Gewinner und Verlierer des ersten Saison-Viertels

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Jedes Team hat in der Bundesliga-Saison 2015/16 ein Mal gegen jedes andere Team gespielt.

Was sagt uns das? Dass das erste Saison-Viertel vorbei ist und sich der perfekte Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz bietet.

Die ersten mannschaftsinternen Trends lassen sich längst erkennen, die kaderinternen Gewinner und Verlierer kristallisieren sich heraus.

LAOLA1 hat sich bei den zehn Vereinen umgesehen und analysiert, welcher Spieler jeweils einen guten Start in die neue Spielzeit erwischt hat beziehungsweise welcher Akteur hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist und noch Nachholbedarf hat:

RAPID WIEN

Louis Schaub

Die Stagnation der Vorsaison, in der der 20-Jährige vor allem im Frühjahr im Schatten von Konkurrent Philipp Schobesberger stand, ist längst vergessen. Der Mittelfeldspieler hat in den ersten zwei Monaten der neuen Spielzeit einen klaren Schritt nach vorne gemacht. Vier Tore und drei Assists in 15 Pflichtspielen (in jeder Rapid-Partie im Einsatz!) sind stark, eine Passquote von 73,5 Prozent in der gegnerischen Hälfte ebenso. Mit ein wenig mehr Konstanz ist das Nationalteam nicht mehr weit, sofern ihn seine im Cup erlittene Bänderüberdehnung nicht zu sehr bremst.

Stefan Nutz

Der Steirer ist noch nicht in der Hauptstadt angekommen. In Grödig noch Hauptdarsteller, ist der 23-Jährige bei Rapid nur Statist. Mickrige 45 Minuten beim 2:1 gegen den WAC stehen bislang in der Meisterschaft zu Buche, beim Cup-Krimi in Amstetten stand er in der Startelf, wusste aber auch nicht zu überzeugen und verletzte sich am Knie. Es hat den Anschein, als wüsste Trainer Zoran Barisic mit dem auf riskante Pässe in die Tiefe ausgelegten Stil des Mittelfeldspielers angesichts der auf Ballbesitz ausgelegten Rapid-Spiels nicht wirklich etwas anzufangen.

ADMIRA WACKER

Christoph Schösswendter

Mit seinen 27 Jahren ist der Innenverteidiger hinter Rene Schicker (30) und Daniel Toth (28) der drittälteste Admiraner. Und nicht nur, weil er seit diesem Sommer die Kapitänsschleife trägt, hat der 1,93-Meter-Hüne endgültig die Verantwortung übernommen. Schösswendter hält die Südstädter Abwehr zusammen (62,3 Prozent gewonnene Zweikämpfe!) und sorgt ganz nebenbei auch noch für wichtige Tore – von vier Versuchen landeten drei im Netz.

Eldis Bajrami

In der Vorsaison war der Wiener noch regelmäßig im Einsatz, aktuell hat er aber so seine Probleme, einen Platz in der starken Admira-Mannschaft zu finden. Immer öfter muss der 22-Jährige auf der Bank Platz nehmen, Spieler wie Markus Blutsch und Maximilian Sax haben ihn in den vergangenen Wochen überholt. „Im Augenblick ist es so, dass andere Spieler besser in Form sind“, sagt Trainer Oliver Lederer über ihn.

SV MATTERSBURG

Karim Onisiwo

Die Frage, ob der Wiener auch in der höchsten Spielklasse glänzen kann, hat sich in den ersten neun Runden geklärt. Der spektakuläre Stil des 23-Jährigen bereitet den Bundesliga-Verteidigern Kopfzerbrechen. Zwei Tore und vier Assists sind ihm schon gelungen. Hinzu kommen 109 Dribblings (58 davon erfolgreich) und 34 Torschuss-Beteiligungen. Der Flügelstürmer ist eindeutig eine Bereicherung für diese Liga.

Lukas Rath

Mit 27 Einsätzen von Beginn an war der Blondschopf ein fixer Bestandteil der Aufstiegs-Truppe. Ihm persönlich ist die Rückkehr in die Bundesliga aber noch nicht gelungen. Zunächst nicht ganz fit, ist der 23-Jährige Verteidiger mittlerweile eigentlich schon wieder bei Kräften. Doch sein Alltag spielt sich derzeit in der Burgenlandliga bei den Amateuren ab, wo der ehemalige U21-Teamspieler zuletzt drei Mal im Einsatz war.

