Christopher Dibon – der Sieger des torlosen Schlagers

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Ein 0:0 bringt naturgemäß keinen Sieger hervor. Schließlich ist es ein Unentschieden.

Doch es gibt gefühlte Sieger. Jener des torlosen Remis im Spitzenspiel zwischen Verfolger Red Bull Salzburg und Tabellenführer Austria Wien heißt Christopher Dibon.

Zum ersten Mal seit seinem Wechsel im Sommer von der Admira zu Salzburg durfte der ehemalige Kapitän der Niederösterreicher in der Mozartstadt von Beginn weg spielen. Zuvor reichte es in der ganzen Herbstmeisterschaft nur zu zwei Einsätzen über 37 Minuten.

„Es hat richtig Spaß gemacht“

„Es war schön, 90 Minuten auf dem Platz zu stehen und dann noch in diesem Schlager. Die Stimmung in diesem geilen Stadion war einfach toll, es hat richtig Spaß gemacht, Fußball zu spielen“, freute sich der 22-Jährige über sein Startelf-Debüt. Auch wenn das Happy End in Form eines Sieges fehlte.

Mit seiner Performance zeigte sich der Innenverteidiger nach Spielende zufrieden. Nachdem Franz Schiemer (gesperrt) und Martin Hinteregger (angeschlagen) – das IV-Duo beim 1:3 in Ried – nicht für die erste Elf in Frage kamen, ließ Trainer Roger Schmidt Dibon mit Isaac Vorsah auflaufen.

„Er hat sich das einfach verdient“, schenkte der Deutsche dem Blondschopf das Vertrauen. Dieser hat es mit einer sehr guten Leistung zurückgezahlt. Als Sieger des Schlagers sah er sich allerdings nicht.

Zufrieden mit seiner Leistung

„Gewinner wäre ich dann gewesen, wenn wir drei Punkte eingefahren hätten. Es ist einfach so, dass ich mit meiner Leistung zufrieden bin, die war okay und auf die kann ich aufbauen.“

Auch deshalb, weil Schmidt ihm nach schwieriger Zeit mit seiner Entscheidung den Rücken stärkte. „Sicherlich gibt das noch einmal einen Schub, denn der Trainer sieht dich im Training und erkennt, dass du Gas gibst“, weiß Dibon, der auch nach dem Spiel Lob vom Coach erntete.

„Wir haben aus dem Spiel heraus so gut wie gar nichts zugelassen. Die beiden Innenverteidiger und Abräumer Stefan Ilsanker haben das sehr gut hingekriegt“, hielt Schmidt fest.

Vor allem konnte Austrias gefährlichste Waffe entschärft werden: Philipp Hosiner. Das Veilchen traf zuvor in 17 Spielen 17 Mal. In Salzburg reichte es gerade einmal zu zwei Schüssen aus der Distanz.

„Hosiner hat kein Land gegen uns gesehen“

Dibon hatte seinen Vorteil gut ausgenützt: „Ich kenne ihn natürlich noch von der Admira. Isaac und ich haben alles gegeben, dass wir ihn im Griff haben. Ich denke, er hat nicht viel Land gesehen.“

Wie kaum ein Austrianer, die fast nur durch Standards Gefahr erzeugten. Dibon ließ sich nichts zu Schulden kommen, bot ein gutes Stellungsspiel und wirkte auch nicht unsicher, im Gegensatz zu seinem Abwehrpartner Vorsah in manchen Situationen.

Nur nach einem Salzburger Fehler im Mittelfeld musste der einfache ÖFB-Nationalspieler eine Gelbe Karte nach taktischem Foul an Thomas Murg hinnehmen. Dafür konnte Dibon allerdings nichts.

„Ich habe mich die letzten Wochen sehr gut vorbereitet, habe immer Gas gegeben und auf meine Chance gewartet. Es war einfach wichtig, dass ich ein gutes Spiel mache, auch für mich persönlich.“

Wer spielt in Graz?

Kommenden Samstag geht es auswärts gegen Sturm Graz. Schiemer steht nach seiner Sperre wieder bereit, Hinteregger wird auch wie gegen die Austria wieder im Kader stehen. Wer soll spielen?

Auf der einen Seite gibt sich der Niederösterreicher diplomatisch („Letztendlich zählt das Team, der Bessere soll spielen“), auf der anderen Seite kann Dibon verständlicherweise nicht aus seiner Haut: „Ich bin ein Profi, ein Profi will immer spielen und so viele Einsätze wie möglich bekommen.“

Was auf jeden Fall nun endgültig sicher scheint, ist ein Verbleib.

Denn als Dibon Woche für Woche keine Rolle spielte, überlegte der Abwehrspieler laut einen Abgang aus der Mozartstadt. Nach dem 0:2 bei Rapid Ende Oktober gab es bereits ein klärendes Gespräch mit Sportchef Ralf Rangnick und Schmidt.

Mit den 90 Minuten gegen die Austria scheinen die Wogen endgültig geglättet zu sein.

Kein Abgang mehr geplant

Es erklingen andere Töne: „Ich habe ein gutes Gefühl jetzt, ich habe im Training Spaß und das will ich weiterhin beibehalten. Ich glaube auch, dass es weiterhin in Salzburg Spaß machen wird.“

Zumal bislang nicht viel fehlte: „Ich fühle mich vom Leben her wohl, hier ist ein Spitzen-Team, wenn es jetzt für mich sportlich auch noch immer besser wird, ich zu meinen Spielen komme, dann ist das wunderschön. Das ist der Grund, warum ich nach Salzburg gekommen bin, weil ich mich durchsetzen will. Wenn es passt, brauchen wir nicht darüber reden, dass ich irgendwo anders hingehe.“

Nach diesen 90 Minuten braucht sich Dibon keine allzu großen Sorgen machen, schließlich war er der Gewinner des Schlagers ohne Sieger.

 

Bernhard Kastler

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