"Es geht im Großen und Ganzen um Kleinigkeiten"

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Wenn aus der Not eine Tugend gemacht wird.

Die Austria steht momentan ohne gelernten Rechtsverteidiger da, denn Fabian Koch (Muskelfaserriss) und Jens Stryger Larsen (Meniskusriss sowie Einriss des inneren Seitenbandes im rechten Knie) fallen verletzungsbedingt aus.

Im Wiener Derby übernahm Innenverteidiger Christian Ramsebner den Part rechts in der Vierkette. Doch sein Auftritt endete nach 73. Minuten mit Gelb-Rot.

Also sprang David De Paula für die Schlussphase ein. Der Mittelfeldmann machte seine Sache recht gut und wurde deswegen auch gegen die Admira auf der für ihn ungewohnten Position eingesetzt.

Der Spanier rechtfertigte seine Aufstellung und lieferte nach anfänglichen Anpassungs-Schwierigkeiten eine starke Leistung ab.

Starkes Spiel gegen Admira

Man könnte sogar soweit gehen und sagen, der 30-Jährige war der einzige echte Lichtblick in einer über weite Strecken wieder einmal enttäuschenden Austria-Elf.

Seine Statistik bewahrheiten dieses These: De Paula ließ defensiv wenig anbrennen, gewann insgesamt 14 seiner 19 Zweikämpfe und schaltete sich oft in die Offensive ein. Der Ex-WAC-Akteur schlug sieben Flanken und gab eine Torschussvorlage ab.

„Er war unser beste Mann am Platz“, hörte man im violetten Lager. Trainer Gerald Baumgartner bestätigte dies:

„David ist seit ein paar Wochen in richtig guter Form, er hat im Trainingslager aufgezeigt. Ich musste ihn leider für rechts hinten ‚opfern‘. Er hat seine Sache dort über 90 Minuten richtig gut gemacht“, lobte der Salzburger.

„Bin hier, um zu helfen“

Und was sagt De Paula selbst zu seinem Auftritt? „Das ist natürlich nicht meine stärkste Position. Aber ich bin hier, um der Mannschaft zu helfen. Wenn der Trainer mich dort aufstellt, versuche ich natürlich mein Bestes“, erklärt der Barcelona-Fan im Gespräch mit LAOLA1.

Wenngleich er in der Jugend schon vor 18 Jahren die ersten Erfahrungen als rechter Abwehrmann gesammelt hat, waren die 90 Minuten gegen die Admira schon etwas eigenartig.

„Weil es natürlich ganz anders ist, als in der Offensive. Es geht im Großen und Ganzen aber auch nur um Kleinigkeiten. Wenn man öfter dort spielt, bekommt man mehr Sicherheit.“

Wichtig sei es, sich im Kopf auf die neue Rolle einzustellen. „Du musst dir in deinen Aktionen sicher sein, kannst dir als Abwehrspieler keine Fehler wie im Mittelfeld leisten. Am Anfang solltest du recht einfach spielen, wenn dir dann ein paar Aktionen gelingen, steigt das Selbstvertrauen und du kannst mehr unternehmen.“

Kein zweiter Florian Klein

Grundsätzlich fühlt sich der Jungpapa aber im Mittelfeld – vorzugsweise in der Zentrale – am wohlsten.

„Im Zentrum hast du halt mehr Ballkontakte, kannst aktiver am Spiel teilnehmen. Mir gefällt es aber auch auf der Seite.“

Doch solange seine Dienste in der Verteidigung benötigt werden, springt er selbstverständlich weiterhin dort ein.

Ein zweiter Florian Klein, der einst von FAK-Coach Karl Daxbacher vom Mittelfeldmann zum erfolgreichen Rechts-Verteidiger umgepolt wurde und mittlerweile auch im Nationalteam diesen Part ausübt, möchte De Paula nicht werden.

„Denn wir haben definitiv bessere Spieler für diese Position in unseren Reihen“, lacht der Baske.

 

Martin Wechtl

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