RB SALZBURG

Stefan Lainer

Das Vertrauen von Trainer Peter Zeidler hätte sich Stefan Lainer eigentlich nicht erst erarbeiten müssen, schließlich betreute ihn dieser schon beim FC Liefering und auch die starke Saison bei der SV Ried wird dem Deutschen nicht entgangen sein. Dennoch spielte der 23-Jährige anfangs eine untergeordnete Rolle, ehe er zu einer der positiven Erscheinungen in Salzburg avancierte. Seit Runde 3 spielte er in jeder Bundesliga-Partie über 90 Minuten, überzeugt mit seinem unbändigen Einsatzwillen und kam bereits auf drei Scorer-Punkte (ein Tor, zwei Assists).

Cican Stankovic

Cican Stankovic zählt nicht nur in Salzburg zu den Absteigern des ersten Saison-Viertels, auch ligaweit gehört er wohl zu den größten Verlierern. Nach zwei schlimmen Patzern gegen die Admira verbannte Zeidler den Torhüter auf die Bank, von wo aus er derzeit Alexander Walke bei der Arbeit zuschaut. Der 22-Jährige ist und bleibt dennoch eines der größten Goalie-Talente Österreichs. Der Druck bei einem Top-Verein ist naturgemäß größer als in Grödig. Übersteht er diese Negativphase, könnte er gestärkt zurückkommen.

AUSTRIA WIEN

Christoph Martschinko

Dem Steirer ist der Umstieg vom „kleinen“ Grödig zur „großen“ Austria auf Anhieb gelungen. Dabei waren die Fußstapfen, die Markus Suttner in der Linksverteidigung der Violetten hinterlassen hat, ziemlich groß. Der 21-Jährige hat sie aber bislang ausgefüllt, hat noch keine Spielminute verpasst und überzeugt mit ansprechenden Leistungen. Konkurrent Thomas Salamon sieht überhaupt kein Land. 59,4 Prozent Zweikampfquote, 78,9 Prozent erfolgreiche Tacklings, 73,1 Prozent Passquote – starke Zahlen.

Marko Kvasina

In der Vorsaison mit 20 Pflichtspiel-Einsätzen, vier Toren und zwei Assists noch der große Aufsteiger in Wien-Favoriten, spielt der 18-Jährige unter Neo-Coach Thorsten Fink überhaupt keine Rolle. Kein einziges Mal ist der Offensivspieler im Kader gestanden. Unverständlich, dass er – obwohl es Interessenten gegeben hat – nicht verliehen wurde. So fristet Kvasina sein Dasein in der Regionalliga Ost, wo er in sechs Spielen für die Amateure zwei Tore erzielt und zwei vorbereitet hat.

STURM GRAZ

Wilson Kamavuaka

13 Pflichtspiele, nur in zwei stand der Deutsch-Kongolese nicht über 90 Minuten auf dem Platz. Damit war vor Saison-Beginn nicht zu rechnen. Aber der 25-Jährige nutzte seine Chance nach Erkrankung von Lukas Spendlhofer, überzeugte erst als Innenverteidiger und kann jederzeit ins defensive Mittelfeld ausweichen. Für Akteure, die sein Vertrauen gewonnen haben, findet Trainer Franco Foda einen Platz. Mit seiner körperlichen Präsenz definitiv eine Bereicherung.

Roman Kienast

Langsam sollte Roman Kienast nach seiner Verletzung im Frühjahr herangeführt werden. Dieser Prozess gestaltet sich langsamer als erhofft. Der Cup-Treffer zum 6:0 in Hartberg ist immer noch das einzige Pflichtspiel-Tor des 31-Jährigen in dieser Saison. In der Bundesliga lässt der erste Jubel auf sich warten. Als Stürmer Nummer 1 eingeplant, lief ihm Josip Tadic in den ersten Saison-Wochen den Rang ab. Eine Rückkehr zu gewohnter Stärke würde wohl auch die Leistungen Sturms stabilisieren.

