"Gibt einige, die ich mir bei Austria vorstellen kann"

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"In Zeiten wie diesen geht vieles unter."

Sagt Austria-Trainer Peter Stöger. „Es gibt halt in Österreich nur dieses Schwarz-Weiß denken“, ergänzt der 47-Jährige.

Der violette Feldherr kontert den Kritikern, die eine Krise und das große Nervenflattern in Favoriten erkennen wollen, mit einer Portion Sarkasmus.

Angesichts des geschrumpften Vorsprungs auf Verfolger Salzburg (sechs Punkte) und der Tatsache, dass seine Truppe in den letzten sechs Runden nur einen Sieg einfahren konnte, spricht Stöger von einer „wahnsinnigen“ Krise.

„Wir haben von den letzten 22 Spielen eines verloren. Das ist unglaublich, oder? Doch im Sport zählt eben nur die aktuelle Sichtweise“, so der Wiener mit einem Augenzwinkern.

Saisonziel erreicht

Dabei vergessen viele, dass die Veilchen bereits letzte Woche ihr großes Saisonziel erreicht haben. Komme was wolle, die Austria wird nächstes Jahr die Qualifikation für die Champions Legaue in Angriff nehmen.

„Danke, dass das jemanden aufgefallen ist. Unser Ziel zu Saisonbeginn war ein internationaler Startplatz. Dieses Ziel haben wir – ohne überheblich klingen zu wollen – praktisch schon zu Weihnachten erreicht. Die nächste Stufe war die CL-Quali. Auch das haben wir bereits sechs Runden vor Schluss mit 20 Punkten Vorsprung auf Rapid fixiert.  Nur weil wir schon so viele Punkte vor Salzburg waren, geht das jetzt unter. Womit wir eben wieder bei der Ansichtssache wären.“

Austria sondiert den Spielermarkt

Und obwohl gerade die heiße Phase der Meisterschaft anbricht, wird im Hintergrund bereits am Kader für die kommende Saison gebastelt.

„Wir haben viele Spieler am Radar. Es ist einfach Aufgabe eines Klubs, mit allen Möglichkeiten zu rechnen bzw. zu spekulieren. Wenn einige Leute den Verein im Sommer aus verschiedensten Gründen verlassen möchten, wäre es fahrlässig erst dann zu schauen.“

Und dass einige Akteure ihrer Zelte in Wien abrechen, ist gar nicht so unwahrscheinlich.

Spieler wie Markus Suttner, James Holland oder Philipp Hoisner stehen quasi unter Dauerbeobachtung zahlreicher Scouts.

Ersterer wurde am vergangenen Wochenende im Wiener Derby von Bremen-Coach Thomas Schaaf höchstpersönlich unter die Lupe genommen, der violette Goalgetter soll vom spanischen Top-Klub Valencia umworben werden.

Überrascht über Elsneg-Gerücht

Laut Stöger sind die drei jedoch nicht die einzigen, die im Sommer den Sprung ins Ausland schaffen könnten. „Ich sehe in meiner Mannschaft vier, fünf Spieler, die für internationale Klubs interessant wären.“

Und genau aus diesem Grund, muss der Markt schon jetzt durchleuchtet werden. „Es gibt in Österreich genug gute Spieler, die ich mir bei Austria vorstellen kann. Wir haben aber mit niemandem ernsthaften Kontakt aufgenommen oder Gespräche geführt.“

Dies gilt auch für Dieter Elsneg. Angesprochen auf das von der „Kleinen Zeitung“ in Umlauf gebrachte Gerücht, zeigt sich Stöger überrascht. „Davon höre ich jetzt zum ersten Mal.“

Denn, „wir wollen den Kader eigentlich nicht großartig verändern, weil wir zum einen gut aufgestellt sind und zum anderen, es zahlreiche Spieler gibt, wo wir die Option ziehen werden. Und dann wäre fast kein Platz für neue Leute. Wir sind also erst gezwungen zu handeln, wenn Dinge eintreffen, mit denen wir jetzt nicht rechnen können.“

Stöger buhlt um Leovac

Die von Stöger erwähnten Spieler, auf die der Klub eine Option besitzt und wovon auszugehen ist, dass sie auch gezogen wird, sind Florian Mader, James Holland, Fabian Koch, Lukas Rotpuller und Kaja Rogulj.

Bei Nacer Barazite wird hingegen noch abgewartet.

Und dann wäre da noch Marin Leovac. Sein Vertrag endet ebenfalls mit Saisonende – allerdings ohne Option.

„Es hat mit ihm auch schon Gespräche gegeben. Er weiß, dass wir ihn gerne behalten würden.“ Die Hintergründe, warum der Austria-Coach unbedingt mit dem Linksverteidiger, der aktuell nur eine Reservistenrolle einnimmt, verlängern will, liegen auf der Hand.

„Wir arbeiten an unserem Traum“

Sollte nämlich Suttner den Verein im Sommer tatsächlich verlassen und auch Leovac gehen, hätte man auf der linken Seite ein großes Problem.

„Wenn Suttner geht, wäre Leo in meinen Augen der ideal Ersatz. Er macht sich selbstverständlich ein Bild, schätzt seine Situation ein. Er weiß, dass wenn Suttner bleibt, es schwer wird.“

Bevor die Transferphase allerdings so richtig ins Rollen kommt, stehen noch die letzten sechs Meisterschaftsspielen am Programm.  „Wir arbeiten an unserem Traum, die sechs Punkte über die Ziellinie zu bringen. Das ist schwer, aber realistisch.“

Und Stögers abschließende Botschaft an alle Kritiker: „Sind wir kompakt und konzentriert, dann werden wir die nächsten Partien auch wieder gewinnen und den Titel holen.“

 

Martin Wechtl

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