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"Wenn man Leistung bringt, wird das schon wer sehen“

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Was machen Sie, Herr Djuricin am 15. November, wenn Österreich in der EM-Qualifikation im Wiener Ernst Happel-Stadion auf Russland trifft?

„Das weiß ich noch nicht (lacht). Vielleicht schaue ich mir das Spiel im TV an, oder ich bin dabei“, grinst der 21-Jährige im Gespräch mit LAOLA1.

Sein Doppelpack beim 3:0-Auswärtserfolg von Sturm Graz bei der Austria war jedenfalls wiederholte Werbung in eigener Sache.

Mit seinen Saisontreffern sieben und acht liegt der Wiener in der Torschützenliste gemeinsam mit Rapids Robert Beric auf Platz zwei, hinter Salzburgs Jonatan Soriano (16).

Tor-Quote bereits verdoppelt

Inklusive  ÖFB-Cup hält er heuer bereits bei 14 Volltreffern.  Und damit hat er seine Quote aus dem Vorjahr schon jetzt verdoppelt. Sechs Liga-Tore und ein Cup-Treffer lautete die Bilanz der abgelaufenen Saison.

Die guten Leistungen blieben freilich auch dem ÖFB-Teamchef nicht verborgen. Zuletzt zählte der Ex-Hertha-Profi bereits zum erweiterten Teamkader, stand gegen Schweden und im Doppel gegen Moldawien und Montenegro auf Abruf bereitet.

Am kommenden Dienstag teilt Marcel Koller der Öffentlichkeit mit, welche Spieler er für den EM-Quali-Hit gegen die Russen (15.11.) und den Testspielkracher gegen Rekord-Weltmeister Brasilien (18.11) einberuft.

„Habe Nominierung bekommen“

Diesbezüglich hat sich der ÖFB auch schon beim Sturm-Kicker gemeldet. „Ich habe eine Nominierung bekommen. Das tun aber mehrere Spieler. Mal schauen, ob es  wieder auf Abruf, oder ob es mehr ist“, verrät Djuricin.

Angesprochen auf sein Bauchgefühl, ob es diesmal klappt, meint der Angreifer trocken: „Das kann man nie wissen. Aber wenn man seine Leistung bringt, wird das schon jemand sehen.“

Für Teamkollegen Michael Madl gibt es keine Zweifel, dass der Goalgetter eine Bereicherung für die Nationalmannschaft wäre. „Denn er  ist zurzeit einer der besten, wenn nicht der beste Stürmer in der Liga“.

Madl lobt seinen Teamkollegen

Für den Innenverteidiger bringt Djuricin einfach alle notwendigen Tugenden mit. „Marco ist ein Spieler mit extremen Qualitäten. Er ist enorm antrittsschnell, ist technisch stark und hat einen super Abschluss. Das sind Fähigkeiten, die einen Stürmer auszeichnen.“

Das schnelle Umschaltspiel der Grazer kommt dem achtfachen U21-Teamspieler entgegen. „Wenn wir gut gegenpressen, kommen die Bälle, die er braucht. Es ist die perfekte Spielanlage, um seine Stärken hervorzubringen. Mit ihm haben wir vorne eine Waffe mehr. Er ist eine Riesen-Bereicherung“, so Madl.

Die Partie gegen die Veilchen verdeutlichte dies. Nicht nur einmal hebelte Sturm mit schnellem, direktem Spiel die violette Abwehrreihe aus und setzte Djuricin perfekt ein. Und nicht nur einmal zog der Stürmer an seinen Gegenspielern – allen voran Thomas Salamon – vorbei.

Ein fast perfektes Spiel

Deswegen hätte der Sieg sogar höher ausfallen können, doch die Foda-Elf hatte scheinbar Mitleid mit den Veilchen und ließ weitere Topchancen aus.

„Ich hätte noch zwei Treffer auflegen und eines schießen können. Ich will nicht beleidigend klingen, aber wir hätten sogar noch höher gewinnen können“, meinte die Grazer Nummer neun, die dennoch von „einem fast perfekten Spiel sprach“.

Austria Sturm
Ballbesitz 60,6% 39,4%
Zweikämpfe 55,6% 44,4%
Eckbälle 7 3
Torschüsse 15 20
Torschüsse außerhalb Strafraum 8 6
Torschüsse innerhalb Strafraum 7 14
Kopfballchancen 1 1
Abseits 2 4
Fouls 9 14

Auch, weil nahezu jeder seine Aufgaben gut umsetzen konnte. „Es war eine sehr gute Leistung der Mannschaft. Wir sind hinten kompakt gestanden und haben vorne schöne Tore geschossen, die auch gut herausgespielt waren. Bei Ballverlust war die Bewegung sehr gut. Es wurde sofort gepresst und deswegen konnte die Austria überhaupt nicht rausspielen.“

„Demütig bleiben und weiter hart arbeiten“

Zurücklehnen oder vom Ergebnis blenden lassen, wird sich bei den „Blackies“ jetzt dennoch niemand. „Wir wollen uns  weiter verbessern. Der Trainer hat gesagt, dass wir unserer Linie treu bleiben und Fußball spielen sollen. Sprich: Viel Ballbesitz, schön rausspielen und gut kontern. Und das heute hat sehr gut ausgeschaut. Das wollen wir in jedem Spiel umsetzen.“

Daher lautete Djuricins Motto: „Demütig bleiben und weiter hart arbeiten.“


Martin Wechtl / Harald Prantl

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