Eine "Kretzn" als Vorbild

Aufmacherbild
 

"Sich ein bisschen unbeliebt zu machen, ist auch gut"

Aufmacherbild
 

Vor eineinhalb Jahren war der Name Marko Kvasina wohl nur eingefleischten Fans ein Begriff.

Nachdem der mit einer Körpergröße von 1,94m baumlange Stürmer in der UEFA Youth League seine ersten Sporen verdiente, wurde der damals 17-Jährige Anfang 2014 zu den Austria Amateuren in die Regionalliga Ost hochgezogen.

Am 22. November 2014 gab der Nachwuchs-Teamspieler beim 4:0 gegen die Admira sein Debüt für die Profis.

In seinem zweiten Bundesliga-Spiel gegen Grödig gelang ihm als Joker der entscheidende Treffer zum 1:0-Sieg.

„Ein unglaubliches Gefühl“, bekommt Kvasina noch heute Gänsehaut, wenn er an diesen Herbsttag zurückdenkt.

„Da sind auch wir Jungen gefordert“

Seither ist der Österreicher mit kroatischen Wurzeln ein fixer Bestandteil der  Austria-Kampfmannschaft und kam nur in zwei darauffolgenden Begegnungen nicht zum Einsatz.

„Jeder Spieler freut sich, wenn er zu seinen Einsatzminuten kommt. Dass es mit so jungen Jahren kommt, ist sehr positiv“, leuchten im Gespräch mit LAOLA1 die Augen des zweifachen Saisontorschützen.

Angesichts der äußerst durchwachsenen Saison hätte sich der Mittelstürmer natürlich einen besseren Zeitpunkt für seinen Durchbruch vorstellen können.

„Es ist schwierig, da sich die Fans von uns viel erwarten. Da sind auch wir Jungen gefordert, denn die Leute wollen gute Leistungen, etwas Zählbares sehen. Leider gelingt es uns meistens nicht.“

Vorbild Mandzukic

Mit dem Druck, dass er nach den Winter-Abgängen und dem Verletzungspech von Philipp Zulechner, der zudem seine Form sucht, plötzlich für die Tore sorgen soll, kann der siebenfache U19- Teamspieler gut umgehen.

Sein großes Vorbild ist Mario Mandzukic. „Weil er eine ähnliche Statur wie ich hat, viele Tore schießt und mein Landsmann ist.“

Dass der Atletico-Stürmer manchmal am Spielfeld ein echte „Kretzn“ sein kann, stört ihn nicht. Im Gegenteil. „Das gehört dazu. Man muss die Innenverteidiger stören und ihnen auch manchmal auf die Füße steigen. Sich ein bisschen unbeliebt zu machen, ist auch gut.“

Noch keine Derby-Nervosität

Ganz und gar nicht beliebt machen will sich das Veilchen am Sonntag im Wiener Derby bei den SCR-Fans. Dass die Violetten aufgrund der Sperre des Auswärts-Sektors das ganze Stadion gegen sich haben, könnte ein weiterer Anreiz sein.

„Klar ist das eine zusätzliche Motivation. Wenn du gut spielst, vielleicht in Führung gehst, nachsetzen kannst und es dann im ganzen Stadion ruhig wird, ist es ein tolles Gefühl“, freut sich Kvasina auf sein erstes Wiener Derby.

Nervosität verspürt er (noch) keine. „Nervös bin ich nicht, weil ich schon viele Bundesligaspiele bestritten habe. Ein Derby  ist natürlich nicht wie jede andere Partie, aber wir bereiten uns ganz normal darauf vor und hoffen, dass wir Rapid am Sonntag schlagen werden.“

Bleibt die Austria im vierten Saisonduell mit dem grün-weißen Erzrivalen ungeschlagen, würde das Selbstvertrauen weiter wachsen – ein ganz wichtiger Faktor im Hinblick auf das Cupfinale am 3. Juni gegen Titelverteidiger Salzburg.

„Das wird das wichtigste Spiel in dieser Saison werden. Bis dorthin wollen wir uns so gut wie möglich einspielen.“

Kvasina würde Magath-Engagement begrüßen

Die Anzeichen verdichten sich, dass zu diesem Zeitpunkt auch der neue Austria-Trainer feststeht. Wie LAOLA1 berichtete (Hier gibt’s alle Infos), scheint dabei Felix Magath das Rennen zu machen.

Dem Deutschen eilt der Ruf voraus, nicht gerade zimperlich im Umgang mit seinen Spielern zu sein. Nicht umsonst wurde ihm der Spitzname „Quälix“ verpasst.

Kvasina würde sich dennoch auf die Arbeit mit dem 61-Jährigen freuen. „Ich wäre froh, wenn so ein guter Trainer kommt. Wobei ich gleich sagen muss, dass auch Andreas Ogris einen ausgezeichneten Job macht. Felix Magath ist jedenfalls ein großer Name, da kann sich jeder freuen, von diesem Trainer noch etwas zu lernen.“

Der Traum vom Ausland

Unter dem neuen violetten Chefcoach – egal wie dieser nun heißen wird – will der  Youngster weiterhin hart arbeiten und sich stetig verbessern, damit in ein paar Jahren sein Traum vom Ausland in Erfüllung geht.

„Das Ausland ist und muss das Ziel eines jeden österreichischen Fußballers sein. In der nahen Zukunft sehe ich mich ganz klar bei der Austria. Ich möchte mich etablieren und mit vielen Toren in die Notizbücher der internationalen Scouts schießen.“

Und dann wird der Name Marko Kvasina nicht mehr nur eingefleischten Fans ein Begriff sein.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen