Wachablöse im Heiligtum

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Wachablöse in Rapids Defensiv-Heiligtum

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Defensive ist bei Rapid Trumpf.

Dies mag aufgrund der offensiven Ausrichtung ungewöhnlich klingen, trotzdem kassierten die Hütteldorfer mit Abstand die wenigsten Gegentreffer in dieser Saison.

Lediglich 34 Mal mussten Jan Novota bzw. Marko Maric in 30 Runden hinter sich greifen, damit rangiert man vor WAC (36), Sturm (37), Altach (38) und Salzburg (39).

Dabei stand ein wichtiger Bestandteil der Abwehr mehr als die Hälfte der Spielzeit nicht zur Verfügung: Christopher Dibon.

Leidenszeit endlich vorbei

Die Verletzungs-Misere des 24-jährigen Innenverteidigers fand mit dem Comeback beim 1:1 gegen seinen Ex-Verein Admira endlich ein Ende.

„Ich bin natürlich glücklich, dass ich wieder gesund bin und Fußball spielen kann. Das macht mir Spaß, ich will am Platz stehen und der Mannschaft helfen“, strahlt Dibon im Gespräch mit LAOLA1.

Schließlich war die Leidenszeit alles andere als einfach. Eher harmlos anmutende Probleme Mitte November machten schlussendlich Training ohne Schmerzen nicht mehr möglich.

Schon damals meinte Trainer Zoran Barisic auf Nachfrage: „Der Prozess war so, dass er nicht trainieren, nicht laufen konnte und Schmerzen gehabt hat. Die Schmerzen haben sich auch immer wieder von A nach B verschoben. Das ist ein ziemlich komplexes Thema.“

„Keiner ist gerne verletzt, die Zeit war sehr lang“

So komplex, dass man nach unterschiedlichsten Heilungs-Varianten wie Pause, Therapie, Infusionen, Urlaub etc. keinen anderen Ausweg als eine Operation sah.

Der Eingriff in der Leistengegend zeigte Wirkung, verlängerte aber die Zwangspause um mehrere Monate. Eine Zeit, in der sich Dibon stets vorbildlich zeigte, das Comeback aber trotzdem kaum erwarten konnte.

„Keiner ist gerne verletzt, die Zeit war sehr lang. Umso mehr freue ich mich, dass es wieder passt, ich gesund bin und das machen kann, was mir am meisten Spaß macht.“

Das stellte er bei seinem Comeback in intensiven Duellen mit Issiaka Ouedraogo unter Beweis. Mit Dibon ist somit ab sofort wieder zu rechnen.

M. Hofmann als verlässlicher Ersatzmann

Zum Glück für Rapid füllte einer die hinterlassene Lücke aber hervorragend aus und entwickelte sich zu einem verlässlichen Rückhalt: Maximilian Hofmann.

Dem 21-Jährigen wurde viel Verantwortung übertragen, den Ansprüchen wurde er mit Fortlauf der Saison immer mehr gerecht.

Obwohl dieser vor der Saison erst sechs, zum Teil kuriose, Bundesliga-Einsätze in den Beinen hatte.

Nach einer einminütigen Premiere 2012/13 gegen Ried, stand er im zweiten Anlauf bei seinem Startelf-Debüt aufgrund einer Roten Karte gegen Sturm gerade einmal zwei Minuten auf dem grünen Rasen.

Rückkehr ins zweite Glied?

Seitdem hat sich jedoch einiges verändert. An der Seite des unumstrittenen Abwehrchefs Mario Sonnleitner lieferte der Dibon-Ersatz solide Leistungen ab.

18 Mal stand der Wiener 2014/15 bisher am Platz, nur fünf Mal verließ er diesen als Verlierer.

Während des am 29. November gestarteten Erfolgslaufs mit nur einer Niederlage in 14 Spielen, war der Youngster stets gesetzt.

Dass er nun voraussichtlich wieder ins zweite Glied rücken muss, ist aus Sicht des gereiften Innenverteidigers eine harte Entscheidung.

Zweikampf in der Innenverteidigung

Eigentlich schien gegen die Admira der richtige Moment für Dibon gekommen, da Max Hofmann mit einer Sprunggelenksverletzung zu kämpfen hatte.

Als sich dieser jedoch noch rechtzeitig fit meldete, konnte Barisic das angekündigte Comeback jedoch nicht mehr zurücknehmen.

Inwieweit sich der Zweikampf um die vakante Position neben Sonnleitner zuspitzt, bleibt abzuwarten. Ansonsten stehen auch noch Brian Behrendt oder die diese Saison schon einmal getestete Alternative Thanos Petos zur Verfügung.

Dibon wird aller Voraussicht nach den Vorzug bekommen. Aufgrund der gezeigten Leistungen hätte sich aber auch Hofmann durchaus ein Stammleiberl verdient.


Alexander Karper

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