Ausschlüsse und Kartenflut: Die Bundesliga sieht Rot!

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Die Bundesliga spielt verrückt.

Das offenbart nicht nur ein Blick auf die enge Konstellation in der Tabelle, auch die Spiele werden kurioser und ruppiger.

Die kalte Jahreszeit hält längst Einzug, für viele geht eine lange Herbstsaison zu Ende.

Eine Herbstsaison, in der aufgrund der heiß umkämpften Tabellenregionen "Rot-Sucht" und Kartenflut präsent sind.

Die Bundesliga spielt somit nicht nur verrückt, sondern sieht auch Rot.

Beispiele gefällig? Bitteschön.

Nur drei Runden ohne Ausschluss

Insgesamt wurden nur drei der bisher 17 gespielten Runden ohne einen einzigen Ausschluss abgeschlossen.

Auch vergangene Runde griffen die Schiedsrichter wieder zwei Mal zu Rot (Rene Schicker/Admira, Daniel Schöpf/Wr. Neustadt) und einmal zu Gelb-Rot (Thomas Salamon/Austria).

Der Rekord an Ausschlüssen stammt jedoch aus der sechsten Runde: Sechs Platzverweise, davon zwei Mal glatt Rot und vier Mal Gelb-Rot.

Eine Tendenz ist ganz klar erkennbar. Denn die bisherige Ausbeute wird die der vergangenen Saison klar übertreffen.

Das Brutalo-Foul von Rene Schicker an Sturms Anel Hadzic, das ihm eine Sperre von drei Spielen einbrachte, ist nur ein Negativ-Beispiel.

Insgesamt zückten die österreichischen Referees in 17 Runden bereits 484 Mal einen Karton, 36 Mal führten diese zu einem Ausschluss.

Mit 15 Roten Karten gab es im Vergleich zur Vorsaison (18) zwar drei weniger, aber in puncto Gelb-Rot ist ein deutlicher Anstieg zu erkennen.

21 Mal wurde einem Spieler zwei Mal Gelb hintereinander gezeigt, gleich sechs Mal mehr als zur gleichen Zeit der Saison 2013/14.

In dieser Hinsicht müsste der Gesamtwert der Vorsaison von 29 Gelb-Roten Karten klar pulverisiert werden. Auch die 32 Roten wackeln.

Überhaupt zeigt die Statistik der letzten fünf Jahre, dass die Karten-Ausbeute rapide ansteigt.

Saison Rot Gelb-Rot Gelb Gesamt
2014/15 (17 Runden) 15 21 448 484
2013/14 (17 Runden) 18 15 434 467
2013/14 (36 Runden) 32 29 837 898
2012/13 (17 Runden) 8 12 416 436
2011/12 (17 Runden) 9 12 389 410
2010/11 (17 Runden) 8 20 341 369

Am öftesten musste die Admira ein Spiel mit zehn Mann beenden. Die Südstädter sind in dieser Saison das Sorgenkind.

Bereits sechs Mal wurde ein Spieler von Trainer Walter Knaller ausgeschlossen, nur Altach mit fünf kommt annähernd an diesen Wert heran.

Mit nur zwei Ausschlüssen hat Sturm Graz zusammen mit Ried und Austria die wenigsten. Die ersten beiden stechen aber in puncto Kartensammeln heraus.

Beinahe nur die Hälfte an Verwarnungen kassierte RB Salzburg, ganz im Stile eines überlegenen Tabellenführers.

Verein Rot Gelb-Rot Gelb Gesamt
Sturm Graz 0 2 57 59
SV Ried 0 2 56 58
SV Grödig 1 2 50 53
Admira 3 3 44 50
Wolfsberger AC 2 2 45 49
SK Rapid 2 2 43 47
SCR Altach 2 3 41 46
SC Wr. Neustadt 2 1 43 46
FK Austria 1 1 39 41
RB Salzburg 1 3 28 32

Als interessant stellen sich auch die Gründe für Gelbe bzw. Gelb-Rote Karten heraus.

