Casanova gab Guardiola Korb

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Rieds Casanova gab Barcas Guardiola einen Korb

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Auf Sprachbarrieren trifft jeder einmal.

Wenn zwei nicht die gleiche Sprache sprechen, wird es schwierig zu kommunizieren. Mit Hand und Fuß kann zumindest das Notwendigste übersetzt werden.

Wenn ein Dolmetscher zugegen ist, sieht die Sache aber doch gleich anders aus. Denn der beherrscht beide Sprachen und kann auf die jeweilige Sprache übersetzen.

Drei Leute, drei Ansichten

Ignacio Rodriguez-Ortiz – in Ried und Rest-Österreich besser bekannt als Nacho - ist Fußballer, kein Dolmetscher.

Aus diesen Gründen lief der Interview-Termin mit seinem Landsmann Ignacio Diaz-Casanova Montenegro, kurz Casanova oder „Casa“, auch wohl so unterhaltsam ab.

„Was hat er vor seinem Wechsel über Österreich gewusst?“, war eine meiner Fragen. Es folgte die Aufzählung der bisherigen Klubs des Stürmers, der im Sommer ins Innviertel gestoßen war.

Castillo CF, UD Las Palmas, Real Mallorca B, Aguilas CF, Real Mallorca B, Alicante CF heißen im Übrigen die Vorgänger der SV Ried in Casanovas Curriculum vitae.

„Wie lebt es sich mit dem Namen Casanova so?“, war eine andere Frage. Es folgten mehrminütige Erklärungsversuche, wie sich der Name grundsätzlich zusammensetzt.

Diaz-Casanova ist im Übrigen der Nachname des Vaters, Montenegro jener der Mutter.

„Qualität hier schon besser“

Nacho ist es aber auch zu verdanken, dass wir vieles mehr von Casanova erfahren durften.

Wie den Grund für seinen Transfer nach Österreich: „Hier habe ich die Möglichkeit in einer ersten Liga zu spielen, in Spanien spielte ich in der dritten Liga. Die Qualität, Mannschaft und Umfeld sind hier schon besser.“

Oder etwa, dass sein Landsmann Ione Cabrera mitverantwortlich für den Wechsel war.

„Ich kenne ihn seit meiner Kindheit, wir haben auch über Ried gesprochen und er hat mir zu diesem Schritt geraten.“

Cabrera erzählte seinem Freund das, als der Innenverteidiger noch für Altach verteidigte. Jetzt versucht der 25-Jährige, beim SV Grödig in der Defensive nichts zuzulassen.

Erster BL-Treffer schon geglückt

Casanova hat das gegenteilige Ziel: Er will Tore machen.

Sein erstes Bundesliga-Tor hat der Mann, der vor mehr als 24 Jahren auf Gran Canaria geboren wurde, bereits erzielt.

Am zweiten Spieltag traf „Casa“ fünf Minuten vor Schluss gegen die Wiener Austria zum 1:1 – am Ende setzte es noch ein bitteres 1:2.

Korb für Guardiola

Auf was der Angreifer, der für Las Palmas in der Segunda Division spielte und ein Mal traf, aber noch öfters angesprochen wird, ist jener sprichwörtliche Korb, den er einem Trainer 2007/08 gab.

„Einem Trainer“ ist gelinde gesagt ziemlich untertrieben, wenn von Pep Guardiola gesprochen wird.

Das 40-jährige Barcelona-Urgestein, das in drei Saisonen als Trainer ebenso viele Meisterschaften und zwei Champions-League-Titeln holte, gilt zweifelsohne als einer der Besten seines Fachs.

„Ich bereue es heute noch“, spricht Casanova, der vergangenen Sonntag in Mattersburg (3:2) nach seiner Einwechslung den Umschwung einleitete, über die Absage an den damaligen B-Coach der Katalanen.

Casanova und Afrika

Auch aufgrund geldorientierter Berater wurde es nichts mit dem Wechsel. Aber das ist abgehakt. Jetzt zählt Ried.

„Ich glaube, es kann eine gute Saison werden“, ist Casanova für die noch junge Saison zuversichtlich. Der Stürmer selbst wird sicherlich noch Anlaufzeit brauchen. Bleibt nur noch eine Frage zu klären.

Ist er ein Frauenheld wie sein legendärer Namensvetter? „Nein, überhaupt nicht“, lacht der Spanier und verweist auf seine langjährige Freundin, die in Spanien studiert. Afrika heißt sie.

Afrika und Casanova – das klingt in jeder Sprache einfach nur schön.

Bernhard Kastler

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