"Rising Star" am ÖFB-Himmel?

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Im Eiltempo zu Österreichs neuem Hoffnungsträger

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„Auf der Überholspur“.

So könnte Cican Stankovic‘ Biographie heißen, würde er seinen bis dato steilen Aufstieg zu Papier bringen.

In etwas mehr als zwei Jahren schaffte der 21-jährige Grödig-Torhüter den Sprung von Erste-Liga-Klub Horn zum Stamm-Goalie in der Bundesliga und in den Europacup.

Nach oben hin sind vorerst keine Grenzen gesetzt. Selbst das Ausland und das ÖFB-Team könnten früher winken als geplant.

Highlight Europacup nach rasantem Aufstieg

Aktuell ist der bosnisch-stämmige Keeper mit seiner Rolle beim Überraschungsteam der Vorsaison zufrieden und bereitet sich auf Zimbru Chisinau, die nächste Hürde in der EL-Quali, vor.

„Es erwartet uns ein kompakter Gegner. Wir wollen nichts dem Zufall überlassen“, ist Stankovic im LAOLA1-Interview voller Tatendrang.

Sich international präsentieren zu können, war schon immer der Wunsch des aufstrebenden Torwarts, der in der vergangenen Bundesliga-Saison die zweitbeste Fangquote (72,2 Prozent) nach Salzburgs Peter Gulacsi aufwies.

„Man kann jetzt nicht von uns erwarten, dass wir in die Gruppenphase einziehen, aber jede überstandene Runde ist ein Highlight für uns“, kommentiert der ÖFB-U21-Keeper die Aussichten für die weitere Qualifikation der Europa League.

Stankovic weckt Interesse ausländischer Klubs

Die internationale Bühne scheint auch ein nicht unwesentlicher Grund zu sein, warum Stankovic weiterhin in Grödig seine Glanzparaden und konstanten Leistungen zeigt.

Denn das Interesse nationaler sowie internationaler Vereine hat der Youngster längst geweckt. Der 1,86-Meter-Mann spielt diese Tatsache jedoch ein wenig herunter.

„Nicht nur der Europacup, sondern auch ein längerfristiger Vertrag hält mich noch in Grödig“, grinst der Rückhalt. Zudem besitzt der Verein noch eine Option, um ihn bis 2016 zu binden.

Deutschland stellt für ihn die stärkste Liga, was Torhüter betrifft. Italien würde ihn aufgrund der Mentalität und der Liebe zum Fußball reizen.

„Die Serie B ist mir nicht seriös genug“

Ob es schon fürs Fußball-Oberhaus reicht, bleibt abzuwarten. Während die zweite deutsche Liga für ihn auf jeden Fall ein Thema ist („Aber nur bei einem Top-Klub mit Aufstiegsambitionen“), beäugt er die unteren italienischen Ligen kritisch.

„In die Serie B will ich auf keinen Fall, die ist mir nicht seriös genug“, lässt Stankovic aufhorchen.

Da würde er sich lieber Angebote der Top-Klubs aus Österreich anhören. Ein Wechsel zur Austria wurde nicht konkret, da Heinz Lindner den Veilchen erhalten blieb. Und Salzburg?

„Ein absoluter Topverein. Die sind aufgestellt wie ein deutscher Bundesligist. Da wäre ich nicht abgeneigt“, muss Stankovic zugeben, obwohl er das Ausland präferiert.

Stankovic schon bald im ÖFB-Team?

Ein gesetzter österreichischer Torhüter in einer europäischen Top-Liga würde den Ruf der heimischen Keeper wohl wieder aufpolieren. Stankovic winkt beim Thema „Torhüter-Problem in Österreich“ aber sofort ab.

Aussagen von Spielerberater Max Hagmayr, wonach ein Wechsel in dieser Transferperiode noch nicht vom Tisch ist, will Stankovic aber nicht verneinen. Im Gegenteil.

Wechsel nicht ausgeschlossen, spätestens 2015

Deutsche und italienische Klubs sollen die Fühler bereits ausgestreckt haben. Der U21-Torhüter lebt zudem das Motto „Sag niemals nie“.

„Mein persönliches Ziel ist es, mir auch außerhalb Österreichs einen Namen zu machen. Ich bin für alles offen und hoffe, dass ich einmal den Sprung ins Ausland schaffen kann.“

Die Frage nach dem „wann“ bleibt dabei offen: „Von heute auf morgen kann alles passieren, wenn sich was ergibt“, gibt Stankovic zu. „Mein persönliches Ziel ist es aber, Grödig spätestens im Sommer 2015 zu verlassen und einen noch besseren Verein zu erreichen.“

Allerdings nur, wenn es Sinn macht. Grödig verlassen, um bei einem besseren Verein den Bankdrücker zu mimen, kommt für ihn nicht in Frage.

„Ich habe es nicht eilig“

Dafür ist ihm die Spielpraxis in jungen Jahren zu wertvoll. Eine Garantie als Nummer eins ins Ausland zu wechseln, wird es in dieser Form allerdings nicht geben.

Obwohl Stankovic bisher lediglich 19 Bundesliga- und zwei EL-Einsätze vorweisen kann, würde er sich den nächsten Schritt bereits zutrauen.

„Aber ich habe es nicht eilig“, hätte der Torhüter mit einem weiteren Jahr in Grödig kein Problem. „Ich bin noch lange kein fertiger Torhüter. Die besten Jahre habe ich noch vor mir.“

„Ich sehe es nicht so. Wir haben gute Nachwuchs-Goalies, da kommt einiges nach. In den nächsten Jahren muss sich Österreich keine Sorgen machen, was die Torhüter betrifft.“

Über die aktuelle Besetzung im A-Team schweigt er. Keinen Hehl macht er jedoch daraus, irgendwann auch einmal für das Nationalteam auflaufen zu wollen.

Aufgrund der gezeigten Leistungen könnte Stankovic durchaus zu „Austrias Next Top-Torhütern“ zählen. Bisher hat er allerdings erst eine Halbzeit für die U21 in den Beinen.

Casillas-Beispiel zeigt, wie schnell es gehen kann

„Ich glaube schon, dass ich in dem Lehrgang und im Testspiel sehr aufgezeigt habe. Teamchef Gregoritsch war mit mir auch sehr zufrieden, das hat er mir auch gesagt.“

Für die Kontaktaufnahme von Marcel Koller ist es vorerst aber noch zu früh. Der Torhüter selbst bremst die Euphorie, bleibt bescheiden und beschreibt am Bespiel Iker Casillas, wie schnell sich das Blatt wenden kann.

„Vor zwei Jahren war er noch der Held, jetzt ist er der Prügelknabe der ganzen Nation. Für mich ist er immer noch ein Top-Goalie, der nicht umsonst fünfmal Welttorhüter war“, verteidigt Stankovic sein Idol trotz Patzern bei der WM.

Vom Real-Keeper schaut er sich ebenso gerne etwas ab, wie von Manuel Neuer, Keylor Navas, Guillermo Ochoa und Claudio Bravo, die ihn in Brasilien überzeugten.

Um deren Beispiel zu folgen, soll Stankovic‘ rasanter Aufstieg nicht abreißen. Schließlich will er auch in Zukunft auf der Überholspur verweilen.


Alexander Karper

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