Sturms Rohdiamant blüht auf

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Offensivdrang und Kaltschnäuzigkeit als Trumpf

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Er wirkt unauffällig, unschuldig, schmächtig und glänzt nicht mit großen Auftritten im Rampenlicht.

Auf dem Platz hat es Florian Kainz aber faustdick hinter den Ohren – trotz seiner erst 20 Jahre, trotz Gegenspielern, die weitaus robuster gebaut sind.

Fußballerisch ist der gebürtige Grazer eine Bereicherung für das Offensivspiel der Grazer. Nicht umsonst ist Trainer Peter Hyballa voll des Lobes für seinen Schützling.

Am vergangenen Wochenende schoss er nicht nur Sturm zum Sieg gegen Rapid, sondern erzielte nur eineinhalb Monate nach seiner schweren Verletzung bereits den dritten Liga-Treffer.

Nach Verletzungspause immer besser in Fahrt

„Es macht zurzeit sehr viel Spaß, das gehört zum Fußball dazu“, ist Kainz im Gespräch mit LAOLA1 froh, dass er die Leidenszeit hinter sich gelassen hat.

Der Saisonstart fiel durch gesammelte Flüssigkeit und ein Hämatom in der Wade ins Wasser. Zudem musste er sich einer Arthroskopie am Knie unterziehen.

Keine leichten Wochen für den ambitionierten, technisch versierten Mittelfeld-Akteur, der schon unter Franco Foda zu einer fixen Größe reifte.

Seit Mitte September ist er wieder zurück – getrieben von neuem Tatendrang und ungewohntem Offensivgeist.

Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor

In sechs Bundesliga-Partien seit seinem Comeback erzielte Kainz bereits drei Treffer, so viele, wie in seinen 25 Einsätzen der kompletten Vorsaison. Eine Erklärung für seine Explosion vor dem gegnerischen Tor hat der ÖFB-U21-Teamspieler aber nicht.

„Ich würde nicht sagen, dass ich mehr Offensivdrang habe. Ich bin schon ein offensiver Spieler, aber nicht mehr als früher.“

Im Moment hat der Steirer aber einfach das Glück des Tüchtigen, wenn er auf seiner Position links im offensiven Mittelfeld Tempo aufnehmen kann.

„Zurzeit gehen halt einfach die Bälle hinein. Ich muss aber weiter an mir arbeiten und schauen, dass ich weiter meine Tore mache“, denkt Kainz an Verbesserungen.

Trotz Rotation ein gefragter Mann

Wie es gerade Mode ist, gibt sich auch der 1,75-Meter-Mann bescheiden und stellt das Team in den Vordergrund.

„Ich bin gut drauf, aber im Endeffekt ist egal, wer die Tore schießt. Natürlich freue ich mich, aber das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass wir drei Punkte machen.“

Trotz Rotation und Umstellungen im System Hyballa hat sich Kainz seinen Platz erkämpft und ist einer der wenigen Gesetzten.

An die Methoden und Umstände unter dem Neo-Trainer musste sich aber auch der aus Sturms Jugend stammende Profi erst gewöhnen.

„Man muss sich darauf einstellen“

Durch die Verletzung konnte er ja nicht von Beginn an in das System hineinwachsen.

„Natürlich ist einiges neu, aber das ist normal, wenn man einen neuen Trainer hat. Man muss sich darauf einstellen. Ich glaube, das gelingt mir sehr gut, deswegen kriege ich auch sehr oft das Vertrauen des Trainers zu spüren.“

Seinen Wert für den Verein hat Kainz längst unter Beweis gestellt. Nicht umsonst bekommt er den Vorzug vor namhaften, gestandenen Ersatzspielern.

Da kann er noch so unauffällig, unschuldig und schmächtig wirken.


Alexander Karper

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