"Hier fühle ich mich zu Hause"

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Boskovic: "Ich habe Steffen Hofmann vermisst"

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Da stand er also. In grün-weißen Trainings-Klamotten, mit einem Lächeln auf dem Gesicht – als wäre er nie weg gewesen.

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Branko Boskovic von Rapid aus ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ reiste, um dort Fuß zu fassen.

Bei D.C. United durchlebte der mittlerweile 32-jährige Edeltechniker Höhen und Tiefen, die Rückkehr nach Wien lässt ihn aber positiv in die Zukunft blicken.

„Ich bin wirklich glücklich und habe diesen Verein sehr gerne. Ich mag die Fans, die Leute – einfach jeden hier. Ich fühle mich hier zu Hause“, verrät Boskovic an seinem ersten Trainingstag im Gespräch mit LAOLA1.

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"Erinnere mich an tolle Momente mit Hofmann"

Von der grün-weißen Familie wurde der Montenegriner herzlich empfangen, das eine oder andere Gesicht kennt er noch von seinem ersten, dreieinhalbjährigen Engagement in Hütteldorf.

Angesprochen auf einen ganz speziellen Spieler, funkeln die Augen des Mittelfeldspielers aber besonders: Steffen Hofmann.

„Ich habe ihn vermisst und ich denke, er hat mich auch vermisst. Ich erinnere mich an tolle Momente mit ihm. Er ist ein sehr guter Spieler und ich genieße es, mit ihm zusammenzuspielen.“

Boskovic, der mit einem zweiwöchigen Rückstand ins Training einstieg, drehte bei seiner ersten Einheit nur eine Laufrunde, die einzige Ballberührung verdankt er aber dem Kapitän, der ihm wie in alten Zeiten das runde Leder zuspielte.

Zweieinhalb Jahre USA waren genug

Sein Comeback bei Rapid war ihm ein Herzenswunsch. Dazu kam die Sehnsucht nach der europäischen Kultur und als Familienmensch die Nähe zu den engsten Vertrauten.

„Ich komme aus Europa und kann diesem Lebensstil und den Leuten hier mehr abgewinnen. Meine Familie ist hier, in den USA war ich weit entfernt von der Heimat. Ich gehöre einfach hierher“, stellt der 32-fache Internationale klar und fügt hinzu: „Es ist eine andere Kultur, aber nicht meine Kultur.“

Die Erfahrungen in Amerika will Boskovic aber nicht missen. Schöne Erinnerungen hat er an das vergangene Jahr, als er in einer starken, gut spielenden Mannschaft zu 26 MLS-Einsätzen und einem Tor kam und im November noch vier Einsätze in den Cup-Playoffs absolvierte.

Das Jahr davor war hingegen durchwachsen und von einer Knie-Operation gezeichnet. Das Fazit des USA-Abenteuers fällt somit zwiespältig aus.

Boskovic prophezeit MLS große Zukunft

„Es ist schön, Amerika gesehen zu haben. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, mit schönen und schlechten Erlebnissen.“

Die Unterschiede zur österreichischen Bundesliga waren jedoch unübersehbar. Trotzdem prophezeit er der MLS eine große Zukunft.

„Die MLS ist noch eine junge Liga, die Schritt für Schritt aufgebaut wird und erst seit 16 Jahren existiert. Sie brauchen noch mehr Trainer und Spieler aus Europa.“

Gegen Aushängeschilder wie David Beckham, Thierry Henry, Rafael Marquez, Robbie Keane oder Landon Donovan, die die Qualität der Liga heben sollen, stand Boskovic selbst auf dem Feld.

Boskovic hat mit Rapid viel vor

Trotz der zweieinhalbjährigen Abwesenheit benötigt Boskovic bei Rapid keine Eingewöhnungszeit. Von der Mannschaft hat er einen positiven Eindruck.

„Das Team ist sehr jung und hat viel Qualität. Wir müssen hart an uns arbeiten, aber ich glaube, dass Rapid mit diesen jungen Spielern eine tolle Zukunft vor sich hat.“

Gewöhnen muss er sich allerdings an einen neuen Trainer, denn statt nach der Pfeife von Peter Pacult tanzt er nun nach jener von Peter Schöttel.

„Ich weiß, dass er ein guter Spieler war und einen tollen Charakter hat. Er hat Erfahrung und ist der richtige Typ Trainer für dieses Team mit jungen Spielern“, meint Boskovic.

Schöttel selbst ist hocherfreut über die Verpflichtung des Montenegriners und glaubt, dass alle miteinander von ihm profitieren können.

Schöttel: „Boskovic habe ich immer gerne zugesehen“

„Er ist ein Spieler, dem ich immer gerne zugesehen habe. Branko strahlt Spielfreude aus, ist ein hervorragender Techniker, der Lösungen findet und kreativ ist. Durch seine Routine soll er auch die notwendige Ruhe aufs Spielfeld mitbringen.“

Vor allem sei Boskovic im Mittelfeld variabel einsetzbar und könnte - wie schon in seiner ersten Dienstzeit bei Rapid - für die Entlastung von Kapitän Hofmann sorgen.

Auch für Sportdirektor Helmut Schulte gab es keine Zweifel, dass der Routinier der Mannschaft weiterhelfen kann.

„Branko hat schon einmal unter Beweis gestellt, dass er ein sehr guter Spieler für Rapid sein kann. Wir hoffen, dass er daran anschließen kann und erhoffen uns zusätzliche Stabilität, Möglichkeiten und spielerische Elemente im zentralen Mittelfeld.“

Nun muss Boskovic nur noch beweisen, dass er ganz der Alte ist.


Alexander Karper

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