SV GRÖDIG

Martin Rasner

Dass der SV Grödig von der Ausbildung beim Nachbarn Red Bull profitieren kann und sollte, liegt auf der Hand. Wer es bei den "Bullen" nicht auf Anhieb über den FC Liefering hinaus schafft, findet in Grödig eine Plattform, um sich in der Bundesliga zu etablieren. Dies ist Martin Rasner gelungen. Der 20-Jährige gehört von seiner Qualität her auch in die höchste Spielklasse. Im zentralen Mittelfeld zeigt er bislang, warum er bei der U20-WM Stammspieler war. Inzwischen schaffte er auch die Beförderung ins U21-Nationalteam.

Robert Völkl

Ein Opfer des Aufstiegs von Rasner ist mit Robert Völkl ein weiterer ehemaliger Red-Bull-Junior. Nachdem er sich im Frühjahr im zentralen Grödiger Mittelfeld etabliert hatte, scheint Baur-Nachfolger Peter Schöttel weniger mit dem 22-Jährigen anfangen zu können. Gerade einmal 48 Minuten (verteilt auf zwei Spiele) durfte Völkl in dieser Saison bislang ran. Eine mehr als ausbaufähige Bilanz.

SCR ALTACH

Dominik Hofbauer

Der Wechsel ins Ländle hat sich für den Mann, der eigentlich mit dem SC Wiener Neustadt abgestiegen ist, auf jeden Fall ausgezahlt. Coach Damir Canadi hält große Stücke auf den Blondschopf und bringt ihn regelmäßig im linken oder offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Der ehemalige England-Legionär zahlt dem Wiener das Vertrauen brav zurück – ein Tor und drei Assists stehen zu Buche.

Patrick Salomon

Sofern er nicht verletzt oder gesperrt war, war der Wiener in der Vorsaison, als die Altacher die Bundesliga aufgemischt haben, so gut wie gesetzt. Das hat sich geändert. Nur acht Spielminuten durfte der Mittelfeldspieler in den vergangenen vier Meisterschaftsspielen ran, zuletzt musste der 27-Jährige sogar bei den Amateuren in der Regionalliga West auflaufen.

SV RIED

Gernot Trauner

Monatelang hat der 23-Jährige – abgesehen von Eckball-Situationen – das gegnerische Tor nur aus der Entfernung gesehen. Das war einmal. Denn Trainer Paul Gludovatz hat den Oberösterreicher in den vergangenen beiden Runden zum Achter umfunktioniert – und das klappt richtig gut. Zwei Tore in zwei Spielen sind für Trauners Verhältnisse nahezu sensationell. Und richtig brav ist der „Wikinger“, der in der Vorsaison drei Mal ausgeschlossen wurde, auch noch geworden – nur acht Fouls und keine Karte in den bisherigen neun Partien.

Michele Polverino

Es ist bisher so gar nicht die Saison des 80-fachen Liechtensteiner Internationalen. Nur im Spiel gegen Salzburg durfte der Routinier über die volle Spielzeit ran, unter Gludovatz sammelt er seine Ballkontakte praktisch nur noch in der Hösche der Ersatzspieler – lediglich sieben Minuten durfte er in den vier Partien seit der Rückkehr des Trainers ran. Besserung ist nicht wirklich in Sicht.

WOLFSBERGER AC

Thomas Zündel

Der 27-Jährige hat eine schwere Zeit hinter sich. Im Zuge der Causa Taboga wurde er von der Bundesliga für zwölf Monate gesperrt, weil er den Versuch, ihn für Spielmanipulationen zu gewinnen, nicht gemeldet hatte. Vom Straflandesgericht wurde er freigesprochen. Nachdem er in der Regionalliga bei Kalsdorf vergangenes Frühjahr wieder die ersten Schritte im Fußball gemacht hat, unterschrieb der Steirer im Sommer beim WAC. Dort hat Zündel auf Anhieb einen Stammplatz im rechten Mittelfeld erobert.

Dario Baldauf

Elf Einsätze von Beginn an, insgesamt 17 Liga-Spiele - in der Vorsaison konnte der Vorarlberger den Konkurrenzkampf in der Linksverteidigung zumindest nach halbwegs offen gestalten. Diese Zeiten sind vorbei. Der 30-Jährige, der 141 Bundesliga-Partien in den Beinen hat, kommt seit dem Sommer nicht mehr an Stephan Palla vorbei und fristet sein Dasein auf der Ersatzbank. Gerade einmal 96 Liga-Minuten und kein einziger Einsatz im Europacup belegen das.

 

Harald Prantl/Peter Altmann

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