier bis fünf Tore bekommt und am Zerfallen ist.“

Vor dem Showdown mit dem Titelträger verspürt der ehemalige Neustadt-Trainer daher einen „positiven Stress“.

"Und zwar deswegen, weil wir unseren Zuschauern eine ordentliche Leistung zeigen wollen. Ansonsten sind wir relativ entspannt, denn niemand hätte uns zugetraut, dass wir nach acht Runden oben stehen.“

Schenken die Violetten ihren Fans am Samstag tatsächlich einen Sieg, wäre es nicht nur die Kür, sondern wohl die endgültige Reifeprüfung.

Martin Wechtl

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