Austrias Luxusproblem im Tor

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Einer aus drei.

Die Wiener Austria besitzt ein Luxusproblem. Mit Heinz Lindner, Pascal Grünwald und Ivan Kardum stehen drei Tormänner unter Vertrag, die alle den Anspruch auf das Einser-Leiberl stellen.

Eine angenehme Situation für den Verein, eine unangenehme für die Betroffenen.

Denn es kann eben nur einer den Kasten hüten. „Es soll uns nichts Schlimmeres passieren. Wir sind happy, auf dieser Position praktisch überbesetzt zu sein“, weiß auch AG-Vorstand Markus Kraetschmer.

Doch wer hat nun das Privileg, als Nummer eins ins neue Spieljahr zu gehen? Nach einer intensiven Vorbereitung sind die Würfel gefallen. Heinz Lindner hat das Rennen für sich entschieden.

Abgang nicht geplant, aber möglich

Grünwald und Kardum bleiben auf der Strecke. Ob sie sich auf Dauer mit der Reservistenrolle zufrieden geben, bleibt abzuwarten. Zwar sei nicht geplant, einen der beiden noch abzugeben, Steine würde man ihnen aber nicht in den Weg legen.

„Grundsätzlich wollen wir alle drei halten. Wir haben im Winter nach der Verletzung von Grünwald einfach reagieren müssen und haben jetzt eben drei sehr gute Tormänner. Wenn einer jedoch unbedingt wechseln will und einen Verein bringt, werden wir uns das anhören“, so Kraetschmer.

Am ehesten trifft dieser Fall wohl auf den Kroaten  zu – schließlich wartet der 25-Jährige noch immer auf sein erstes Pflichtspiel im violetten Dress.

„Ein schönes Gefühl“

Für Grünwald bleibt als Trost der ÖFB-Cup. Denn bei den Wienern ist es üblich, dass in diesem Bewerb die Nummer zwei ran darf. In der ersten Runde beim 3:1-Sieg gegen Oberwart feierte der 29-Jährige sein langersehntes Comeback.

Ein kleiner Lichtblick nach einem total verkorksten Jahr. Dem Verlust seiner Einser-Position im Herbst 2011 folgte im Dezember eine Leisten-OP, eine Schulterverletzung im Trainingslager im Jänner 2012 bedeutete das vorzeitige Saisonende.

Dementsprechend glücklich zeigt sich der Tiroler bei LAOLA1: „Es war wirklich schön, wieder im Tor zu stehen. Ich war sieben bis acht Monate weg, deswegen war es ein gutes Gefühl.“

Die Monate in der Reha seien nicht einfach gewesen. „Natürlich gibt es Momente, in denen man sehr geknickt ist. Es war nicht einfach, aber ich habe mir vorgenommen, dass Beste aus der Situation zu machen.“

„So ist das Fußballgeschäft“

Im Aufbautraining konnte der Ex-Wacker-Keeper auch über die Vorfälle rund um das KSV-Match, welches zu einem Tormann-Wechsel führte, nachdenken.

Zur Erinnerung: Grünwald unterlief in der Ober-Steiermark ein fürchterlicher Patzer, aus dem der 2:2-Endstand resultierte. Der damalige Austria-Coach Karl Daxbacher stellte daraufhin wieder Heinz Lindner ins Tor.

„So ist das Fußballgeschäft. Klar, die Leistung im Kapfenberg-Match war nicht gut. Dennoch hat es auch den einen oder anderen gegeben, der den sofortigen Wechsel im Tor als unfair bezeichnet hat.  Andere waren der Meinung, dass ein Tausch sowieso überfällig war.“

Dass er danach keine Chance hatte, seinen Fehler auszubügeln, nimmt der dreifache ÖFB-Teamspieler gelassen hin.

„Ich habe einen Fehler gemacht. Dafür bin ich in der Öffentlichkeit relativ schnell an den Pranger gestellt worden. Ich hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung und musste es auch hinnehmen. Fußball ist ein Geschäft, ist ein Spiel. Dazu gehören auch solche Sachen.“

Grünwald will kämpfen

Probleme mit seinen Teamkollegen hat und wird es trotz seiner Degradierung nie geben. „Jeder der mich kennt, weiß, dass ich ein fairer Sportsmann bin. Es gibt keine Reibereien untereinander. Wir pushen uns gegenseitig.“

Lindner hat zwar derzeit die Nase vorne, Grünwald will aber kämpfen. „Ich war beim Trainingsauftakt fit und versuche seither immer mein Bestes zu geben. Ob es reicht, müssen andere entscheiden. Ich kann nur sagen, dass ich spielen will. Das will aber jeder Spieler…“

Martin Wechtl

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