Sturm Graz sah 29 Mal für ein Foul eine Karte, Wiener Neustadt und Rapid folgen mit 28 Karten.

In puncto Unsportlichkeit hat Grödig (27) die Nase vorne, dahinter lauern Sturm Graz und Ried (je 25).

Schiedsrichter-Kritik ist ein heikles Thema. Am meisten meckern RB Salzburg und die SV Ried (je 6 Karten). Rapid hingegen widersprach nur einmal dem Referee.

Verein Fouls Unsportlichkeit Kritik Sonstige
Sturm Graz 29 25 3 0
SV Ried 24 25 6 1
SV Grödig 19 27 4 0
Admira Wacker 23 17 4 0
Wolfsberger AC 24 18 3 0
SK Rapid 28 14 1 0
SCR Altach 22 16 3 0
SC Wr. Neustadt 28 13 2 0
FK Austria 15 20 4 0
RB Salzburg 12 10 6 0

Die Frage nach dem "Bad Boy" der Liga bzw. dem größten Unglücksraben ist in dieser Saison schnell beantwortet.

Admira-Kapitän Richard Windbichler brachte es als einziger zustande, gleich drei Mal vom Platz zu fliegen und verbucht somit drei der sechs Ausschlüsse bei den Südstädtern. Dafür kassierte der Abwehrchef keine einzige zusätzliche Gelbe Karte, immerhin.

Rapids Robert Beric musste so wie Admiras Patrick Wessely bereits zwei Mal vorzeitig unter die Dusche, Ersterer sammelte noch dazu drei Gelbe Karten.

Mit einem Ausschluss müssen mehrere Spieler leben, Mario Sonnleitner kann aber noch dazu vier Gelbe Karten aufweisen.

Spieler Verein Rot Gelb-Rot Gelb
Richard Windbichler Admira 1 2 0
Robert Beric Rapid 1 1 3
Patrick Wessely Admira 1 1 1
Mario Sonnleitner Rapid 1 0 4
Robert Strobl Grödig 1 0 3
Remo Mally Wr. Neustadt 1 0 3
Vanche Shikov Austria 1 0 3

Daniel Offenbacher und der mit Wacker Innsbruck in die zweite Liga abgestiegene Marco Kofler stellten vergangene Saison einen Negativrekord an Gelben Karten auf.

Der Sturm-Akteur hatte schlussendlich 14 Gelbe Karten auf seinem Konto, der Innsbrucker neben 13 Gelben auch noch eine Gelb-Rote.

In der aktuellen Spielzeit sind zwei Spieler auf einem guten Weg, diese Marke zu übertreffen.

Bereits nach 17 Spieltagen weisen Sturms Anel Hadzic und Rieds Harald Pichler neun Gelbe Karten (!) auf, sind somit bereits zum zweiten Mal gesperrt und sehen somit öfters als in jedem zweiten Spiel den Karton.

Weitere Akteure hinken den beiden bisher Unangefochtenen nur knapp hinterher.

Wohin führt die Kartenflut?

Wohin soll die Kartenflut in dieser Saison noch führen? 484 Mal griffen die Unparteiischen in dieser Saison bereits in die Brust oder Gesäßtasche.

Die meisten Karten wurden bisher mit Abstand in der ersten Bundesliga-Runde Mitte Juli gezückt, insgesamt 34. Der Tiefstwert stammt mit 23 Karten aus Runde zwei.

Einige Teams müssen das Problem in den Griff kriegen. Die Admira wäre etwa gut beraten, mehr Spiele mit elf Mann zu beenden, ansonsten könnte dies böse Folgen im Kampf gegen den Abstieg haben.

Momentan sieht die Liga Rot, doch in Österreich würde es nicht überraschen, wenn es im Frühjahr schon wieder ganz anders ausschauen würde.


Alexander Karper

Spieler Verein Gelbe Karten
Anel Hadzic Sturm Graz 9
Harald Pichler SV Ried 9
Boris Hüttenbrenner WAC 8
Marcel Ziegl SV Ried 7
Andre Ramalho RB Salzburg 7
Denis Streker SV Ried 7
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