Luft nach oben

Aufmacherbild
 

Luft nach oben

Aufmacherbild
 

„Durchwachsen“, sagt Clemens Walch, wenn man ihn auf seinen Herbst anspricht.

In seinem ersten Halbjahr in der heimischen Bundesliga sei er „zeitweise zu inkonstant“ gewesen.

Eine Analyse, die er 1:1 auch auf die gesamte Rieder Mannschaft umlegen kann. Das tut er auch: „Wir hatten am Anfang ein bisschen Probleme, sind erst zum Schluss raus konstanter geworden.“

Warum? „Ich kann mir keinen Reim darauf machen“, rätselt der Tiroler.

"Nicht gegen den Trainer gespielt"

Wenngleich er es durchaus für möglich hält, dass es nicht zuletzt an Coach Heinz Fuchsbichler gelegen hat: „Vielleicht konnte er uns nicht richtig erreichen.“

„Wir haben aber bestimmt nicht gegen den Trainer gespielt!“, hält er im selben Atemzug fest.

"Mir hat die Substanz gefehlt"

Geht es um seinen eigenen Saisonstart, tut sich der 25-Jährige in der Analyse schon wesentlich leichter.

„Mir hat die Substanz gefehlt. Von der Kraft und Ausdauer her war ich nicht auf Top-Niveau.“

Zermürbende Verletzungen

Verwunderlich ist das nicht, hat der Mittelfeldspieler doch erst Mitte Juli seine monatelangen Probleme mit der Patellasehne endgültig in den Griff bekommen.

Es war nicht die erste Verletzung, wegen der Walch viele Wochen zum Zuschauen verdammt war – Fast die gesamte Saison 2009/10 fiel einer Schambeinentzündung zum Opfer.

„Zermürbend“, sagt er. Und führt aus: „Die Verletzungen waren nie wirklich schwer, aber eben langwierig. Es ärgert mich. Ich weiß, dass ich enorm viel Zeit verschenkt habe.“

Keine Ausreden

Zeit, die er in Deutschland viel lieber auf dem Feld verbracht hätte. Aber ob in Stuttgart, Kaiserslautern oder Dresden – ein Fixleiberl hatte der ehemalige Red Bull Junior nie.

„Ich will es nicht auf meinen Verletzungen aufhängen, dass ich den Durchbruch nicht geschafft habe. Ich hatte ja auch meine Phasen, in denen ich fit war und gespielt habe, da habe ich meine Chancen aber nicht genutzt.“

"Genau der richtige Schritt"

Also kehrte er im Sommer nach Österreich zurück. „Genau der richtige Schritt“, sagt er nach einem halben Jahr. Er sei sehr zufrieden, weil es doch das Wichtigste sei, spielen zu dürfen.

15 Mal hat er das in der Bundesliga bisher getan. Vier Tore und zwei Assists hat Walch in diesen Spielen für die „Wikinger“ erzielt.

Der Rollentausch in der Kabine

Im Frühjahr will der Rumer diese Bilanz ordentlich aufbessern: „Immerhin konnte ich bis jetzt jede Einheit mitmachen, was für mich sehr wichtig ist.“

Dass das Training mittlerweile wieder von Michael Angerschmid und Gerhard Schweitzer geleitet wird, findet der Mittelfeldmann gut. „Sie harmonieren nämlich super und ergänzen sich ausgezeichnet.“

Nur einmal musste Walch über das Duo schmunzeln. Als nämlich Angerschmid zum neuen Chef bestellt wurde: „Das war wirklich witzig. Sie haben von einen Tag auf den anderen die Rollen getauscht.“

"Noch lange nicht am Zenit"

Sein neuer Chefcoach ist jedenfalls der Meinung, dass sich Walch im Frühjahr noch einmal ordentlich steigern wird.

„Er ist noch lange nicht an seinem Zenit angelangt, da ist noch sehr viel Potenzial vorhanden. Auch körperlich ist noch immer Luft nach oben“, meint Angerschmid.

Sollte sich die Prognose des Trainers bewahrheiten und sich der Trend aus dem Spätherbst fortsetzen, muss Walch im Sommer gewiss nicht mehr mit dem Wort „durchwachsen“ bilanzieren.


Harald Prantl

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen