Darum geht es noch in den letzten zwei Runden

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Die Messe ist gelesen, könnte man meinen.

Weit gefehlt. Denn noch sind nicht alle Entscheidungen im Endspurt der Bundesliga-Saison 2013/14 gefallen.

Zwar steht der Meister mit RB Salzburg schon längere Zeit fest, bis auf Sturm Graz und den WAC verfolgen aber alle Teams, Spieler oder Trainer noch konkrete Ziele.

In den jeweils zeitgleich angepfiffenen Partien (Sonntag, 16:30 Uhr) stehen Existenzen, Jobs und der Eintrag in die Geschichtsbücher auf dem Spiel.

LAOLA1 weiß, worum es in den ausstehenden zwei Runden wirklich noch geht:

Der Kampf um Platz 2 und 3:

 

Die Plätze im Schatten von Meister RB Salzburg sind heiß begehrt, berechtigen sie doch zur Qualifikation für die Europa League. Die Ausgangspositionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Der SK Rapid weist als Zweiter aktuell drei Punkte Vorsprung auf die Austria und sechs auf Grödig auf. Aufgrund eines Torverhältnisses von plus 22 gegenüber dem Vierten haben die Grün-Weißen den Europacup-Startplatz so gut wie fix, allerdings geht es da auch noch um die Vorherrschaft in Wien.

Mit dem Auswärtsspiel in Grödig und dem Heimduell mit Sturm hat die Austria die auf dem Papier schwerste Auslosung. Die Ausgangsposition ist allerdings wesentlich besser, als jene der Grödiger. Mit einem Punkt im direkten Duell hätten die Violetten den dritten Platz sicher. Im Falle einer Niederlage würde sich alles auf den letzten Spieltag zuspitzen.

LAOLA1-Prognose: Die Chancen des SV Grödig auf einen Europacup-Startplatz sind weiter äußerst gering, jedoch noch vorhanden. Austria wird allerdings zumindest einen Punkt aus Salzburg entführen und somit Platz drei hinter Rapid erobern. Ein Angriff auf Platz zwei kommt jedoch wohl zu spät.

Rapid Austria Grödig
35.Runde Wacker (h) Grödig (a) Austria (h)
36. Runde Ried (a) Sturm (h) Wacker (a)

Der Kampf gegen den Abstieg:


Als aussichtslos wurde die Situation des FC Wacker Innsbruck schon vor einigen Wochen beschrieben. Nun wehren sich die Tiroler zwei Runden vor Meisterschaftsende noch immer gegen den Abstieg. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt fünf Punkte, doch das Restprogramm meint es mit dem Auswärtsspiel im Hanappi-Stadion und der Heimpartie gegen Grödig nicht gut mit den Innsbruckern. Sechs Punkte müssen her, um das Unmögliche noch möglich zu machen. Glänzt Wacker selbst mit Leistung, muss sich Wiener Neustadt, das in den letzten acht Spielen nur einen Punkt holte, beweisen – und das gegen Sturm (a) und Admira (h).

Apropos Admira! Auch die Südstädter haben den Kopf noch nicht endgültig aus der Schlinge gezogen. Ein Punkt gegen den WAC würde zumindest sportlich den Nicht-Abstieg in trockene Tücher bringen, um ein mögliches Endspiel – sollte Wacker gewinnen – gegen Wiener Neustadt zu vermeiden. Darüber hinaus bereitet der Admira die in erster Instanz nicht erhaltene Lizenz Kopfzerbrechen. Die Konkurrenz geht nicht von einem möglichen Erbe eines Bundesliga-Startplatzes aus. "Hoffen? Nein, wir machen unsere Sache. Und schauen am Ende, was dabei herausgekommen ist!", meinen Wacker-Präsident Josef Gunsch als auch sein Sportdirektor Florian Klausner in der „Krone“.


LAOLA1-Prognose:
Da nicht davon auszugehen ist, dass Wacker sowohl Rapid als auch Grödig schlägt, braucht man sich wohl nicht in Rechenspielchen stürzen. Wenn doch, spricht die aktuelle Form ganz klar gegen Wiener Neustadt. Und der Admira könnte nur die Lizenz einen Strich durch die Rechnung machen.

Wacker Neustadt Admira
35.Runde Rapid (a) Sturm (a) WAC (h)
36. Runde Grödig (h) Admira (h) Neustadt (a)

Der Kampf um Torschützen- und Assistkönig:

 

Alan hat bisher 25 Tore erzielt. In den vergangenen zehn Jahren hätte es lediglich drei Mal (2004, 2009 und 2013) nicht gereicht, um am Ende der Saison Torschützenkönig zu werden. Auch diesmal sind 25 Tore zu wenig. Denn Teamkollege Jonatan Soriano hat bereits 30 Treffer zu Buche stehen. Der Katalane hat bisher alle 75 Spielminuten getroffen, Alan ist alle 83 Minuten erfolgreich. Spannender wird wohl die Frage, ob Philipp Zulechner, der schon seit Winter nicht mehr in Österreich spielt, auf dem dritten Platz bleibt – dort steht er derzeit ex aequo mit Rene Gartler, Philipp Hosiner hat mit 14 Treffern einen weniger erzielt.

Ganz eng ist die Wertung der Assistgeber – Kevin Kampl führt mit 13 Torvorlagen vor Sadio Mane (12) und Philipp Huspek sowie Jonatan Soriano (je 11).

LAOLA1-Prognose: Wenngleich die Salzburger in dieser Saison schon mehrfach bewiesen haben, dass sie für viele Tore gut sind, sollte sich Soriano am Ende die Torjägerkrone aufsetzen. Topscorer wird er auf jeden Fall. Wer am Ende der Assistkönig ist, ist völlig offen und nicht vorhersehbar.

Der Kampf um die Arbeitsplätze:

 

Ein Punkt in Grödig reicht Herbert Gager, um den Einzug in den Europacup zu fixieren. Das würde gleichzeitig bedeuten, dass er die Mindestanforderung für eine weitere Saison als Cheftrainer der Wiener Austria mitbringen würde. Dass der Wiener, der aktuell einen Punkteschnitt von 2,0 und erst eine Niederlage aus elf Spielen zu Buche stehen hat, dann aber tatsächlich bleiben darf, ist nicht sicher. Die Verantwortlichen der Austria schaffen es seit Wochen nicht, ein klares Bekenntnis zu ihrem aktuellen Trainer auszusprechen.

Wesentlich geringere Hoffnungen auf einen Verbleib darf sich Michael Angerschmid machen. Der 40-Jährige muss die Spiele in Salzburg und gegen Rapid gewinnen, damit sich sein Vertrag verlängert. Und selbst wenn ihm das gelingt, steht seine Zukunft noch in den Sternen. Für den Ried-Coach geht es also eher darum, sich für eine neue Aufgabe zu empfehlen. Nicht anders verhält es sich übrigens bei den zahlreichen Kickern, die im Sommer ablösefrei zu haben sind.


LAOLA1-Prognose: Die Chancen, dass Gager Trainer der Austria bleibt, dürften sehr gering sein, wenngleich er den Einzug in den Europacup schaffen wird. Angerschmid wird die Rieder indes im Sommer auf jeden Fall verlassen – nicht zuletzt, weil zwei Siege gegen Salzburg und Rapid ziemlich unrealistisch sind.

Der Kampf um neue Rekorde und Serien:

 

Den Torrekord von Rapid aus der Saison 1985/86 (102) hat Salzburg bereits pulverisiert. Die neue Bestmarke kann natürlich weiter ausgebaut werden. Aktuell halten die Bullen bei 106 Treffern. In den letzten zwei Runden geht es für die Schmidt-Truppe aber noch um andere Rekorde: Den Punkterekord der Wiener Austria aus der Vorsaison. Die Veilchen holten im vergangenen Jahr 82 Zähler, Salzburg hält derzeit bei 77 Punkten. Zudem kann der Höchstwert der meisten Siege in einer Saison zumindest eingestellt werden. 1985/86 gewann die Austria 26 Spiele, die Mozartstädter halten heuer bei 24. Und last but not least geht es auch noch um den größten Vorsprung der Bundesliga-Geschichte. 21 Punkte liegen die Bullen derzeit vor Rapid. Die Bestmarke von Sturm 1997/98 und Salzburg 2006/07 steht bei jeweils 19.

Und auch der zweite Klub aus Salzburg kämpft noch um einen geschichtsträchtigen Ausgang: SV Grödig, das momentan 50 Punkte am Konto hat, könnte mit zwei Siegen zum Abschluss als bester Aufsteiger der Bundesliga-Historie feststehen. Spitzenreiter in dieser Wertung ist die Admira, die in ihrer Aufstiegs-Saison 2011/12 stolze 55 Zähler sammelte.

LAOLA1-Prognose: Es ist den Salzburgern durchaus zuzutrauen, dass die beiden restlichen Spiele gewonnen werden. Dann würden alle aufgezählten Rekorde in die Mozartstadt wandern. Ried daheim und WAC auswärts sollten eigentlich keine Stolpersteine sein - einzig die Motivation, noch einmal alles für dieses Ziel zu geben, könnte ihnen schlussendlich einen Strich durch die Rechnung machen. Für Grödig wird es nicht reichen, da gegen die Austria nicht gewonnen wird.


Alexander Karper/Harald Prantl/Martin Wechtl

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